Uli Hoeneß hat erneut eine Spitze gegen Bundestrainer Julian Nagelsmann gesetzt. "Wenn es Deutschland gelingt, eine Mannschaft zu werden, obwohl der Trainer es nicht geschafft hat, zweimal hintereinander mit derselben Elf zu spielen – dann haben wir eine Chance", sagte der Ehrenpräsident des FC Bayern München in einem Interview der "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" zu den Aussichten der deutschen Fußball-Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft im Sommer.
"Unser Bundestrainer glaubt, er gewinnt das Spiel"
Der 74-Jährige verglich die Situation der DFB-Auswahl mit der im vergangenen Jahr beim FC Bayern. "Die Situation ist dieselbe wie bei uns. Vor der Saison hat doch jeder gesagt: Der Kader ist zu klein, der Kader ist nicht gut genug. Aber dann hat der Trainer die Spieler alle besser gemacht, und vor allem hat er aus den Spielern ein Team gemacht", erklärte Hoeneß. "Aber unser Bundestrainer glaubt, er gewinnt das Spiel. Nein, die Mannschaft gewinnt das Spiel."
Der Bayern-Patron hatte im April den früheren Bayern-Coach Nagelsmann für seinen Umgang mit den Reizthemen Manuel Neuer und Deniz Undav kritisiert. "Ich will kein Nagelsmann-Bashing machen, aber was ich ihm vorwerfe ist, dass er jetzt noch junge Spieler dazuholt und testet, um den Medien gerecht zu werden", sagte der Bayern-Patron damals zudem.