Ausgewählte Wagen der Schöneicher und Woltersdorfer Straßenbahnen aus dem Jahr 1914 stehen jetzt auf der Denkmalliste des Landes Brandenburg. "Es ist tatsächlich die einzige Bahn, die noch fährt im täglichen Betrieb, als Denkmal", sagte Landeskonservator Thomas Drachenberg bei der Vorstellung des Denkmaljahrbuchs 2025.
Insgesamt wurden ähnlich wie in den Vorjahren rund 80 Denkmäler geschützt, darunter auch die Universitätsbibliothek in Cottbus, ein Glasbau aus dem Jahr 2004: "mit Abstand mittlerweile unser jüngstes Baudenkmal".
Marienkirche in Frankfurt (Oder) und Parks landesweit in Gefahr
Alarm schlägt der Landeskonservator etwa bei der Marienkirche in Frankfurt (Oder). Im Zweiten Weltkrieg stark zerstört konnte der spätgotische Hallenkirchenbau nach 1989 restauriert werden. Doch nun zähle die Kirche zu den bedrohten Denkmälern.
"Wofür es angesichts der Haushaltsnotlage der Stadt kein Geld gibt, ist der laufende Bauunterhalt", so Drachenberg. "Das heißt, es bröckelt, an einzelnen Stellen beginnt es durchzuregnen." Hier müsse es dringend eine Lösung geben.
Auch kleinere Parks in Brandenburg seien zunehmend bedroht, heißt es vom Landesamt für Denkmalpflege. Große Trockenheit oder plötzliche, starke Regengüsse gefährdeten Bäume, die vor mitunter 200 Jahren gepflanzt worden seien. Oftmals würden die Bäume dann gefällt, weil sie so schwach seien und umfielen.
Kommunen müssten Geld für Erhaltung einplanen
"Wir stellen fest, dass gerade die kleinen Gärten Stück für Stück verschwinden im Land, völlig unbemerkt." Was da helfe, sei eine fortlaufende Pflege der Anlagen, so Drachenberg. Dafür müssten die Kommunen Geld einplanen.
Das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur hatte die Sanierung von Denkmalen im Jahr 2024 mit insgesamt rund 38 Millionen Euro aus Landesmitteln unterstützt. In den Jahren 2023 und 2024 hat das Kulturministerium jeweils 50.000 Euro für die Sicherung von Kunst am Bau der Ostmoderne bereitgestellt.