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Ukraine-Krieg Ukrainer scannen Kunstwerke und Denkmäler in 3D ein, um sie dauerhaft zu sichern

Ein Mosaik in der Ukraine. Mit der App ist das gescannte Kunstwerk zumindest digital dauerhaft erhalten.
Ein Mosaik in der Ukraine. Mit der App ist das gescannte Kunstwerk zumindest digital dauerhaft erhalten.
Dort, wo die russische Armee mit voller Wucht angreift, bleibt in der Ukraine kein Stein auf dem anderen. Auch für Kunstwerke, wichtige historische Zeugnissen und Kulturgüter sieht es dann schlecht aus. Mit moderner Technik will man zumindest etwas davon retten.

Was ein gnadenloser Krieg mit den kulturellen Gütern eines Landes machen kann, das wissen wir alle seit den kämpferischen Auseinandersetzungen in Afghanistan oder in Syrien. Dort wurden Jahrtausende alte Stätten, Kunstwerke und Denkmäler unwiederbringlich zerstört. Und auch in der Ukraine befürchten die Menschen, dass die Angriffe der russischen Streitkräfte wichtige Kulturgüter in ihrem Land zerstören könnten. Und sie wollen vorsorgen, so gut es geht.

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Deshalb hat sich eine Projektgruppe gebildet, die nun eifrig Denkmäler und Kunstwerke mit einem 3D-Scanner abtasten, um sie zumindest digital für die Nachwelt zu sichern. Dabei hilft eine Smartphone-App namens Polycam, die für Ukrainer derzeit zu diesem Zweck kostenlos downloadbar ist. "Backup Ukraine" nennt sich das Projekt, und alle Menschen in der Ukraine sind aufgerufen, möglichst zügig die relevanten Kunstwerke und geschichtlichen Zeugnisse in ihrer Umgebung zu scannen.

Ohne geschichtliche Zeugnisse verliert ein Land seine Identität

"Wir wollen diese neue Technologie in die Hände der ukrainischen Bürger geben, damit sie alles festhalten können, was sie für kulturell wertvoll halten und für immer in 3D sichern wollen", heißt es auf der Website der Projektgruppe. "Das kulturelle Erbe eines Landes zu zerstören, ist der schnellste Weg, eine nationale Identität auszulöschen. In Hinblick auf die Behauptung Russlands, die Ukraine sei keine souveräne Nation, nehmen wir die drohende Zerstörung der geschichtlichen Zeugnisse des Landes sehr ernst."

Viele Ukrainer:innen haben sich bereits beteiligt und Kunstwerke oder historische Zeugnisse gescannt, doch mitten in einem Krieg ist das natürlich nicht immer einfach. "Backup Ukraine" warnt deshalb alle Freiwilligen, sich nicht selbst in Gefahr zu begeben, um Denkmäler einzuscannen. Die Menschen sollten sich an die Ausgangssperren halten und nicht dort rausgehen, wo es aktive Kämpfe gebe, warnt man.

Quellen:  "Backup Ukraine""Futurism"

wt

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