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  • Einbalsamierung: Wenn Herrscher selbst zum Denkmal werden

Mumien der Macht
Einbalsamierung: Diese Diktatoren sind für immer aufgebahrt

  • 25. April 2025
  • 12:08 Uhr
Wladimir Iljitsch Uljanow, den meisten nur als Lenin bekannt, gehört zu den wenigen Politikern, die die Weltgeschichte maßgeblich beeinflusst haben. Nach seinem Tod im Januar 1924 wurde sein Leichnam nach Moskau überführt, einbalsamiert und in einem speziellen Glasmausoleum in der Nähe des Roten Platzes beigesetzt. Dort kann er noch heute besichtigt werden. Das Lenin-Mausoleum wurde zum Vorbild für andere kommunistische Herrscher
Lenin
Wladimir Iljitsch Uljanow, den meisten nur als Lenin bekannt, gehört zu den wenigen Politikern, die die Weltgeschichte maßgeblich beeinflusst haben. Nach seinem Tod im Januar 1924 wurde sein Leichnam nach Moskau überführt, einbalsamiert und in einem speziellen Glasmausoleum in der Nähe des Roten Platzes beigesetzt. Dort kann er noch heute besichtigt werden. Das Lenin-Mausoleum wurde zum Vorbild für andere kommunistische Herrscher
© Fine Art Images / Heritage Images / Imago Images
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Wladimir Iljitsch Uljanow, den meisten nur als Lenin bekannt, gehört zu den wenigen Politikern, die die Weltgeschichte maßgeblich beeinflusst haben. Nach seinem Tod im Januar 1924 wurde sein Leichnam nach Moskau überführt, einbalsamiert und in einem speziellen Glasmausoleum in der Nähe des Roten Platzes beigesetzt. Dort kann er noch heute besichtigt werden. Das Lenin-Mausoleum wurde zum Vorbild für andere kommunistische Herrscher
Nach seinem Tod im Jahr 1953 wurde Stalin für einige Jahre "Zimmergenosse" von Lenin und ebenfalls in dessen Mausoleum aufgebahrt. Im Zuge der Entstalinisierung wurde sein einbalsamierter Leichnam 1961 aus dem Mausoleum entfernt und in der Nekropole an der Kremlmauer beigesetzt
Neben Lenin und Stalin zählt Mao Zedong, Gründer der Volksrepublik China, zu den einflussreichsten und mächtigsten Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts. Nach seinem Tod 1976 zogen mehr als eine Million Menschen an Maos Leichnam vorbei. Anschließend wurde er einbalsamiert und in einem gläsernen Sarg in einem Mausoleum auf dem Tiananmen-Platz in Peking aufgebahrt, wo er bis heute besichtigt werden kann
Ein Kuss durch die Scheibe: Imelda Marcos, Ehefrau des verstorbenen philippinischen Diktators, drückt ihre Liebe am gekühlten Glassarg aus. Vier Jahre nach seinem Tod 1989 wurde Marcos' Leichnam aus dem hawaiianischen Exil auf die Philippinen überführt und in einem Mausoleum konserviert. So hatte es Imelda gewollt, zumindest so lange, bis ihrem Mann ein Begräbnis auf dem Heldenfriedhof des Landes zugestanden wurde. Dort wurde er schließlich am 18. November 2016 beigesetzt
Wie der Vater, so der Sohn: Der Diktator, der von 1994 bis 2011 in Nordkorea herrschte, wurde wie sein 1994 verstorbener Vater Kim Il-Sung im Kumsusan-Palast der Sonne in einer Glasvitrine aufgebahrt. Besucher des Mausoleums können dort aber nicht nur um Kim Il-Sung und dessen Sohn trauern, sondern auch persönliche Gegenstände Kim Jong-Ils betrachten. So wird der Personenkult weiter am Leben gehalten
Anhänger des 2013 verstorbenen venezolanischen Präsidenten Hugo Chávez erweisen dem Machthaber am gläsernen Sarg die letzte Ehre. Chávez' Nachfolger Nicolás Maduro hatte bestimmt, der Leichnam solle in einem gläsernen Sarg in einem umgebauten Revolutionsmuseum in der Nähe des Präsidentenpalastes aufgebahrt werden. Damit trete Chávez in die Fußstapfen anderer einbalsamierter Staatsmänner wie Ho Chi Minh, Lenin und Mao Zedong. Chávez gehöre seinem Volk und werde konserviert, damit "sein Volk ihn immer haben wird", sagte Maduro damals nach Angaben des britischen Senders BBC
Sie ist die einzige Frau und das einzige Nicht-Staatsoberhaupt in dieser Fotostrecke. Obwohl María Eva Duarte de Perón, wie sie mit vollem Namen hieß, nie ein Regierungsamt bekleidete, war die argentinische Politikerin und Mitgründerin der peronistischen Frauenpartei eine der treibenden Kräfte hinter der Einführung des Frauenwahlrechts. Die First Lady von Präsident Juan Perón, genannt Evita, starb im Alter von nur 33 Jahren an Krebs. Ihr einbalsamierter Leichnam wurde zwei Jahre lang aufgebahrt, dann gestohlen und heimlich in Italien bestattet. Erst 16 Jahre später wurden Peróns sterbliche Überreste exhumiert und zurück nach Argentinien gebracht. Heute befinden sie sich in der Familiengruft der Duartes auf dem Friedhof Recoleta

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Papst Franziskus ist nach seinem Tod einbalsamiert und öffentlich aufgebahrt worden. Das ging auch anderen Mächtigen so. Manche wurden sogar für die Ewigkeit konserviert.

Nach dem Tod von Papst Franziskus strömen Zehntausende Menschen in den Petersdom im Vatikan, um sich am offenen Sarg vom Oberhaupt der katholischen Kirche zu verabschieden. Für die Aufbahrung wurde Franziskus’ Leichnam aufwendig einbalsamiert. Thanatopraxie heißt diese Methode der Totenversorgung. Ziel ist nach Angaben des Bundesverbandes deutscher Bestatter eine künstliche Konservierung des Körpers. Sie ermöglicht ein ästhetisch und hygienisch einwandfreies Aufbahren und gestattet es Trauernden, über mehrere Tage hinweg auch am offenen Sarg würdevoll Abschied zu nehmen.

Einbalsamierte Diktatoren: konservierte Macht

Der Begriff Thanatopraxie stammt aus dem Griechischen: "Thanatos" bedeutet Tod, "praxis" steht für Handwerk. Ein Thanatopraktiker braucht in der Regel mehrere Stunden, um den natürlichen Verwesungsprozess bei einem Toten zu verlangsamen. Dazu gehört zunächst die gründliche Reinigung des Leichnams, um Geruchsentwicklung zu verhindern. Danach werden die Körperflüssigkeiten abgelassen und durch ein steriles Einbalsamierungs-Fluid zur Konservierung des Körpers ersetzt. Oft verschließen Thanatopraktiker auch Augen und Mund, damit sie sich mit dem Erschlaffen der Muskeln nicht wieder öffnen.

Zum Abschluss wird der Leichnam eingekleidet und im Gesicht und an den Händen kosmetisch behandelt, damit er ein möglichst natürliches Aussehen erhält. Mit dieser Methode kann ein Toter in der Regel mindestens zehn Tage lang der Öffentlichkeit präsentiert werden. 

Doch es gibt auch mächtige Männer (und Frauen), die weit mehr als zehn Tage lang einbalsamiert aufgebahrt wurden. Manche können noch heute – Jahrzehnte nach ihrem Tod – hinter Glasscheiben von Verehrern und Touristen bestaunt werden. In den meisten Fällen sind es Diktatoren wie Kim Jong-Il, Hugo Chávez oder Ferdinand Marcos. Doch auch Eva Perón ist in dieser Fotostrecke einbalsamierter Ikonen zu finden.

Quellen: Nachrichtenagenturen AFP und DPA, BBC, CNN, Deutsche Welle, Military.com, ABS-CBN

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