Hafenstrategie Mehr als 140 Millionen Euro für Häfen in Schleswig-Holstein

Das Land Schleswig-Holstein will 140 Millionen in Brunsbüttel und andere Häfen investieren. (Symbolbild) Foto: Axel Heimken/dpa
Das Land Schleswig-Holstein will 140 Millionen in Brunsbüttel und andere Häfen investieren. (Symbolbild) Foto
© Axel Heimken/dpa
140 Millionen Euro für neue Kaianlagen, Landstrom und größere Schiffe: Wie Schleswig-Holsteins Häfen fit für moderne Industrie, Offshore-Wind und internationale Energieimporte werden.

Schwarz-Grün will mit rund 140 Millionen Euro aus dem schuldenbasierten Sondervermögen des Bundes die Häfen in Brunsbüttel, Kiel, Lübeck, Büsum und Hörnum modernisieren. "Sanierte Kaianlagen und eine moderne Infrastruktur sorgen dafür, dass der maritime Aufschwung nicht an verrosteten Spundwänden scheitern wird", sagte Wirtschaftsminister Claus Ruhe Madsen (CDU) der Deutschen Presse-Agentur. Jede Investition sichere Jobs und helfe, Lieferketten zu stabilisieren.

"Unsere Häfen an Nord- und Ostsee sind Dreh- und Angelpunkt für den internationalen Handel, die maritime Wirtschaft, die Offshore-Windenergie, den Import von regenerativ erzeugten Energieträgern, Flüssiggas oder die Fischerei", sagte Madsen. Die größten Investitionen stünden in den kommenden Jahren in Kiel und Brunsbüttel an.

Kiels Hafenchef Dirk Claus will bis 2028 rund 70 Millionen Euro in den Ausbau des Ostuferhafens stecken. Geplant ist eine Erweiterung der Hafen- und Logistikflächen sowie die Installation von E-Ladesäulen für Lkw am Ostuferhafen und am Norwegenkai. Brunsbüttel Ports will 50 Millionen Euro investieren und plant eine Sanierung und den Ausbau des Tiefwasser-Kais. Laut Wirtschaftsministerium fließen aus dem Sondervermögen 27 Millionen Euro in die Arbeiten in Kiel und 25 Millionen Euro nach Brunsbüttel.

Was das Land noch plant

"Damit schaffen wir die nötige Infrastruktur für die Abfertigung von Schiffen, die Ladungen der Industriebetriebe der Region im- und exportieren", sagte Madsen. Weitere neun Millionen Euro sollen in den Lübecker Hafen fließen für drei weitere Landstromanlagen. "Außerdem wollen wir aus weiteren Fördermitteln von Bund und Land am Lübecker Skandinavienkai den Aufbau eines Güterbahnhofs ermöglichen", so der Wirtschaftsminister. In der kommenden Woche will Madsen seine neue Hafenstrategie dem Landtag vorstellen.

Der größte Anteil ist mit 59 Millionen Euro ab 2027 für den Ausbau des landeseigenen Hafens in Büsum (Kreis Dithmarschen) vorgesehen. Dort soll das Hafenbecken IV für 40 Millionen Euro ausgebaut und die Ostmole im Vorhafen außerhalb des Büsumer Sperrwerks saniert werden.

"Auf diese Weise können in Büsum künftig auch deutlich größere Schiffe abgefertigt werden", sagte Madsen. "Mit all diesen Investitionen sichern wir vor allem das Wachstum und die Zukunftsfähigkeit unserer Häfen ab, aber davon wird auch das gesamte Umfeld an Nord- und Ostseeküste profitieren."

Erstmals fördere das Land mit dem Elbehafen in Brunsbüttel einen privaten Hafen, erklärte Madsen. Der Chemchoast-Park in Brunsbüttel sei auf einen starken Hafen angewiesen. Das Holcim-Zementwerk in Lägerdorf (Kreis Steinburg) benötige ihn für das Ziel einer CO2-neutralen Produktion. Der Elbehafen könne ein international bedeutende CO2-Hub werden.

Inseln und Halligen

Investitionsbedarf sieht Madsen auch mit Blick auf Inseln und Halligen. Für den maroden Hafen in Hörnum auf Sylt sind 20 Millionen Euro eingeplant. "Voraussetzung dafür ist aber weiterhin ein tragfähiges Konzept der Gemeinde Hörnum, die den Hafen vom Bund übernehmen will", betonte er.

Auf Pellworm und Hallig Hooge laufen nach Angaben des Wirtschaftsministeriums Planungen für neue Fähranleger (Kosten 65 Millionen Euro). Schwarz-Grün will diese Vorhaben aber mit Geld von Bund und Land für die Förderung der regionalen Wirtschaftsstruktur finanzieren.

Den Sanierungsstau in den schleswig-holsteinischen Häfen beziffert der CDU-Politiker auf zwei Milliarden Euro. "Seit 2005 erhalten wir vom Bund jährlich gerade einmal zwei Millionen Euro für unsere Häfen", sagte er. Der Bund müsse die Mittel jedoch verzehnfachen, auch um der neuen Sicherheitslage in Nord- und Ostsee gerecht zu werden.

dpa