Nach dem Fund der Leiche eines Eisbaders in Wismar rät die Deutsche Lebensrettungs-Gesellschaft (DLRG) davon ab, allein Eisbaden zu gehen. "Man sollte wenigstens zu zweit unterwegs sein, um im Notfall reagieren zu können", sagte ein Sprecher der DLRG der Deutschen Presse-Agentur. "Und man sollte natürlich körperlich gesund sein. Im besten Fall geht man vorher zum Arzt und klärt das ab." Etwa bei Herzproblemen könne es schnell kritisch werden.
Je nach körperlicher Verfassung könne man zwischen fünf und 30 Minuten im Eiswasser überleben. Es bestehe jedoch die Gefahr, dass Herz und Muskelfunktionen aussetzen. "Wenn man mit dem ganzen Körper im Wasser ist, dann kühlt man natürlich umso schneller aus. Da zählt wirklich jede Minute", sagte der Sprecher.
Eis trägt erst ab 10 bis 20 Zentimetern
Wer ins Eis einbricht, sollte sich möglichst breit machen. "Wenn ich beobachte, dass jemand ins Eis einbricht, dann sollte ich natürlich schleunigst die 112 wählen", sagte der Sprecher. Neben der Feuerwehr könnten die Wasserwacht oder die DLRG mit speziellen Trockenanzügen und Rettungsschlitten unterstützen.
Nach Angaben des DLRG-Landesverbands Mecklenburg-Vorpommern hat es solche Rettungsaktionen in den vergangenen fünf Jahren im Land eher selten gegeben. Denn zugefrorene Eisflächen auf Gewässern gab es demnach kaum. Erst ab einer Dicke von 10 bis 20 Zentimetern sei das Eis tragfähig. Das sei in MV noch nicht der Fall.
Am frühen Nachmittag hatten Einsatzkräfte einen 40-Jährigen tot aus einem Teich in Wismar geborgen. Ein Zeuge hatte den Mann der Polizei zufolge beim Eisbaden gesehen - und die Einsatzkräfte verständigt, als er nicht wieder auftauchte.