Start-ups in MV Wenige neue Start-ups in MV - Rekordwert bundesweit

2025 wurden so viele Start-ups gegründet wie noch nie. (Archivbild) Foto: Jörg Carstensen/dpa
2025 wurden so viele Start-ups gegründet wie noch nie. (Archivbild) Foto
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Die Euphorie um Künstliche Intelligenz ermöglicht neue Geschäftsmodelle. Das treibt die Zahl der Start-up-Gründungen in bislang ungekannte Höhen. Wo steht der Nordosten?

Bundesweit boomt die Start-up-Szene - Mecklenburg-Vorpommern dagegen dümpelt bei vielversprechenden Neugründungen vor sich hin. Im vergangenen Jahr stieg die Zahl der Start-up-Gründungen in Deutschland auf einen Rekord: 3.568 neue Wachstumsfirmen entstanden, 29 Prozent mehr als 2024, wie eine Analyse des Startup-Verbands zeigt, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. 

MV hat die wenigsten neuen Start-ups 

Für Mecklenburg-Vorpommern meldet der Verband 17 Neugründungen. Das sind immerhin zwei mehr als im Jahr davor, aber die wenigsten in einem Bundesland überhaupt. In den Nachbar-Bundesländern ist die Szene lebendiger: Für Schleswig-Holstein wurden 70 neue Start-ups gemeldet, für Sachsen-Anhalt 33 und für Brandenburg 73.

Auch bei der Zahl der Start-up-Neugründungen bezogen auf die Bevölkerung liegt der Nordosten am Ende der Skala. Hier gibt es nur 1,1 Start-ups je 100.000 Einwohner. Der Bundesdurchschnitt liegt bei 4,3. Spitzenreiter Berlin verzeichnete im vergangenen Jahr 16,8 neue Start-ups je 100.000 Einwohner. 

Neben den Stadtstaaten Berlin und Hamburg zeigen der Analyse zufolge unter den Flächenländern Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, Hessen und vor allem Bayern eine hohe Dynamik. Ländlichere Räume tun sich beim Aufbau von Start-up-Ökosystemen hingegen schwer, wie es heißt. Bundesländer müssten ihre Potenziale, gerade in der Forschung, besser ausspielen.

MV-Wirtschaftsminister hat Fokus auf Gründungen 

MV-Wirtschaftsminister Wolfgang Blank strebt mehr Start-up-Gründungen im Nordosten an. Gerade ist er mit einer Delegation der Universität Greifswald in Texas und besucht dort die University of Texas Medical Branch (UTMB) in Galveston. Ein Fokus des Ministers liegt den Angaben zufolge darauf, wie universitäre Forschungsergebnisse in die Wirtschaft und zum Markterfolg gebracht werden können. Das sei ein wichtiges Anliegen des Ministers. 

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Ziel der Greifswalder Wissenschaftler bei dieser Reise ist es, die transatlantische Zusammenarbeit in der Nierenforschung auszubauen. Im Fokus stehe unter anderem die Überführung innovativer Forschung in die klinische Anwendung, heißt es von dort. "Eine neue Entdeckung aus Greifswald, die langfristig RNA-basierte Therapien bei Nierenerkrankungen ermöglichen könnte, befindet sich aktuell in der Patentierung." 

KI-Euphorie

Als Grund für die Rekordzahlen in Deutschland gilt die Euphorie um Künstliche Intelligenz, die Gründungen erleichtert und neue Geschäftsfelder eröffnet. 

Ein wichtiger Grund für Gründungsboom dürfte aber auch die Wirtschaftsflaute in Deutschland sein. So machen sich in Krisen üblicherweise viele Menschen aus der Not selbstständig, weil sich Jobchancen verschlechtern.

Auch kamen Start-ups zuletzt wieder etwas leichter an Wagniskapital von Investoren, zeigen Zahlen der Förderbank KfW. Demnach flossen allein im Schlussquartal 2025 rund zwei Milliarden Euro. Für die aussichtsreichsten Start-ups habe sich die Finanzierungslage 2025 gegenüber dem Vorjahr verbessert.

dpa

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