Tiere Länder diskutieren über Pläne für leichtere Wolfstötungen

Die Bundesregierung will den Wolf ins Jagdrecht aufnehmen. (Symbolbild) Foto: Julian Stratenschulte/dpa
Die Bundesregierung will den Wolf ins Jagdrecht aufnehmen. (Symbolbild) Foto
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Die Bundesregierung will den Abschuss von Wölfen erleichtern. Im Bundesrat stellen sich mehrere Ländervertreter klar dahinter - doch nicht alle sind mit dem Vorschlag zufrieden.

Ländervertreter haben sich hinter Pläne der Bundesregierung für leichtere Wolfstötungen gestellt - äußern an den konkreten Vorschlägen aber auch Kritik. Dass sich der Wolf wieder ausbreite, stelle viele Länder vor Herausforderungen, sagte Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies (SPD) bei einer Sitzung des Bundesrats. Genehmigungen für Abschüsse seien auf Länderebene nicht erfolgreich gewesen - dass der Bund nun seine Zusammenarbeit angeboten habe, sei daher "dringend notwendig" gewesen.

Die Bundesregierung will den Wolf ins Jagdrecht aufnehmen, damit sogenannte Problemwölfe leichter getötet werden können - etwa wenn sie Zäune überwunden und Schafe getötet haben. Im Bundestag beraten als Nächstes die zuständigen Ausschüsse über den Gesetzesentwurf, bevor er dort sowie im Bundesrat zur Abstimmung kommt.

Mecklenburg-Vorpommern unzufrieden mit Entwurf

Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer (CSU) warb in seiner Rede für den Entwurf und sagte, Änderungswünsche der Länder seien bereits aufgenommen worden. Dem widersprach Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD): Die Länder seien zu spät eingebunden worden und hätten sehr kurze Fristen zur Stellungnahme bekommen, zudem seien ihre Änderungswünsche vom Bund weitgehend nicht berücksichtigt worden.

Grundsätzlich begrüße er das Vorhaben des Bundes, sagte Backhaus. Der Entwurf grenze das Jagdrecht jedoch nicht ausreichend vom Naturschutzrecht ab und sei daher noch nicht "praxistauglich". Das Gesetz müsse Rechtssicherheit für Jäger schaffen, indem naturschutzrechtliche Vorschriften keine Anwendung mehr finden.

Die Zahl der Wölfe in Europa hat sich binnen zehn Jahren nahezu verdoppelt. Im Jahr 2023 sollen es 20.300 Tiere gewesen sein. Allein in Deutschland wurden zuletzt nach Behördenangaben mehr als 1.600 Wölfe gezählt - vor allem im Bereich von Niedersachsen über Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg bis nach Sachsen. Während Tierschützer diese Entwicklung begrüßen, sorgen sich Weidetierhalter um die Sicherheit ihrer Schafe.

dpa