Die Wirtschaft in Niedersachsen kommt nach Einschätzung der Norddeutschen Landesbank (NordLB) im neuen Jahr endlich wieder in Schwung. 2026 dürfte die Wirtschaftsleistung im Bundesland nach mehreren Schwächejahren erstmals wieder spürbar zulegen, so die Prognose der Landesbank. Für dieses Jahr rechnen die Experten mit einem Wachstum von 1,0 Prozent in Niedersachsen.
Besonders das Verarbeitende Gewerbe und das Bauhauptgewerbe profitieren von der Ausweitung öffentlicher Investitionen und regulatorischen Erleichterungen. "Mit der expansiveren Fiskalpolitik und höheren öffentlichen Investitionen in Infrastruktur und Verteidigung zeichnen sich spürbare Impulse für die Konjunktur ab", sagte NordLB-Chefvolkswirt Christian Lips.
Für Deutschland insgesamt rechnet die NordLB sogar mit einem Wachstum von 1,1 Prozent. "Damit lässt die deutsche Wirtschaft 2026 die mehrjährige Schwächephase hinter sich, nachdem bereits im vergangenen Jahr eine Stabilisierung eingesetzt hat", sagte Lips. "Wir erwarten für 2026 eine schrittweise Rückkehr der deutschen Wirtschaft auf den Wachstumspfad."
Funke muss noch überspringen
"Es gibt also gute Gründe für etwas mehr Optimismus", so Lips. Nach drei Jahren gesamtwirtschaftlicher Schwäche und hoher Unsicherheit blicke die Bank daher zuversichtlich ins neue Jahr. "Der Funke muss allerdings noch überspringen." Noch sei die Stimmung in den Unternehmen mehrheitlich von Zurückhaltung geprägt.
Die Herausforderungen für die Industrie – insbesondere im Bereich Automobil, Maschinenbau und energieintensive Sektoren – blieben bestehen, fügte Lips hinzu. Belastungen ergäben sich vor allem durch internationale Handelskonflikte, hohe Energiekosten und Unsicherheiten. Die US-Zollpolitik belastet vor allem die Exportwirtschaft, zugleich spüren viele Unternehmen die zunehmende Konkurrenz aus China.