Für einen Platz im Pflegeheim müssen Menschen in Nordrhein-Westfalen noch tiefer in die Tasche greifen als vor einem Jahr. Der selbst zu zahlende Anteil für Heimbewohnerinnen und -bewohner für das erste Jahr lag mit Stand zum 1. Januar in NRW bei 3.582 Euro pro Monat, wie der Verband der Ersatzkassen mitteilte.
Damit stieg der monatliche Eigenanteil binnen eines Jahres um 270 Euro, wie die der Deutschen Presse-Agentur vorliegenden Daten zeigen. Teurer ist es im Ländervergleich nur in Bremen und im Saarland. Der Bundesdurchschnitt liegt bei 3.245 Euro monatlich für das erste Jahr.
In den Summen ist zum einen der Eigenanteil für die reine Pflege und Betreuung enthalten, denn die Pflegeversicherung trägt nur einen Teil der Kosten. Hinzu kommen für Heimbewohner noch Zahlungen für Unterkunft, Verpflegung, Investitionen sowie Umlagen für Ausbildungskosten.
Kostendämpfer je nach Aufenthaltsdauer
Die Zuzahlungen sinken mit der Aufenthaltsdauer im Heim. Denn je länger jemand in einem Pflegeheim wohnt, desto mehr Zuschüsse gibt es für den Pflege-Eigenanteil. So sank mit Stand 1. Januar die Zuzahlung aus eigener Tasche in NRW im zweiten Jahr auf 3.294 Euro, im dritten Jahr auf 2.911 Euro und ab dem vierten Jahr auf 2.432 Euro.
Die Vorstandschefin des Ersatzkassenverbands, Ulrike Elsner, sagte, es brauche eine nachhaltige Finanzierung der Pflege, die auch Pflegebedürftige in Heimen deutlich entlaste. Sie müssten für Investitions- und Ausbildungskosten aufkommen, die Sache des Staates seien. "Wir fordern die Bundesländer auf, diese Kosten endlich zu übernehmen", sagte Elsner. Die schwarz-rote Koalition peilt in diesem Jahr eine grundlegende Reform der Pflegefinanzierung an.
Ausgewertet wurden Vergütungsvereinbarungen der Pflegekassen mit Heimen in allen Ländern. Zum Ersatzkassenverband gehören etwa die Techniker Krankenkasse, die Barmer und die DAK-Gesundheit.