Nahverkehr fällt aus Keine Busse und Stadtbahnen: Was sind die Alternativen?

Warnstreiks werden den kommunalen Nahverkehr am Montag weitgehend lahmlegen. (Archivbild) Foto: Oliver Berg/dpa
Warnstreiks werden den kommunalen Nahverkehr am Montag weitgehend lahmlegen. (Archivbild) Foto
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Die Schranken bleiben unten. Busse und Bahnen stehen den ganzen Tag in den Depots. Dieses Szenario kommt am Montag auf die Fahrgäste im Nahverkehr zu. Was beim Umplanen zu beachten ist.

Millionen Fahrgäste des öffentlichen Nahverkehrs in Nordrhein-Westfalen müssen sich für diesen Montag (2. Februar) eine Alternative zu den vielerorts ausfallenden Bussen und Stadtbahnen suchen. 

Die Gewerkschaft Verdi NRW hat die Beschäftigten in rund 30 kommunalen Verkehrsbetrieben zu einem ganztägigen Warnstreik aufgerufen. Betroffen von umfangreichen Auswirkungen sind aber nicht nur zahlreiche Arbeitnehmer. 

Besteht trotz der Warnstreiks die Schulpflicht?

"Bei im Vorfeld angekündigten Ereignissen wie einem Streik des öffentlichen Nahverkehrs besteht die Verpflichtung zur Teilnahme am Unterricht auch weiterhin", erklärte das NRW-Schulministerium auf der Plattform Facebook.

Eltern müssten deshalb dafür Sorge tragen, dass ihre Kinder zur Schule kommen. Sollte einer Schülerin oder einem Schüler der Schulweg im Einzelfall nicht zumutbar sein, handele es sich um entschuldigte Fehlzeiten, hieß es.

Fährt gar nichts mehr in den Großstädten?

Nahezu alle großen kommunalen Nahverkehrsbetriebe in NRW wie KVB (Köln), Rheinbahn (Düsseldorf), DSW21 (Dortmund) oder etwa der Verkehrsbetrieb der Stadtwerke Münster werden bestreikt. Deshalb muss damit gerechnet werden, dass die U-Bahnen, Straßenbahnen und Stadtbahnen in den Depots bleiben. 

Einige Verkehrsbetriebe wie DSW21 weisen darauf hin, dass keine Bahnen vom Betriebsbeginn in der Nacht zu Montag bis zum Betriebsende in der Nacht zu Dienstag fahren. Betroffen vom Warnstreik sind demnach auch Nachtlinien. 

Was ist mit den Buslinien?

Wie vorangegangene Tarifkonflikte im Nahverkehr gezeigt haben, kann ein kleiner Teil der Linienbusse in den Streikregionen noch unterwegs sein. Die Busse privater Subunternehmen sind nicht von den Warnstreiks betroffen. 

Die kommunalen Verkehrsbetriebe informieren darüber, welche Buslinien in der jeweiligen Stadt oder Region am Warnstreik noch bedient werden können. Sie geben dazu den Fahrgästen Hinweise auf ihren Internetseiten und in Apps.

Ist der Zug eine Alternative? 

Ein genereller Hinweis ist, dass der Bahnverkehr mit Regional- und S-Bahnen nicht von dem Warnstreik im kommunalen Nahverkehr betroffen ist. So erklärte etwa die Deutsche Bahn, dass die Züge ohne Einschränkungen fahren würden. 

Bei früheren Warnstreiks im kommunalen Nahverkehr waren S-Bahnen eine häufig genutzte Möglichkeit, innerhalb der Großstädte zumindest eine Etappe weit voranzukommen. Strecken wurden teilweise oder ganz zu Fuß absolviert. 

Greift die NRW-Mobilitätsgarantie?

Nein, sagt die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. "Die Mobilitätsgarantie NRW ist eine freiwillige Leistung der Verkehrsunternehmen in Nordrhein-Westfalen. Streik ist einer der vorgesehenen Ausschlussgründe", erklärt Beatrix Kaschel von der Schlichtungsstelle Nahverkehr. Betroffene würden daher auch keine Taxikosten erstattet bekommen. Das Gleiche gelte auch für die Pünktlichkeitsgarantie einiger Verkehrsunternehmen in NRW.

Sind Staus unausweichlich?

"Auf den Hauptstrecken wird es zur Rushhour noch voller werden", sagt ADAC-Sprecher Thomas Müther. Wer mit dem Auto unterwegs sein müsse, sollte zumindest die Stoßzeiten zwischen 7 und 9 Uhr und 16 bis 18 Uhr meiden und sich vorab über die aktuelle Verkehrslage informieren. "Es lohnt sich, sehr früh loszufahren. Auch Fahrgemeinschaften können eine Option sein", erklärt er. 

Welche Alternativen gibt es zum Straßenverkehr?

"Wenn es die Wetterbedingungen zulassen, empfehlen wir, insbesondere für kürzere Strecken in der Stadt aufs eigene Fahrrad umzusteigen oder Sharing-Angebote zu nutzen", ergänzt Müther. Wie stark sich der Warnstreik im öffentlichen Nahverkehr auf die Verkehrslage auf den Straßen auswirken wird, hängt laut ADAC entscheidend davon ab, wie viele Arbeitnehmer sich auf den Streik einstellen und gegebenenfalls auch im Homeoffice arbeiten können.

dpa

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