Unwettergefahr Glatteisgefahr in NRW: Schüler sollen zu Hause bleiben

Wintersportler im Sauerland hatten am Wochenende optimale Bedingungen. Foto: Wolf von Dewitz/dpa
Wintersportler im Sauerland hatten am Wochenende optimale Bedingungen. Foto
© Wolf von Dewitz/dpa
Nach einem perfekten Winter-Sonnen-Wochenende zeigt sich die Jahreszeit nun von ihrer gefährlichen Seite: Es soll extrem glatt werden in NRW. An den Schulen fällt überall der Präsenzunterricht aus.

Ein Wetterumschwung könnte am Montag extreme Glätte nach Nordrhein-Westfalen bringen. Landesweit bieten die Schulen nur noch eine Notbetreuung an, der Präsenzunterricht fällt überall aus. Schülerinnen und Schüler sollen, wenn möglich, zu Hause bleiben, appelliert die Schulministerin. Die Winterdienste bereiten sich auf einen Großeinsatz vor. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) rief die Menschen auf, Fahrten mit dem Auto zu vermeiden. Es bestehe "Gefahr für Leib und Leben".

Landesweit wurde die zweithöchste amtliche Unwetterwarnstufe vor Glatteis ausgegeben. Sorgen macht den Meteorologen eine Warmfront, die nach einer Phase mit strengem Frost viel Regen bringen könnte. Die Regenschauer sollen ab Mitternacht von Westen aus nach Nordrhein-Westfalen hineinziehen. Auf den gefrorenen Böden könne es dann am Montagmorgen spiegelglatt werden. "Es ist mit teils massiven Auswirkungen zu rechnen", warnte der DWD.

"Sicherheit der Schüler hat oberste Priorität"

In den Schulen bleiben die Klassenzimmer deshalb am Montag landesweit leer. Lediglich eine Notbetreuung sollen die Schulen anbieten, heißt es aus dem Ministerium. Stattdessen soll Distanzunterricht stattfinden. "Die Gesundheit und Sicherheit unserer Schülerinnen und Schüler haben für uns oberste Priorität. Deshalb haben wir uns zu diesem Schritt entschieden", sagte Schulministerin Dorothee Feller (CDU).

Winterdienst im Großeinsatz

Die größte Gefahr durch Glätte auf den Straßen erwartet der Deutsche Wetterdienst zwischen Mitternacht und 10.00 Uhr – in Ostwestfalen bis 13.00 Uhr. Eine genauere Prognose sei noch schwierig, schrieben die Meteorologen.

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Man bereite sich auf einen außergewöhnlichen Morgen vor, schrieben die für den Winterdienst in Köln zuständigen Abfallwirtschaftsbetriebe. In mehreren Schichten werde man die ganze Nacht hindurch versuchen, durch vorbeugendes Streuen von Salz zu verhindern, dass sich auf den Hauptverkehrsstraßen der Domstadt Glatteis bildet.

Trotzdem könne man glatte Straßen je nach Wetterentwicklung nicht verhindern. "Eisregen ist eine klimatische Herausforderung für alle. Verkehrsteilnehmer werden gebeten, besonders umsichtig zu sein", sagte ein Sprecher.

Auch die Rettungsdienste stocken ihr Personal auf, um etwa bei Unfällen schnell reagieren zu können. Außerdem könne die Anfahrt bei Glatteis auch für den Rettungswagen länger dauern, sagte ein Sprecher des Kreises Lippe. "Besonders in den frühen Morgenstunden besteht ein hohes Unfallrisiko für Autofahrer, Radfahrer und Fußgänger." Wer die Möglichkeit habe, solle zu Hause bleiben.

Wintersport und Schneespaziergang

Dabei gab es am Wochenende mit viel Sonne und reichlich Neuschnee vielerorts noch perfektes Winterwetter. Im Sauerland waren nach Angaben der Wintersport-Arena so gut wie alle Skilifte in Betrieb – auch die kleineren, die über keine Schneekanonen verfügen und deshalb nur bei genügend Naturschnee öffnen.

In Winterberg war der Andrang an den Liften so groß, dass es zu Wartezeiten kam. Auf mehreren Straßen in Richtung der Skigebiete staute sich der Verkehr.

Auch Loipen für Langläufer waren im Sauerland auf einer Länge von mehr als 300 Kilometern gespurt.

Probleme bei der Bahn erst nach und nach gelöst

Auf den Straßen und vor allem im Zugverkehr kam es auch am Wochenende noch zu Beeinträchtigungen. Wegen der Folgen von Wintersturm "Elli" hatte die Bahn den Fernverkehr in Norddeutschland am Freitag eingestellt – erst am Sonntag kamen Reisende aus NRW dadurch wieder nach Hannover oder Berlin. Allerdings sei am Sonntag weiterhin nur ein reduziertes Angebot möglich und es könne noch zu Ausfällen kommen, teilte die Deutsche Bahn mit.

Auf den ICE-Strecken von Nordrhein-Westfalen in Richtung Süden hat die Bahn die Höchstgeschwindigkeiten reduziert. Dadurch kommt es etwa von Köln in Richtung Frankfurt zu Verspätungen.

dpa