Angesichts hoher Kraftstoff- und Energiepreise fordern die sächsischen Industrie- und Handelskammern (IHK) rasche Entlastungen für Unternehmen und Verbraucher. Trotz erster Entspannungssignale im Konflikt zwischen den USA und dem Iran bleibe die Lage auf den Energiemärkten eine ernste Gefahr für die konjunkturelle Entwicklung, teilten die Kammern mit.
Leichter Rückgang an den Tankstellen
Nach aktuellen Daten sind Benzin und Diesel zuletzt um rund drei Cent pro Liter billiger geworden. Hintergrund ist ein vorübergehender Rückgang der Ölpreise nach einer leichten Entspannung im Konflikt zwischen den USA und dem Iran. Experten gehen jedoch davon aus, dass sich Veränderungen am Ölmarkt oft nur verzögert an den Tankstellen bemerkbar machen - und die Entwicklung zudem schnell wieder drehen kann.
Folgen für Verbraucher und Wirtschaft
Für viele Menschen bleibt Tanken deshalb teuer. Nach Einschätzung der IHK treibt die Verteuerung von Kraftstoffen die Preise in vielen Wirtschaftsbereichen und belastet damit auch Verbraucher.
"Die Kraftstoffpreise haben seit Beginn des Iran-Krieges in Deutschland um rund 50 Prozent zugenommen", betonte der Präsident der IHK Chemnitz, Max Jankowsky. Betroffen seien "Wirtschafts- und Warenverkehre, Logistik, das Baugewerbe, Dienstleister aber auch viele Pendler", die weiterhin auf das Auto angewiesen seien.
Forderung nach Steuersenkungen
Um gegenzusteuern, fordern die IHK niedrigere staatliche Abgaben auf Energie. "Die Bundesregierung muss jetzt schnell die staatlichen Komponenten in den Energiepreisen senken", sagte der Präsident der IHK Dresden, Andreas Sperl. Konkret gehe es um geringere Steuern auf Kraftstoffe sowie Strom, um den Preisschock zumindest abzufedern.
Auch aus Leipzig kommt der Appell nach einem schnellen Eingreifen. "Die Lage ist mehr als dramatisch", sagte IHK-Präsident Kristian Kirpal. Ohne rasche Maßnahmen drohten dauerhaft hohe Transportkosten, zusätzlicher Inflationsdruck und eine weitere Schwächung des Standorts.