Acrylamid Erste Acrylamid-Vorschriften bei Pommes

Gaststätten und Imbisse dürfen Pommes frites wegen des Krebs erregenden Stoffes Acrylamid künftig nur bei höchstens 175 Grad frittieren.

Gaststätten und Imbisse dürfen Pommes frites wegen des Krebs erregenden Stoffes Acrylamid künftig nur bei höchstens 175 Grad frittieren. Im Kampf gegen Acrylamid in Lebensmitteln hätten sich Bund und Länder auf erste konkrete Vorschriften geeinigt, sagte Verbraucherministerin Renate Künast (Grüne) in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. Diese würden von den Ländern nun zügig umgesetzt und von den Behörden kontrolliert. Bei Verstößen drohen Sanktionen.

Künast appellierte an die Verbraucher, auch in der eigenen Küche durch niedrigere Temperaturen beim Backen und Braten die Acrylamid- Belastung zu verringern. Zugleich betonte sie: «Ein Bratkartoffel- Verbotsgesetz wird es auch künftig nicht geben.» Bei der Knäckebrot- Produktion einigten sich Bund und Länder ebenfalls auf eine erste Regelung. Demnach dürfen bei der Herstellung künftig keine Brotkrumen mehr auf die Oberfläche der Knäckebrot-Scheiben gestreut werden. Dadurch wird der Acrylamid-Anteil deutlich gesenkt.

Acrylamid entsteht beim Backen, Rösten und Braten stärkehaltiger Lebensmittel. Bei Untersuchungen in den vergangenen Monaten fanden Prüfer extrem hohe Acrylamid-Werte in Pommes frites, Kartoffelchips und Knäckebrot. Besonders zur Weihnachtszeit beliebte Produkte wie Spekulatius und Lebkuchen waren teils hoch belastet. Im Tierversuch wirkt Acrylamid Krebs auslösend und Erbgut schädigend.

Bei anderen betroffenen Lebensmitteln sei der Stand der Forschung noch nicht so weit, dass verbindliche Herstellungsverfahren für die Industrie vereinbart werden könnten, sagte Künast. Das sei später aber vorgesehen. Seit Sommer läuft die so genannte Minimierungsstrategie von Bund und Ländern. Damit sollen Acrylamid- Konzentrationen schrittweise auf das technisch mögliche Niveau reduziert werden. Erfolge gab es bislang bei Chips und Knäckebrot, wo die Acrylamid-Werte durch veränderte Produktionsprozesse teils deutlich gesenkt werden konnten.


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