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Bei WHO-Videokonferenz "Can you hear me now?" Staatschefs kämpfen mit der Technik – Merkel verspricht Impfstoff-Hilfen

Emmanuel Macron
Emmanuel Macron (r) spricht mit Tedros Adhanom Ghebreyesus, Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation (WHO), und weiteren Führungspersönlichkeiten während einer Videokonferenz im Elysee-Palast.
© Christophe Ena / AP / DPA
Angela Merkel hat zu einer internationalen Entwicklung eines Impfstoffs gegen Covid-19 aufgerufen. Auf einer Videokonferenz nicht ohne Pannen mit weiteren Staats- und Regierungschefs versprach die Bundeskanzlerin, dass sich Deutschland finanziell beteilige.

Eine Live-Video-Konferenz mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und Staatschefs und anderen Führungsspitzen aus aller Welt – auch da geht wie bei vielen virtuellen Konferenzen in diesen Zeiten nicht alles glatt. So war es am Freitag, als die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bei einer hochkarätigen "Zoom"-Konferenz eine weltweite Kooperation für die Forschung an Wirkstoffen gegen das Coronavirus ankündigte. Die "Zoom"-Software stand zweitweise wegen Sicherheitsmängeln in der Kritik.  

Bei Bill und Melinda Gates fiel der Ton aus

Bei Merkel war es das Mikrofon. "Can you hear me now?" (können Sie mich nun hören?), fragte sie bei anfänglichen Audio-Problemen, bevor sie den Live-Auftritt dann routiniert abspulte. Der französische Präsident Emmanuel Macron kam weniger souverän rüber: die Leinwand hinter ihm hing etwas schief, er gestikulierte stark und schien dabei mehrfach fast in den Bildschirm zu boxen. Ein arabischer Politiker war ewig auf dem Bildschirm eingefroren, bei Melinda Gates von der Gates-Stiftung war Lippenlesen gefragt - der Ton fiel gänzlich aus. "Könnt ihr mal die Stummschaltung aufheben?", fragte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus an anderer Stelle und versuchte persönlich, über technische Hürden zu helfen.

Als dann aber alles halbwegs lief, schritten die Staats- und Regierungschefs zur Tat. Besser gesagt zur Schatulle und versprachen, sie zu öffnen. So sagte Merkel, dass bei Erforschung und Herstellung eines Impfstoffs "eine ziemlich beachtliche finanzielle Lücke" von rund acht Milliarden Euro zu schließen sei. "Deshalb möchte ich alle aufrufen, egal ob aus der Politik oder der Wirtschaft, die in der Lage sind, uns zu unterstützen, diese Lücke von acht Milliarden Euro zu schließen." Deutschland werde sich mit einem "substanziellen Beitrag" beteiligen, sagte Merkel. "Wir werden das Virus nur besiegen, wenn wir unsere Kräfte bündeln und eine schlagkräftige Allianz bilden", sagte sie weiter.

Impfstoff müsse "globales öffentliches Gut" sein

Die Entwicklung eines Impfstoffs sowie von Therapeutika und Diagnosemethoden sei "zentral", sagte Merkel. Ein künftiger Impfstoff müsse ein "globales öffentliches Gut" sein und "in alle Teile der Welt" verteilt werden, sagte sie. "Das wird eine große Kraftanstrengung sein, wenn wir den Impfstoff haben." Sie rief dazu auf, "dieses so große globale Ziel mit zu unterstützen. Es zeigt sich hier, ob wir wirklich miteinander zusammenarbeiten können zum Wohle vieler, vieler Millionen Menschen".

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat für den 4. Mai eine internationale Online-Geberkonferenz für die Erforschung eines Impfstoffs einberufen. Bislang gibt es keinen Impfstoff gegen das Coronavirus Sars-Cov-2. In vielen Ländern wird dazu intensiv geforscht. Experten schätzen, dass die Entwicklung eines einsatzfähigen Impfstoffs etwa 18 Monate dauern wird.

nik/AFP

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