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Pandemiebekämpfung Gesundheitssystem vor dem Kollaps: Mediziner-Verbände fordern Impfpflicht und Kontaktbeschränkungen

Das Coronavirus breitet sich aus - Intensivpatienten müssen verlegt werden
Eine Corona-Intensivpatienten aus Thüringen kommt per Hubschrauber an einem Krankenhaus in Hildesheim (Niedersachsen) an
© Julian Stratenschulte / DPA
Die Verbreitung des Coronavirus bringt Krankenhäuser vielerlorts an ihre Grenzen. Inzwischen werden Intensivpatienten in andere Bundesländer verlegt. Nun warnen Virologen und Immunologen gemeinsam vor einem Kollaps des Gesundheitssystems.

Angesichts der Corona-Lage hat die Hamburger Sozialsenatorin Melanie Leonhard (SPD) die Krankenhäuser in der Hansestadt angewiesen, planbare Operationen abzusagen, um auch weiterhin freie Kapazitäten auf den Intensivstationen zu sichern.

Damit deutet sich an, was Mediziner schon befürchten: Die Verbände der Virologen und der Immunologen warnen in einem eindringlichen, gemeinsamen Appell vor einem Zusammenbruch der Krankenhausversorgung in Deutschland angesichts der Corona-Pandemie. "Sollte es nicht gelingen, die Anzahl der Infektionen rigoros zu reduzieren, wird ein Kollabieren des stationären Gesundheitssystems nicht zu verhindern sein", heißt es in dem gemeinsamen Text. Unter anderem fordern die Medizinerinnen und Mediziner "umfassende Kontaktbeschränkungen".

"Die Gesellschaft für Virologie und die Deutsche Gesellschaft für Immunologie sind gemeinsam mit der Leopoldina der Auffassung, dass unter sorgfältiger Abwägung aller gesellschaftlicher Werte sofortige konsequente Maßnahmen notwendig sind, um Bürgerinnen und Bürger in Deutschland vor schweren Folgen der Pandemie und einer Eskalation der aktuellen Infektionswelle zu bewahren", heißt es in der Erklärung weiter. "Die vierte Welle der Coronavirus-Pandemie stellt Deutschland erneut vor eine große Herausforderung, die konsequentes und schnelles Handeln erforderlich macht."

Gesellschaften fordern Corona-Impfpflicht

Konkret fordern die Gesellschaft für Virologie (GfV) und die Deutsche Gesellschaft für Immunologie (DGfI) neben weitgehenden Kontaktbeschränkungen auch "die Erhöhung der Impfquote gegebenenfalls durch Einführung einer Impfpflicht sowie eine konsequente Auffrischungsimpfung". Übergeordnetes Ziel müsse es sein, "die Zahl der Infektionen und damit die der Hospitalisierungen soweit zu reduzieren, dass in den Krankenhäusern eine regelhafte Krankenversorgung und Durchführung elektiver – also zeitlich verschiebbarer – Eingriffe uneingeschränkt möglich ist".

Besonderes Augenmerk verlangen die Expertinnen und Experten für die Lage von Kindern und Jugendlichen. "Hierbei ist zu betonen, dass Schließungen von Schulen und Kitas aufgrund der Konsequenzen für die Kinder, Familien und Gesellschaft möglichst zu vermeiden sind", heißt es in dem Text. Stattdessen sollten zunächst andere Maßnahmen wie das Tragen von FFP2 Masken, Testen, und gegebenenfalls Impfungen konsequent umgesetzt werden. Auch wird an die Verantwortung der Erwachsenen appelliert, "sich und andere durch eigenes Impfen vor Schaden zu schützen".

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Tests weisen wohl auch Omikron-Variante nach

Zur aktuell sich ausbreitenden Omikron-Variante des Coronavirus heißt es, "nach derzeitigem Kenntnisstand" würden die gängigen PCR-Verfahren für deren Nachweis funktionieren. "Auch Antigenschnelltests sollten geeignet sein", heißt es weiter. In welchem Umfang dies gelte, werde aber noch überprüft.

"PCR-basierte Verfahren zur zeitnahen Detektion der Variante sollten möglichst flächendeckend eingesetzt werden, um eine schnelle Kontaktnachverfolgung und Quarantäne infizierter Personen zu ermöglichen", fordern die Virologinnen und Virologen. Auch weitere Forschungsfragen in Verbindung mit Omikron müssten unverzüglich geklärt werden, vor allem hinsichtlich "der Wirksamkeit der bisher verwandten Impfstoffe".

tkr AFP

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