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Diagnose: Forscher entwickeln Bluttest für Alzheimer

Es ist ein bedeutender Teilerfolg in der Alzheimer-Forschung: Ein internationales Wissenschaftlerteam hat einen Bluttest für die Demenzerkrankung entwickelt. Mit seiner Hilfe kann die Krankheit vorzeitig erkannt und Patienten entsprechend behandelt werden.

In Zukunft könnte eine simple Blutabnahme für die Diagnose von Alzheimer ausreichen

In Zukunft könnte eine simple Blutabnahme für die Diagnose von Alzheimer ausreichen

Eiweiße im Blut können eine Alzheimererkrankung anzeigen, auch wenn die Symptome der Krankheit noch nicht eindeutig zutage treten. Das hat ein internationales Forscherteam bei Analysen des Blutes von Alzheimerpatienten herausgefunden. Demnach verändert sich bei Alzheimer die Konzentration von 18 Eiweißen im Blut. Da diese Veränderungen schon sehr früh auftreten, könne so auch eine spätere Alzheimererkrankung vorhergesagt werden, schreiben die Forscher um Tony Wyss-Coray von der Stanford-Universität im Fachmagazin "Nature Medicine".

Die Trefferquote liegt bei 90 Prozent

Die Wissenschaftler untersuchten Blutproben von 40 Alzheimerpatienten und ebenso vielen gesunden Probanden und maßen die Menge von 120 Bluteiweißen. Dabei fanden sie 18 Moleküle, die bei den Alzheimerpatienten in anderer Konzentration vorlagen als bei den gesunden Versuchsteilnehmern. Anschließend bestimmten die Forscher die Konzentration der Eiweiße im Blut weiterer 80 Versuchsteilnehmer, ohne vorher zu wissen, ob diese an Alzheimer erkrankt waren. Dabei konnten sie 90 Prozent der Alzheimer-Patienten mit Hilfe ihres Bluttests als solche identifizieren, schreiben die Wissenschaftler.

Zusätzlich verwendeten die Forscher Blutproben aus früheren Studien an Patienten, die zum Zeitpunkt der Blutabnahme nur an leichten Einschränkungen des Gedächtnisses gelitten hatten. Von den 22 Patienten, die in den darauffolgenden Jahren an Alzheimer erkrankten, zeigten 20 bereits die Eiweißveränderungen im Blut, als ihre geistige Leistungsfähigkeit erst leicht eingeschränkt war. Mit Hilfe ihres Tests könne bei Patienten mit leichten kognitiven Beeinträchtigungen vorausgesagt werden, ob es sich dabei bereits um die ersten Anzeichen einer Alzheimererkrankung handelt, erklären die Wissenschaftler. Damit könnten solche Patienten bereits in einem frühen Stadium behandelt werden.

Die 18 Bluteiweiße sind wichtig für das Immunsystem und die Blutbildung, erklären die Forscher. Diese Systeme seien somit schon zu einem frühen Zeitpunkt der Krankheit verändert. Das decke sich mit früheren Studien, die bereits auf eine Beteiligung des Immunsystems und der für die Blutbildung wichtigen Signalwege hingewiesen hatten.

www.marum.de

DDP / DDP
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