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Dioxin-Skandal Gerne "Bio", aber bitte billig


"Bio" darf es sein, nur kosten sollte es nichts: Als Folge des Futtermittel-Skandals geht der Trend in Deutschland wieder Richtung Bioprodukte, das hat das Meinungsforschungsinstitut Yougov jetzt ermittelt. Nur 43 Prozent der Deutschen sind jedoch bereit, dafür auch mehr Geld auszugeben.

Angesichts des Skandals um Dioxin in Tierfutter wollen viele Deutsche einer Umfrage zufolge zwar mehr Bioprodukte kaufen, dafür aber nicht mehr Geld ausgeben. 48 Prozent der Verbraucher würden Produkte mit kontrolliertem Bio-Siegel bevorzugen, das hat das Meinungsforschungsinstitutes Yougov bei einer Befragung im Auftrag der "Bild"-Zeitung herausgefunden. Allerdings seien nur 43 Prozent bereit, mehr Geld für ihre täglichen Einkäufe zu bezahlen. 45 Prozent der Befragten sagten wiederum, sie wollten nicht mehr Bioprodukte kaufen, und 47 Prozent sind auch nicht bereit, mehr für Lebensmittel zu bezahlen.

Der Futterfett-Lieferant Harles und Jentzsch hatte tonnenweise mit Dioxin vergiftetes Fett an zahlreiche Futtermittel-Hersteller geliefert . Deren Lieferungen gingen wiederum an tausende Mastbetriebe und Bauernhöfe. Derzeit sind bundesweit noch knapp 500 Betriebe wegen des Dioxinskandals gesperrt, wie Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) am Mittwoch im ZDF-"Morgenmagazin" sagte. Sie werden weiterhin auf eine mögliche Belastung getestet. Aigner betonte, dass "ganz klar nichts rausgeht aus Betrieben, die belastet sind". Die Sperrungen würden erst wieder aufgehoben, wenn die Unbedenklichkeit nachgewiesen ist. Bislang wurde Dioxin in Eiern nachgewiesen sowie in Legehennen, die nicht zum Verkehr vorgesehen waren. Am Dienstag entdeckten Kontrolleure dann erstmals auch Dioxin in Schweinefleisch. Womöglich ist belastetes Fleisch sogar in den Handel gekommen.

ins/DPA DPA

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