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Ebola-Epidemie in Westafrika: USA lehnen Einsatz von Serum als voreilig ab

US-Präsident Barack Obama will das Serum gegen Ebola in Afrika noch nicht zum Einsatz bringen. Die Wirkung müsse erst weiter getestet werden. Der infizierte Spanier ist derweil bei Madrid gelandet.

US-Präsident Barack Obama hat Hoffnungen in Westafrika auf ein experimentelles Serum gegen die Ebola-Epidemie gedämpft: Der Einsatz des Medikaments ZMapp in Afrika wäre "voreilig". Es gebe noch keine ausreichenden Informationen über seine Wirkung, sagte der US-Präsident. Angesichts der mittlerweile mehr als 900 Ebola-Toten in Afrika hatte Nigerias Gesundheitsminister Onyebuchi Chukwu erklärt, er sei in Kontakt mit den US-Behörden, um über eine mögliche Lieferung des Serums zu beraten.

Nun sagte Obama, es sei noch zu früh, um genaue Aussagen über den Wirkstoff zu treffen. "Wir müssen uns von der Wissenschaft leiten lassen", antwortete er auf die Frage, ob das Mittel mehr Menschen verfügbar gemacht werden sollte.

Die zwei Ebola-Patienten aus den USA waren anscheinend erfolgreich mit dem Mittel ZMapp behandelt worden. Nach dem Arzt Kent Brantly zeigte auch die zweite Patientin "ermutigende Zeichen".

Infizierter Spanier soll in Madrid behandelt werden

Die spanische Regierung hat derweil erstmals einen Ebola-Infizierten nach Europa gebracht. Der Spanier landete auf dem Luftwaffenstützpunkt Torrejón de Ardoz bei Madrid. Wie das Verteidigungsministerium mitteilte, befand sich neben dem erkrankten Geistlichen Miguel Pajares auch eine spanische Nonne an Bord, bei der aber bisher keine Ebola-Infektion festgestellt worden war. Spanien ist nach den USA der zweite westliche Staat, der einen mit Ebola infizierten Staatsbürger heimgeholt hat. Der Geistliche und die Nonne sollten in einem Madrider Krankenhaus unter strengsten Sicherheits- und Quarantäne-Vorkehrungen behandelt werden.

Liberia hat wegen der Epidemie den Notstand ausgerufen. Die Sicherheit des Landes sei ernsthaft in Gefahr, sagte Liberias Präsidentin Ellen Johnson-Sirleaf. Der Notstand gilt demnach für 90 Tage. Die Regierung könne - wenn die Lage dies erfordere - auch Rechte außer Kraft setzen, so die Politikerin. Die rasche Ausbreitung des tödlichen Virus erfordere "außerordentliche Maßnahmen, um das Überleben des Staates sicherzustellen."

Äzte und Krankenhäuser sind in Westafrika mit der Viruserkrankung überfordert. Von den Gesundheitsbehörden der bislang betroffenen Länder Guinea, Liberia, Sierra Leone und Nigeria wurden bereits mehr als 1600 Fälle von Ebola oder Ebola-Verdacht gemeldet.

car/DPA/AFP / DPA

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