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Patient in Texas: Ebola-Kranker hatte Kontakt mit mehreren Kindern

Nach dem ersten Ebola-Fall in den USA stehen mehrere Kinder unter Beobachtung, mit denen der Patient Kontakt hatte. Wie jetzt bekannt wurde, hatte eine Klinik den Mann zunächst nach Hause geschickt.

Der Ebola-Patient in Texas hat nach offiziellen Angaben in den USA Kontakt mit mehreren Kindern gehabt. Fünf Kinder aus vier verschiedenen Schulen seien mit dem Infizierten vor dessen Einweisung auf eine Isolierstation in Kontakt gekommen, teilte die Schulbehörde des amerikanischen Bundesstaates mit. Die Kinder seien unter Beobachtung gestellt worden, zeigten bislang aber keine Symptome.

Es ist der erste Fall seit Beginn der aktuellen Epidemie, bei dem ein Mensch sich in Afrika mit Ebola infizierte und dann außerhalb des Kontinents erkrankte. Der Mann war vor etwa zehn Tagen aus dem westafrikanischen Liberia in die USA geflogen. Das Virus sei in einem Labor zweifelsfrei nachgewiesen worden, sagte der Leiter der US-Gesundheitsbehörde CDC, Thomas Frieden. Insgesamt seien 18 Menschen bekannt, die mit dem Patienten in Berührung gekommen sein könnten.

Klinik schickte Ebola-Patienten nach Hause

Unterdessen mehrt sich in den USA Kritik am Vorgehen des Texas Health Presbyterian Krankenhauses in Dallas, wo der schwer erkrankte Patient behandelt wird. Er hatte sich erstmals am 26. September mit Symptomen dorthin begeben, war aber zunächst nicht auf Ebola hin untersucht und mit Medikamenten wieder nach Hause geschickt worden. Erst zwei Tage später kam er erneut ins Krankenhaus und wurde dann positiv auf Ebola getestet.

Im Flugzeug ist von dem Patienten nach Einschätzung des Hamburger Virusexperten Jonas Schmidt-Chanasit noch keine Ansteckungsgefahr ausgegangen. "Der Mann war nicht erkrankt, als er im Flieger war. Da ist das Risiko null", sagte der Leiter der Virusdiagnostik des Bernhard-Nocht-Instituts für Tropenmedizin. Mitreisende könnten sich nur bei erkrankten Personen infizieren, die Fieber haben oder andere Beschwerden zeigten. Durch den internationalen Flugverkehr sei es möglich, "dass mal so ein Fall nach Deutschland importiert wird". "Es wird aber niemals bei uns zu so einem Ausbruch kommen wie in Westafrika. Unser Gesundheitssystem und unsere kulturellen Voraussetzungen sind ganz andere."

Kanada spendet 1500 Dosen Impfstoff

Mindestens 1500 Dosen eines experimentellen Ebola-Impfstoffes sollen Anfang 2015 für medizinisches Personal und andere Helfer in Westafrika eingesetzt werden. Dies gab die Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Mittwoch bekannt. Kanada spendete der Genfer UN-Behörde die Substanz, die erstmals in den kommenden Tagen in den USA an gesunden Probanden getestet werden soll. Tests mit einem zweiten erfolgversprechenden Impfstoff laufen bereits seit September in den USA und Großbritannien.

Erkenntnisse zu Sicherheit, Wirkung und Dosierung sollen nach dem Plan der WHO bis Jahresende vorliegen. Für Januar oder Februar sind dann breitere Tests in Westafrika geplant. Eine WHO-Sprecherin erklärte, dass in bisher vom Virus verschonten Ländern Probanden aus der Bevölkerung den Impfstoff bekommen sollen, während in den betroffenen Ländern Helfer an den Versuchen teilnehmen. Die 1500 Dosen sollen unabhängig von den Tests an Helfer verabreicht werden, stellte sie klar.

"Nichts darf diese Arbeit aufhalten", fasste die WHO die Meinung von Impfexperten zusammen, die sich im Auftrag der UN-Agentur in dieser Woche zu der Entwicklung von Impfstoffen beraten hatten. Die Experten warnten aber, dass die Skepsis gegenüber westlicher Medizin und die Kühlung der Impfstoffe Probleme bereiten könnten. Bislang sind laut den neuesten Zahlen der WHO an dem Virus in Guinea, Liberia und Sierra Leone rund 7200 Menschen erkrankt und 3300 gestorben.

mad/DPA / DPA

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