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Entwicklung: Mehr Bewegung für Kleinkinder

Babyschalen und Kinderwagen sind praktisch - für Eltern. Kindern kann es aber sogar schaden, wenn sie dauerhaft liegen oder sitzen und damit zu wenig Bewegung bekommen.

Kleinkinder werden nach Expertenansicht von ihren Eltern zu wenig zur Bewegung animiert. Statt im Kinderwagen oder in Babyschalen angeschnallt zu liegen, sollten sie häufiger frei auf dem Boden robben, rollen und krabbeln können, sagte die Sportwissenschaftlerin und Sozialpädagogin Prof. Renate Zimmer von der Universität Osnabrück.

"Laufstall ist wahres Paradies"

Bereits in diesem frühen Alter werde die Grundlage für spätere Bewegungsfähigkeiten gelegt. "War der Laufstall vor Jahren noch verpönt, ist er heute in Zeiten starker Bewegungsverarmung bei Kindern ein wahres Paradies", sagte Zimmer zum Beginn des 4. Kongresses "Kindheit in Bewegung" mit 2500 Teilnehmern. "Viele Eltern wissen einfach nicht, welche wichtigen Bewegungserfahrungen sie Kleinkindern etwa mit den Babyschalen vorenthalten", sagte Zimmer. Diese mangelnden Fähigkeiten könnten später kaum noch aufgeholt werden.

Bewegung wirkt sich auf Bildung aus

Zugleich kritisierte sie die aktuelle Bildungsdiskussion in Deutschland, die sich nahezu ausschließlich um die so genannten harten Fächer wie Mathematik, Deutsch und Fremdsprachen drehe. "Weiche Fächer" wie Sport würden vernachlässigt, obwohl Bewegung und Gesundheit Grundlage für effektives Lernen sei. Mit Vorträgen und Workshops wollen die Veranstalter auf dem Kongress noch bis Samstag (22. März) Erziehern und Lehrern neue Methode und Ideen für die Bewegungserziehung an die Hand geben.

DPA
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