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Epidemie: SARS

Das Schwere Akute Atemwegssyndrom SARS ist nach bisherigen Erkenntnissen erstmals im vergangenen November in China aufgetreten. Seit Ende Februar breitet sich die Lungenkrankheit weltweit aus. Fragen und Antworten zu der rätselhaften Krankheit.

Was ist SARS und welche Symptome gibt es?

SARS ist eine neue Infektionskrankheit der Atemwege. Sie beginnt laut Robert Koch-Institut meist mit Fieber über 38 Grad Celsius und Atembeschwerden wie Husten, Atemnot oder Kurzatmigkeit. Zusätzlich können Hals-, Muskel- und Kopfschmerzen sowie Übelkeit oder Durchfall auftreten. War der Erkrankte zudem noch in den vergangenen zehn Tagen in Ländern mit hoher SARS-Rate oder hatte Kontakt zu SARS-Erkrankten, gilt er als Verdachtsfall. Zeigt das Röntgenbild eine Lungenentzündung oder hat der Patient akute Atemnot, dann gilt er als "wahrscheinlicher Verdachtsfall". Die Inkubationszeit beträgt nach bisherigen Erfahrungen zwei bis zehn Tage.

Wie wird SARS übertragen?

SARS wird vor allem in Tröpfchen beim Husten und Niesen übertragen und wahrscheinlich nur nach Ausbruch der Symptome. Das Robert Koch- Institut geht davon aus, dass die Übertragung über Tröpfchen bis zu einem Abstand von 2 Metern geschehen kann.

Als wahrscheinliche Erreger gelten Coronaviren, vielleicht im Zusammenhang mit weiteren Auslösern. Coronaviren sind laut Hamburger Tropeninstitut an der Luft nicht sehr stabil, eine Ausbreitung beispielsweise über Klimaanlangen sei daher nicht sehr wahrscheinlich. Über geringe Entfernungen hält die WHO jedoch auch eine Verbreitung über die Luft, Wasser oder das Abwassersystem für möglich. Coronaviren wurden auch im Stuhl von Erkrankten gefunden. Daher untersuchen Mediziner, ob sich das Virus auch über Schmierinfektion überträgt.

Schützen kann man sich in den betreffenden Ländern mit Atemmaske, eventuell Schutzbrille und dem Waschen der Hände. Zudem sollte man Menschenansammlungen meiden.

Wer ist gefährdet?

Bislang haben sich vor allem Menschen mit sehr engem Kontakt zu SARS-Erkrankten infiziert, wie Pflegepersonal in Kliniken oder Angehörige. Die Gründe über die Schwere des Infektionsverlaufs werden untersucht. Nach Auskunft des Frankfurter Virologen Hans Wilhelm Doerr könnten genetische Veranlagung, Fitness und Ernährung eine Rolle spielen. Etwa vier Prozent der Erkrankten sterben.

Welche Gefahr besteht in Deutschland?

Die Ansteckungsgefahr in Deutschland ist nach Medizineraussagen äußerst gering. Bislang ist keine Übertragung innerhalb des Landes bekannt. Angesichts der Sicherheitsmaßnahmen hält das Hamburger Tropeninstitut eine größere Ausbreitung innerhalb Deutschlands für nicht sehr wahrscheinlich. Bislang ist demnach trotz der abflauenden Grippewelle eine Ansteckung mit Grippeviren wesentlich wahrscheinlicher.

Welche Regionen sind gefährlich?

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat eine Reisewarnung für Hongkong und die südchinesische Provinz Guangdong ausgesprochen. Übertragungen innerhalb eines Landes meldete die WHO bislang aus Kanada, Singapur, China (Peking, Hongkong, Shanxi, Guangdong, Taiwan) und Vietnam. In Kanada traten die Fälle in der Region um Toronto auf, in Vietnam in der Hauptstadt Hanoi. Eine Reise in die entsprechende Regionen sollte nach Angaben des Auswärtigen Amtes sehr sorgfältig abgewogen werden.

Was wirkt gegen die Krankheit?

Gegen SARS gibt es bislang weder eine Impfung noch ein Medikament. Ärzte können nur versuchen, den Allgemeinzustand der Patienten zu verbessern. Manche geben Antibiotika gegen mögliche zusätzliche Bakterieninfektionen. Derzeit prüfen Mediziner, ob bekannte Anti- Viren-Medikamente wie Ribavirin gegen SARS wirken. Einen neuen Wirkstoff zu entwickeln und zu testen, dauert gewöhnlich mehrere Jahre.

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