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Gefährlicher Ehec-Keim: Frau an Durchfall-Erreger gestorben

Der jüngste Ausbruch des gefährlichen Durchfallkeims EHEC hat mindestens ein Todesopfer gefordert. Eine an dem Erreger erkrankte 83-jährige Frau ist im Kreis Diepholz gestorben. Der Erreger breitet sich seit einigen Tagen ungewöhnlich stark in Deutschland aus.

In Niedersachsen ist eine mit dem gefährlichen EHEC-Erreger infizierte Frau gestorben. Die 83-Jährige aus dem Landkreis Diepholz starb dem niedersächsische Gesundheitsministerium zufolge am Samstag. Sie war seit dem 15. Mai wegen eines blutigen Durchfalls stationär behandelt worden. Die Frau sei im Labor positiv auf eine EHEC-Infektion getestet worden. Die Ermittlungen des Gesundheitsamtes Diepholz zu den näheren Todesumständen laufen noch.

Das Darmbakterium kursiert vor allem in Norddeutschland. Die Zahl der EHEC-Verdachtsfälle hatte sich in Schleswig-Holstein innerhalb eines Tages auf über 200 mehr als verdoppelt, berichtete das Gesundheitsministerium in Kiel. Bis Montagnachmittag waren rund 90 Fälle gemeldet worden. Die Ausbreitung werde als alarmierend eingeschätzt, weil die Erkrankungen auffällig oft einen schweren Verlauf mit Nierenversagen nehmen, hieß es.

"Diese Entwicklung übersteigt jedes historische Maß", sagte der Mikrobiologe Prof. Werner Solbach vom Universitätsklinikum Schleswig-Holstein. Landesgesundheitsminister Heiner Garg (FDP) betonte, dass die Situation sehr ernst genommen werde, aber kein Grund zur Panik bestehe. Der lebensgefährliche Darmkeim breitet sich vor allem in Norddeutschland immer weiter aus. Experten suchen fieberhaft nach dem Auslöser für die Seuche. Die südlichen Bundesländer blieben bisher weitgehend von EHEC-Keimen verschont.

DPA/Reuters / DPA / Reuters

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