HOME

Genfood: Große Discount-Ketten bleiben bei Genfood

Die Supermarktketten Aldi, Metro und Tengelmann wollen nach Angaben der Umweltschutzorganisation Greenpeace nicht auf Lebensmittel aus genmanipulierten Pflanzen verzichten.

Die Supermarktketten Aldi, Metro und Tengelmann wollen nach Angaben der Umweltschutzorganisation Greenpeace nicht auf Lebensmittel aus genmanipulierten Pflanzen verzichten. Das hat eine Umfrage unter großen deutschen Handelsketten und Lebensmittelfirmen ergeben, die Greenpeace am Dienstag in Hamburg vorstellte. Edeka, Lidl, Rewe und Walmart dagegen hätten zugesichert, entweder keine genveränderten Lebensmittel anzubieten, oder zur Zeit an diesem Ziel zu arbeiten.

In den USA werden gentechnische Pflanzen im großen Stil angebaut

Die Ergebnisse der Umfrage beruhen auf den Angaben der Firmen. "Jetzt kann jeder Konsument seine persönliche Einkaufsentscheidung treffen", sagte Corinna Hölzel, die bei Greenpeace die Untersuchung betreut hatte. Insgesamt seien 216 Handelsfirmen oder Lebensmittelhersteller gefragt worden. Davon hätten 170 zugesichert, keine Zutaten aus genmanipulierten Organismen zu verwenden.

"Genfood ist nicht sicher, gefährdet die Umwelt und steht für eine falsche Landwirtschaft", fasste Greenpeace-Fachmann Henning Strodthoff die Kritik an den veränderten Zutaten zusammen. Vor allem in den USA werden im großen Stil gentechnisch veränderte Pflanzen angebaut, etwa Soja und Mais, deren Anbau mehr Ertrag verspricht als klassische Zuchtlinien.

Die Mehrheit der Verbraucher lehnt Genfood ab

Hölzel wies darauf hin, dass 70 Prozent der Verbraucher Gentechnik in ihrem Essen ablehnen. Sie kündigte an, zusammen mit rund 30.000 Verbrauchern der Greenpeace-Initiative Einkaufsnetz weiterhin über Briefe, Emails und Fragen Druck auf die Handelsketten auszuüben, um auf Genfood zu verzichten.

Ohne genveränderte Lebensmittel arbeiten laut Greenpeace unter anderem: Barilla, Birkel, Coca-Cola, Frosta, Haribo, Hipp, Kamps, Katjes, Kelloggs, Kraft, Nestle, Pepsi, Unilever und Zott. Abgelehnt haben die Zusage unter anderem Herbalife, Kühne, Piasten und Kattus. Die Liste wird im Internet ständig erneuert.

www.greenpeace.de/Einkaufsnetz

Folgende Unternehmen machten Greenpeace gegenüber keine schriftliche Zusage, dass sie auf Zutaten verzichten, die aus gentechnisch veränderten Pflanzen hergestellt werden. Darunter sind auch Firmen gelistet, die auf die mehrfache Nachfrage von Greenpeace nicht geantwortet haben

ALDI Einkauf GmbH & Co. oHG Unternehmensgruppe ALDI-NORD, Eckenbergstr. 16, 45307 Essen ALDI Einkauf GmbH & Co. oHG Unternehmensgruppe ALDI-SÜD, Burgstr. 37-39, 45476 Mühlheim a.d. Ruhr Bakemark GmbH bib Ulmer Spatz, Mainzer Str. 152-160, 55411 Bingen Carl Kühne KG (GmbH & Co.), Schützenstr. 38, 22761 Hamburg Drews Feinkost GmbH, Grosse Elbstrasse 277 - 279, 22767 Hamburg Gewürzwerk Hermann Laue

Heinrich Hamker Lebensmittelwerke GmbH & Co. KG, Heinrich-Hamker-Str. 20, 49152 Bad Essen Herbalife International GmbH, Gräfenhäuser Str. 85, 64293 Darmstadt Kathi - Rainer Thiele GmbH, Berlinerstr.216, 06116 Halle/Saale Koopmans Backspezialitäten GmbH, Am Ruhrstein 4, 45133 Essen METRO, Schlüterstr. 41, 40235 Düsseldorf Norma Lebensmittelfilialbetrieb GmbH Co. KG, Heisterstr. 4, 90441 Nürnberg Piasten GmbH & Co. KG, Piastenstr. 1, 91301 Forchheim Schokinag GmbH, Neckarvorlandstr. 21-25, 68159 Mannheim Tengelmann Unternehmenszentrale, Landesbergerstr. 350, 80687 München Theodor Kattus GmbH, Frauenstraße 31, 82216 Maisach Vortella Lebensmittelwerk W. Vortmeyer GmbH, Postfach 1280, 32353 Oldendorf Wilhelm Goedeken GmbH, Grosse Elbstrasse 141b, 22767 Hamburg

Zugelassene Lebensmittel aus gentechnisch veränderten Rohstoffen

In der EU dürfen bislang Produkte aus vier verschiedenen gentechnisch veränderten Pflanzenarten und einem Bakterium zu Lebens- und Futtermitteln verarbeitet werden.

SOJA

: Gen-Soja landet vor allem im Tierfutter. In der EU ist nur eine Sorte zum Verkauf zugelassen: die Soja-Pflanze "Roundup ready" des US-Unternehmens Monsanto. Ein zusätzliches Gen macht die Pflanze gegen das Unkrautvernichtungsmittel "Roundup" widerstandsfähig. Dieses zerstört alle anderen Pflanzen auf dem Feld. "30 bis 100 Prozent Gen-Soja im Tierfutter sind keine Seltenheit", sagte die Gentechnik-Expertin des Bundesinstitutes für Risikobewertung, Jutta Zagon. Fleisch und Milch der Tiere müssen auch nach den neuen Regelungen nicht gekennzeichnet werden.

MAIS

: Produkte aus gentechnisch verändertem Mais sind zwar zum Verkauf in der EU zugelassen, spielen laut Zagon aber eine geringe Rolle. Die EU versorgt sich weitgehend selbst mit Mais und zwar mit Sorten, die nicht gentechnisch verändert sind. Der größte Teil des Gen-Mais landet im Tierfutter.

RAPS und BAUMWOLLE

: Raps und Baumwolle können zu Speise- und Futterölen verarbeitet werden. Analytisch sind darin weder die Gene noch die dazugehörigen Proteine aus gentechnisch veränderten Pflanzen nachweisbar. Treten die neuen EU-Regelungen in Kraft, dann müssten diese Öle dennoch gekennzeichnet werden.

BACILLUS SUBTILIS

: Aus dem gentechnisch veränderten Bakterium Bacillus subtilis wird das Vitamin B2 Riboflavin gewonnen. Es ist stark gereinigt, so dass ebenfalls weder Gene noch Proteine nachzuweisen sind. Ziel der Veränderung des Bakteriums war eine Überproduktion von Riboflavin. Bislang musste es nicht gekennzeichnet werden, das würde sich mit der neuen Regelung ändern.

Beantragt, aber noch nicht erteilt ist nach Angaben des Bundesinstitutes für Risikobewertung unter anderem die Zulassung von genveränderten Zuckerrüben. Der Antrag auf Zulassung einer Gen-Tomate sei zurückgezogen worden. Für Gen-Weizen gibt es den Institutsangaben zufolge noch keinen Antrag.

Wissenscommunity