VG-Wort Pixel

Niedersachsen Kreis Hildesheim richtet Postfach zum Melden von Corona-Verstößen ein

Rathaus und Marktplatz in Hildesheim
Rathaus und Marktplatz in Hildesheim
© Bahnmueller / Picture Alliance
Es seien organisatorische Gründe, die dazu geführt haben, ein eigenes E-Mail-Postfach für das Missachten von Corona-Regeln einzurichten, heißt es. So könne man gemeldete Verstöße bündeln.

Wenn die Bürger des Kreises Hildesheim einen Verstoß gegen die Corona-Vorschriften entdecken, steht ihnen nun eine Adresse zur Verfügung, an die sie das Vergehen berichten können. Wie der NDR berichtet, liegt ihm eine schriftliche Bestätigung für den Grund dieser Maßnahme vor. "Es seien praktische Gründe gewesen, die dazu geführt haben, das Postfach ins Leben zu rufen", heißt es darin. Es seien bereits zuvor Benachrichtigungen von Bürgern eingegangen, jedoch an unterschiedliche Stellen des Kreishauses. "Die Einrichtung der zentralen E-Mail-Adresse hat dazu beigetragen, die Informationen zu bündeln, schnell an die zuständige Stelle zu leiten und so dafür zu sorgen, dass Verstöße auch kontrolliert und geahndet werden können", zitiert der NDR das Schreiben aus Hildesheim.

Das Vorgehen stößt allerdings auf Kritik. So habe sich der niedersächsische FDP-Chef Stefan Birkner mit Bedenken geäußert. Es handele sich dabei letztlich um einen Aufruf, nach Verstößen Ausschau zu halten – so könne es zumindest in der Bevölkerung aufgefasst werden. "Ich finde das problematisch, auch, weil so etwas das soziale und gesellschaftliche Klima vergiften kann, wenn der Staat dazu aufruft, ihm Verstöße zu melden", zitiert der NDR Birkner. 

"Keine Aufforderung zum Denunzieren"

Der Landkreis Hildesheim konterte, dass es nicht darum gehe, andere anzuzeigen. "Die Einrichtung der E-Mail-Adresse war und ist definitiv keine Aufforderung zum Denunzieren", zitiert der NDR. Es sei vielmehr im Interesse aller Menschen, dass die bestehenden Regeln eingehalten würden. Deswegen seien nicht diejenigen zu verurteilen, die Regelverstöße meldeten, sondern jene, die sie nicht einhielten. Bisher seien rund 500 Mails in dem neu eingerichteten Postfach eingegangen. Die Absender hätten dort zum Beispiel die Missachtung von Teilen der AHA-Regeln oder falsche Namensangaben in den Listen der Gastronomie angezeigt.

Quelle: NDR

bal

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker