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Hirschhausens Sprechstunde: Was Placebos und Rituale gemeinsam haben

Wirkt eine Kopfschmerztablette über den Kopf? Und was passiert, wenn wir nicht an ihren Effekt glauben? Die neue Placeboforschung verursacht Eckart von Hirschhausen Schädelbrummen.

Eckart von Hirschhausen wundert sich: Placebos sollen Wirkung zeigen, selbst wenn man weiß, dass es sich nur um Schein-Medikamente handelt.

Eckart von Hirschhausen wundert sich: Placebos sollen Wirkung zeigen, selbst wenn man weiß, dass es sich nur um Schein-Medikamente handelt.

Typen wie Ted Kaptchuk sind selten. Der geniale Forscher an der Harvard Medical School in Boston hat in den USA nie Medizin studiert, dafür in Asien chinesische Medizin. Während hierzulande Politiker immer wieder gern akademische Würden vortäuschen, die sie nicht haben, sind Amerikaner stolz darauf, begabten Querdenkern zu ermöglichen, frei zu forschen. Kaptchuk revolutionierte die Placeboforschung, indem er die inhaltslosen Scheintabletten aus der Schmuddelecke der Patiententäuschung holte und sich fragte: Wirken sie wohl auch, wenn man weiß, dass es nur Placebos sind?

Er wies Menschen mit Reizdarmsyndrom an, zweimal täglich Placebos einzunehmen. Und obwohl sie darüber aufgeklärt worden waren, dass die Tabletten keinen Wirkstoff enthielten, ging es 59 Prozent der Patienten besser. Vor allem denen, die sich genau an die Anweisung gehalten und die Scheinmedikation ernst genommen hatten.

Die innere Heilkraft

Offenbar ist das Ritual, sich selbst zweimal am Tag Gutes zu wünschen, ein wesentlicher Teil der Heilung. Und vielleicht braucht es nicht einmal Tabletten dafür, sondern nur irgendein Ritual: Verbeugungen in eine bestimmte Himmelsrichtung, tiefe Atemzüge oder was immer sonst den Alltagsstrom des Bewusstseins unterbricht und uns auf Heilung fokussiert.

In seiner neuesten Studie entschlüsselte Kaptchuk die psychologischen Kräfte weiter. Er konnte zeigen, dass sich Menschen nicht nur die Wirkung eines Scheinpräparats "einreden". Man kann ihnen auch die Wirkung eines echten Medikaments ausreden! Ein Placebo, das der Patient für ein Schmerzmittel hält, wirkt gegen Migräne fast so gut wie richtige Arznei, die der Patient für ein Placebo hält. Sagen Homöopathen nicht auch, dass es in ihrer Behandlung nicht um Moleküle geht, sondern um Information?

Das wird schon!

Placebo heisst wörtlich "Ich werde gefallen". Das habe ich im Kurs über medizinische Fachsprache gelernt. Was in der Ausbildung nicht vorkommt: wie man ohne Fachsprache so kommuniziert, dass die Behandlung optimal wirken kann. Denn dafür sind die Sprache und die Bilder im Kopf des Patienten ausschlaggebend. Wobei ausschlaggebend das falsche Wort ist - es klingt so nach Hautausschlag.

Früher glaubten die Menschen so sehr an die Kraft der Worte, dass sie Bibelsprüche auf Zettel schrieben und sie sich einverleibten, indem sie den Zettel aufaßen und buchstäblich "lange darauf herumkauten".

Was passiert, wenn man statt der Tabletten einfach den Beipackzettel schluckt, hat Kaptchuk bislang noch nicht erforscht. Wahrscheinlich bekommt man alles, was draufsteht. Und wenn man zur Kontrolle einen "Placebo-Beipackzettel" schluckte? Einen Blankozettel, ganz ohne negative Nebenwirkungen, auf dem einzig und allein steht: "Das wird schon!" Da bekommt das Wort "Schein"-Medikament eine ganz neue Bedeutung.

Eckart von Hirschhausen / GesundLeben

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kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(