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Kinderfüße: Passt, wackelt und hat Luft

Krumme Zehen, schiefer Rücken - zu kleine Kinderschuhe können schmerzhafte Folgen haben. Ärzte und Hersteller wollen nun bessere Messgeräte und Modelle entwickeln.

Von Maren Wernecke

Wer jemals mit einem Kind ein Schuhgeschäft betreten hat, weiß: Passende Schuhe zu finden, ist eine Wissenschaft für sich. Zu klein, zu groß, zu weit, zu eng. Und wo Größe 27 draufsteht, ist oft nicht 27 drin. Die Krux steckt im System. Zwar gilt in Europa in der Regel das alte französische Maß von 6,6 Millimetern Differenz pro Schuhgröße. Nur: Die Hersteller müssen sich nicht an diese Norm halten. Und so fallen Treter für Groß und Klein viel unterschiedlicher aus, als die einheitlichen Zahlen an den Sohlen glauben machen wollen. Doch während Erwachsene schnell sagen können, wo der Schuh drückt, ziehen Kinder zu enge Latschen meist klaglos an. Ihre Füße sind weich, das Nervensystem ist noch nicht genügend ausgereift, um den ungesunden Druck zu realisieren.

Wozu das führen kann, zeigen Studien: Von 3000 Kindern im Alter von 2 bis 14 Jahren, die Tübinger Wissenschaftler untersuchten, trugen 48 Prozent zu kleine und 9 Prozent zu große Schuhe. Bei den 400 Grundschülern, deren Füße eine Forschungsgruppe der Universität Wien vermaß, waren sogar 74 Prozent der Schuhe zu kurz. Auf Dauer eingepferchte Füße aber wachsen nicht gesund; Bänder, Muskeln und Sehnen lernen nicht, richtig zu funktionieren. Die Folgen reichen von Krallenzehen über Knick- und Senkfüße bis zu Rückenschäden. "Knie, Hüfte, Wirbelsäule - alles kommt aus dem Lot", sagt Christian Larsen, Leiter des medizinischen Zentrums für Spiraldynamik in Zürich.

Zwölf Millimeter Spielraum

Wissenschaftler und Vertreter der Schuhbranche sind nun auf der Suche nach Lösungen für das Problem. Der österreichische Sportwissenschaftler Wieland Kinz und sein Team zum Beispiel haben ein Handmessgerät entworfen, mit dem Eltern erst die Füße ihrer Kinder und dann die Innenlänge der Schuhe messen können.

Da sich der Fuß während der Abrollbewegung verlängert, brauchen die Zehen Platz: "Mindestens zwölf Millimeter Spielraum", sagt Kinz. Plus bis zu fünf Millimeter Wachstumszugabe. Zu groß sollte ein Schuh aber auch nicht sein: Dann rutschen die Zehen auf Schritt und Tritt unsanft nach vorn und werden zusammengedrückt.

3D statt 2D

Der kleine Hamburger Hersteller Cangurino hat ganz pragmatisch reagiert und als Erster die Größen von Nummern auf Millimeter umgestellt: Auf den Schuhkartons steht nun nicht mehr 24, sondern 155; wer die Fußlänge kennt, muss nicht mehr umrechnen. Auch die Schuhkette Reno will Messung der Füße und Auszeichnung der Schuhe zur Deckung bringen - mit Hilfe von Scannern, die den Fuß von unten vermessen und so die "Echtgröße" ermitteln, die auf den Etiketten wiederzufinden ist.

Auf 2D soll demnächst 3D folgen. Reno ließ vom Universitätsklinikum Tübingen Kinderfüße vermessen und kam zu dem Schluss: Der Handel braucht Schuhe verschiedener Passformen, die über das schon existierende WMS-System (weit, mittel, schmal) hinausgehen. Denn nicht nur Länge und Weite seien verschieden. "Wir haben drei Fußtypen herausbekommen", sagt Projektleiterin Marlene Mauch. "Wir nennen sie voluminös, schlank und intermediär." Um Spannhöhe, Fersenbreite und Ballenlage in Zukunft besser berücksichtigen zu können, haben die Tübinger mit Fachleuten der TU Chemnitz ein dreidimensionales Messsystem entwickelt. Die 3D-Geräte sollen samt neu konzipierter Schuhe in etwa einem Jahr in die Läden kommen.

Am besten barfuß laufen

Einen erweiterten Ansatz verfolgt man am Institut für Sportmedizin und Prävention der Universität Potsdam. In einer bundesweiten Aktion untersuchen Wissenschaftler derzeit an insgesamt 5000 Kindern, wie sich deren Füße in Bewegung verhalten. "Bisher orientieren sich die meisten Hersteller bei der Leistenproduktion am stehenden Fuß", sagt Frank Mayer, Orthopäde und Professor für Sportmedizin. "Dabei brauchen wir Schuhe, die natürliche Geh- und Laufbewegungen so wenig wie möglich einschränken." Gemeinsam mit dem Hersteller Ricosta arbeitet Mayers Team an der Entwicklung solcher Schuhe - ab Sommer 2007 sollen sie erhältlich sein.

Wie also sieht er aus, der Schuh für gesunde Kinderfüße? Optimale Passform, klar. Außerdem aus weichem Material, damit er jeder Bewegung des Fußes folgen kann und Muskeln wie Sehnen nicht verkümmern. Das Beste aber ist sowieso: barfuß laufen. Über Wiesen, Felder oder Sand. Das regt Muskulatur und Nerven an. Und übertrifft damit jeden noch so zukunftsträchtigen Schuh.

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.
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Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.