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Migräne und Co. Stiftung Warentest: So hilfreich sind Apps gegen Kopfschmerzen

Mann fasst sich an die Stirn und hat Kopfschmerzen
Wer regelmäßig Kopfschmerzen hat, kann von einem Schmerztagebuch profitieren.
© Moyo Studio / Getty Images
Ein Kopfschmerztagebuch kann bei regelmäßiger Migräne und Co. nützlich sein. Mittlerweile gibt es dafür auch Apps. Stiftung Warentest hat acht Anwendungen geprüft.

Wer häufig unter Kopfschmerzen leidet, dem kann es helfen, ein Tagebuch über die Schmerzen zu führen. Was zunächst wie eine Bestrafung für Schmerzgeplagte klingt, kann sich als nützlich erweisen. Wenn Betroffene genauer wissen, wann und wie die Kopfschmerzen auftreten und wie der Krankheitsverlauf ist, können Ärzt:innen bessere Diagnosen stellen. Heißt: Es lässt sich besser diagnostizieren, welche Form von Kopfschmerzen man hat. Um nicht immer ein Notizbuch einstecken zu müssen, kann man so ein Kopfschmerztagebuch auch via App führen. Das hat auch den Vorteil, dass die Apps noch weitere Daten auswerten oder Hintergrundwissen zu Kopfschmerzen bieten. Stiftung Warentest hat acht Apps je in der iOS- und der Android-Variante getestet.

Das Ergebnis: ernüchternd. Keine der acht Anwendungen hat es über ein "Befriedigend" hinaus geschafft. Eine Kritik der Tester:innen ist, dass kaum Daten zur Krankheitsgeschichte erfragt werden – etwa weitere Erkrankungen, die Arbeitssituation oder die Medikation. Alles Informationen, die bei einer Diagnose helfen können. Wären diese Infos in der App gespeichert, könnten Betroffene die Daten aus der App als Gedächtnisstütze mit ins Gespräch zum Arzt oder zur Ärztin nehmen. Die meisten Apps konnten auch nicht durch Studien den Nutzen der Anwendung belegen. Stiftung Warentest sieht aber das Konzept des "Kopfschmerztagebuchs" als bewährt an.

Digitales Kopfschmerztagebuch

Die Apps funktionieren alle nach dem gleichen Muster. Zunächst werden sie mit Daten zu Kopfschmerzattacken gefüttert – Auslöser, Dauer, Symptome, eingenommene Mittel. Haben Nutzer:innen genügend Daten eingegeben, werten die Apps die Daten aus. Einige Anwendungen bieten  dann Tipps zur Entspannung oder Schmerzlinderung an.

Die beiden Apps "Kopfschmerzwissen" und "M-Sense Migräne" schneiden im Test am besten ab und verfehlen nur knapp ein "Gut". Für "Kopfschmerzwissen" müssen einmalig 35 Euro investiert werden. "M-Sense" ist kostenfrei. Die beiden Sieger überzeugen unter anderem mit breiten Hintergrundinformationen zu Kopfschmerzen. Bis April 2022 war "M-Sense Migräne" als sogenannte digitale Gesundheitsleistung gelistet. Den Status hat die App aber verloren, weil sie den nötigen Wirkungsnachweis nicht erbringen konnte (mehr über digitale Gesundheitsanwendungen lesen Sie hier)."M-Sense Migräne" beschränkt sich auf Migräne-Patient:innen. Alle anderen Apps sind für mehrere Kopfschmerzarten konzipiert. Die vier besten Apps im Test warnen Nutzer:innen davor, wenn sie in einem Monat bereits zu viel Schmerzmittel eingenommen haben. Eine Übermedikation kann negative Folgen haben.

Apps am besten mit Profi zusammen nutzen

Mit einer 4,1 bei Android und einer 4,2 bei iOS schneidet "Kopfschmerztagebuch" im Test als schlechteste App ab. Kritikpunkte: Weitergabe von Daten an Facebook, kein Hintergrundwissen und keine Warnung vor einer Übermedikation.

Stiftung Warentest empfiehlt, solche Apps in Absprache mit seinem Arzt oder seiner Ärztin zu nutzen. So können Datenanalysen sinnvoll in die Therapie eingebracht werden.

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