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Trotz Krebs stark durchs Leben

Krebsprävention: Mythen rund um Krebs - das alles sind keine Krebserreger

Ein gesunder Lebensstil kann bestimmten Krebsarten vorbeugen. Doch nicht alle Empfehlungen sind sinnvoll und basieren auf gesicherten Erkenntnissen. Unsere Strecke klärt die größten Irrtümer auf.

Krebsrisiko Kaffee? Ein Barista schüttet Milch in eine Tasse mit Kaffee

Kaffee

Erhöht Kaffee das Krebsrisiko? Die Skepsis erscheint angebracht, zumindest auf den ersten Blick: Beim Rösten der Bohnen entsteht Acrylamid, das in Tierversuchen krebserregend wirkt. Doch diese Ergebnisse sind nicht zwingend auf den Menschen übertragbar.


Zahlreiche Studien sprechen dagegen eher für einen schützenden Effekt durch Kaffee. Nach Angaben des Krebsinformationsdienstes scheint Kaffee vor Prostata- und Leberkrebs zu schützen. Die Inhaltsstoffe bremsen demnach Veränderungen des Lebergewebes, die dazu beitragen, dass Krebs entsteht. Auch auf das Entstehen von Nierenkrebs, Hautkrebs und Gebärmutterkrebs könnte Kaffee einen Einfluss haben. "Möglicherweise existiert eine solche günstige Wirkung noch für weitere Tumorarten", schreibt das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ). Weitere Forschung sei aber notwendig. 


Die Experten warnen dennoch davor, zu viel Kaffee zu trinken - wegen des enthaltenen Koffeins. Als akzeptable Menge für gesunde Erwachsene gelten bis zu vier Tassen Filterkaffee am Tag. Vor dem Trinken sollte Kaffee etwas abkühlen - zu heiße Temperaturen schaden den Schleimhäuten.

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Lässt sich Krebs mit einem gesunden Lebensstil vorbeugen? Die Antwort lautet: ja - doch das gilt nur für einen gewissen Anteil der jährlich 440.000 Krebs-Neuerkrankungen in Deutschland. Schätzungen des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) zufolge gehen 37 Prozent dieser Krebsfälle auf das Konto vermeidbarer Risikofaktoren. Rauchen macht den größten Faktor mit fast 20 Prozent aus - gefolgt von ungesunder Ernährung, Übergewicht, Bewegungsmangel, Infektionen, Alkoholkonsum und Umweltfaktoren wie Feinstaub und Passivrauchen. Der Einfluss von UV-Licht konnte aufgrund der Datenlage nicht berechnet werden. 

Was kann jeder einzelne tun, um einer Erkrankung vorzubeugen? Die Internationale Krebsforschungsagentur (IARC) benennt in ihrem Europäischen Kodex zur Krebsbekämpfung zwölf Möglichkeiten, die dabei helfen können, das Krebsrisiko zu senken. Darin heißt es unter anderem: "Rauchen Sie nicht. Verzichten Sie auf jeglichen Tabakkonsum." Oder: "Essen Sie häufig Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Obst und Gemüse." Und: "Vermeiden Sie zu viel Sonnenstrahlung, insbesondere bei Kindern. Achten Sie auf ausreichenden Sonnenschutz. Gehen Sie nicht ins Solarium."

Empfehlungen wie diese basieren auf gesicherten wissenschaftlichen Erkenntnissen und leisten einen wichtigen Beitrag zur Bekämpfung von Krebs. Doch leider verbreiten sich auch immer Halbwahrheiten und Mythen rund um die Krankheit, die zu Verunsicherung führen und die Krebsprävention untergraben können.

Wie weit Krebsmythen verbreitet sind, verdeutlicht eine Studie aus Großbritannien aus dem Jahr 2016: Über 1000 Briten wurden befragt und sollten Krebsrisikofaktoren korrekt erkennen - wie Rauchen oder Alkoholkonsum. Auf der anderen Seite sollten sie zwölf Krebsmythen als solche identifizieren, etwa Stress oder Elektrosmog. Dabei zeigte sich: Im Schnitt erkannten die Teilnehmer 53 Prozent der tatsächlichen Krebsauslöser. Dagegen wurden nur 36 Prozent der Krebsmythen als solche identifiziert. An Krebs durch Stress glaubte immerhin fast jeder zweite Teilnehmer (43 Prozent).

Quellen: Deutsches Krebsforschungszentrum / Ärzte Zeitung / Internationale Krebsforschungsagentur (IARC)

ikr
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