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Kürzere Quarantäne Bundesrat soll Lockerung der Quarantäne beschließen – Ärzteverband befürchtet mehr Neuinfektionen

Bundesrat soll verkürzte Quarantänedauer beschließen
Nicht jeder kann im Homeoffice arbeiten. Ein positiver Coronatest kann in manchen Bereichen deshalb schon mal Personalengpässe bedeuten.
© Robin Utrecht / Picture Alliance
Manche Länder haben bereits die Quarantänedauer verkürzt. Nun zieht auch Deutschland nach. Doch es besetht die Gefahr, dass die Zahl der Neuinfektionen dadurch noch stärker steigt.

Die neue Virusvariante Omikron breitet sich rasend schnell aus und gefährdet vor allem die kritische Infrastruktur. Steigen die Fallzahlen weiter, könnte es zu Personalengpässen unter anderem in Krankenhäusern kommen. Das soll vermieden werden. Aber wie? Die USA hatten den ersten Schritt gewagt und die Quarantänezeit für geimpfte Menschen reduziert. Wer gegen das Coronavirus immunisiert wurde, muss nun statt zehn nur noch fünf Tage in Quarantäne.

Ähnliches hat nun auch Deutschland entschieden. Der Bundesrat soll am Freitag hierüber entscheiden. Kontaktpersonen von Infizierten müssen dann künftig nicht mehr in Quarantäne, wenn sie eine Auffrischimpfung (Booster) haben oder frisch – das heißt innerhalb des letzten Vierteljahrs – entweder ihre zweite Impfung bekommen haben oder genesen sind.

Infektionen werden trotzdem weitergetragen

Doch es gibt Kritik an dem Beschluss. So befürchtet etwa die Ärzteorganisation Marburger Bund, dass die neuen Ausnahmen von der Quarantäne zu mehr Corona-Infektionen führen werden. Das gelte selbst dann, wenn sie sehr enge Kontaktpersonen seien, also etwa mit Infizierten zusammenlebten, erklärte die Verbandsvorsitzende der angestellten und beamteten Ärztinnen und Ärzte, Susanne Johna, am Freitag im ZDF-"Morgenmagazin". "Das sehen wir kritisch, weil wir fürchten, dass dann Infektionen weitergetragen werden."

Generell sei es aber richtig, die Quarantäne und Isolationszeiten zu verkürzen, weil die inzwischen vorherrschende Corona-Variante Omikron eine kürzere Generationszeit habe. Das bedeutet, dass die Viruslast schneller steigt, aber dann auch schneller wieder sinkt.

Kritik an Test-Regeln

Andere Experten hatten es zuvor bereits scharf kritisiert, dass Infizierte sich nach den neuen Regeln nicht nur mit einem treffgenauen PCR-Test, sondern auch mit den unsicheren Schnelltests bereits nach sieben Tagen vorzeitig aus der Quarantäne freitesten können.

Der Bundesrat will die entsprechende Musterverordnung am Morgen in einer Sondersitzung beschließen. Auf die Regeln hatten sich Bund und Länder verständigt. Die Verordnung, die am Donnerstagabend der Bundestag beschlossen hatte, muss dann von den Ländern noch in Landesrecht umgesetzt werden.

cl DPA

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