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Bekanntgabe in Stockholm Medizin-Nobelpreis geht an die Entdecker von Hepatitis-C-Virus

Bekanntgabe des Medizin-Nobelpreises in Stockholm
Der Nobelpreis für Medizin geht in diesem Jahr an Harvey J. Alter (l-r im Bildschirm, USA), Michael Houghton (Großbritannien) und Charles M. Rice (USA) für die Entdeckung des Hepatitis-C-Virus
© Claudio Bresciani / TT News Agency / AP / DPA
Am Montag hat in Stockholm die Bekanntgabe der diesjährigen Nobelpreisträger begonnen. Der Medizin-Nobelpreis geht an die drei Entdecker des Hepatitis-C-Virus. Zwei der Preisträger mussten von der Nobelversammlung sogar wachgeklingelt werden.

Der Nobelpreis für Medizin geht in diesem Jahr an Harvey J. Alter (USA), Michael Houghton (Großbritannien) und Charles M. Rice (USA) für die Entdeckung des Hepatitis-C-Virus. Das teilte das Karolinska-Institut am Montag in Stockholm mit. Dank der Entdeckungen der drei Preisträger könne Hepatitis C jetzt geheilt werden, hieß es. Sie hätten die Ursache für Fälle chronischer Hepatitis gefunden und Blutuntersuchungen sowie neue Medikamente ermöglicht, die Millionen von Menschenleben gerettet hätten.

Der Preis geht "an drei Forscher, die einen maßgeblichen Anteil am Kampf gegen die durch Blut übertragene Hepatitis geleistet haben. Die Krankheit ist ein großes globales Gesundheitsproblem, die bei Menschen rund um den Globus Zirrhose und Leberkrebs verursacht", hieß es vom Nobelkomitee.

Dank ihrer Entdeckungen seien nun hochempfindliche Bluttests für das Virus verfügbar. Damit habe "die Hepatitis nach Bluttransfusionen in vielen Teilen der Welt beseitigt" werden können. Die Entdeckung ermöglichte zudem die rasche Entwicklung antiviraler Medikamente gegen Hepatitis C, hieß es in der Erklärung weiter. "Zum ersten Mal in der Geschichte kann die Krankheit nun geheilt werden." Das wecke auch die Hoffnung auf ein Ausrotten des Virus. Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind weltweit etwa 71 Millionen Menschen und damit etwa ein Prozent der Weltbevölkerung chronisch mit Hepatitis C infiziert. 

Preisträger von Nobelversammlung wachgeklingelt

Zwei der diesjährigen Medizin-Nobelpreisträger mussten von der Nobelversammlung des Karolinska-Instituts erst wachgeklingelt werden. "Als ich sie einmal erreicht habe, waren sie extrem überrascht und wirklich glücklich und fast sprachlos", sagte Thomas Perlmann von der Nobelversammlung am Montag während der Preis-Bekanntgabe in Stockholm über den Moment, als er die beiden Amerikaner Harvey J. Alter und Charles M. Rice telefonisch erreichte und ihnen von ihrer Auszeichnung berichtete. Es habe großen Spaß gemacht, mit ihnen zu sprechen. Manchmal werden die Preisträger direkt während der Bekanntgabe angerufen, diesmal jedoch nicht.

Die höchste Auszeichnung für Mediziner ist in diesem Jahr mit zehn Millionen schwedischen Kronen (rund 950.000 Euro) dotiert, eine Million Kronen mehr als im Vorjahr.

Seit 1901 haben 219 Menschen den Medizin-Nobelpreis erhalten, darunter zwölf Frauen. Der erste ging an den deutschen Bakteriologen Emil Adolf von Behring für die Entdeckung einer Therapie gegen Diphtherie. Vor 25 Jahren bekam als erste deutsche Frau Christiane Nüsslein-Volhard diese Auszeichnung. 

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Ernennung der Träger des Physik- und des Chemie-Preises folgt

Im vergangenen Jahr erhielten William Kaelin (USA), Peter Ratcliffe (Großbritannien) und Gregg Semenza (USA) den Preis. Sie hatten entdeckt, wie Zellen den Sauerstoffgehalt wahrnehmen und sich daran anpassen.

Mit dem Medizin-Preis startete der Nobelpreis-Reigen. Am Dienstag und Mittwoch werden die Träger des Physik- und des Chemie-Preises benannt. Am Donnerstag wird bekannt gegeben, wer den diesjährigen Literatur-Nobelpreis erhält und am Freitag der Träger des diesjährigen Friedensnobelpreises. Die Reihe der Bekanntgaben endet am folgenden Montag, 12. Oktober, mit dem von der schwedischen Reichsbank gestifteten sogenannten Wirtschafts-Nobelpreis.

Die feierliche Vergabe aller Auszeichnungen findet traditionsgemäß am 10. Dezember statt, dem Todestag des Preisstifters Alfred Nobel.

Bereits am Donnerstag, 1. Oktober, waren die Träger der diesjährigen Alternativen Nobelpreise von der Right Livelihood Stiftung bekannt gegeben worden.

rw DPA AFP

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