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Mehl als Krankmacher: Aus diesem Grund sollten Sie Teig nie roh essen

Kekse, Kuchen und Brot sollten immer gebacken werden, auch wenn sie kein Ei enthalten: Das rät eine US-Gesundheitsbehörde. Tatsächlich ist der Grund alles andere als appetitlich.

Das Bild zeigt rohen Keksteig auf einem Backblech.

In rohem Teig können Keime stecken

Mal eben schnell die Schüssel mit den Teigresten auskratzen oder vom rohen Plätzchenteig naschen: Nach Angaben der U.S. Food and Drug Administration (FDA) ist das keine gute Idee. Seit letzter Woche warnt die Behörde vor dem Verzehr von rohem Teig, ganz gleich ob darin Eier enthalten sind oder nicht. Der Grund: Im Mehl können krankmachende E. coli-Keime stecken.

Dass roher Teig Bauchschmerzen und Durchfall auslösen kann, ist ein bekanntes Problem. In den meisten Fällen sind jedoch Salmonellen die Übeltäter. Die Bakterien können auf der Schale von Eiern sitzen und bei der Zubereitung des Teiges in das Lebensmittel gelangen. Einige Stunden nach dem Verzehr treten dann die unangenehmen Symptome auf: Erbrechen, Übelkeit, Kopfschmerzen und Durchfall.

Wie kommen Keime ins Mehl?

Die FDA warnt nun jedoch auch vor Bakterien im Mehl, sogenannten STEC. Dabei handelt es sich um E. coli-Bakterien, die den Stoff Shigatoxin bilden. Dutzende Personen seien in letzter Zeit an Symptomen wie Durchfall und Bauchkrämpfen erkrankt, nachdem sie rohen Teig gegessen hatten, berichtet die FDA. Als Ursache gelten Mehlprodukte der Firma "General Mills". Das Unternehmen hat bislang mehrere Millionen Pfund Mehl aus dem Handel zurückgerufen.

"Mehl, ganz gleich von welcher Marke, kann krankmachende Bakterien enthalten", warnt die US-Behörde. Verbraucher sollten sich im Klaren sein, dass es sich dabei um ein Naturprodukt handelt. "Es wird aus Körnern hergestellt, die direkt vom Feld kommen und üblicherweise nicht gegen Bakterien behandelt werden", erklärt Ernährungsexpertin Leslie Smoot von der FDA.

Der Grund für die Verunreinigung ist mitunter unappetitlich: Tiere, etwa Vögel, können auf das Getreide koten und es dadurch mit Krankheitserregern verunreinigen. Im Anschluss wird das Korn zu Mehl gemahlen. Um Keime abzutöten, müssen Lebensmittel gekocht, gebacken oder gebraten werden, schreibt die FDA. "Roher Teig wurde dagegen mit keinem dieser Schritte behandelt."

Keine Fälle in Deutschland

Auch das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) rät grundsätzlich vom Verzehr von rohem Teig ab. "Das gilt insbesondere dann, wenn rohe Eier (...) zu den Zutaten gehören", schreibt das Institut auf Anfrage.

Vergleichbare Krankheitsfälle wie die in den USA sind dem BfR nicht bekannt. In der Vergangenheit habe es in Deutschland zwar Lebensmittelinfektionen nach dem Verzehr von rohem oder nicht vollständig durcherhitztem Teig gegeben. Sie seien aber "vermutlich durch den Zusatz von rohem Ei" ausgelöst worden.

ikr

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