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Bei Demo in Berlin "Bin trotzdem an Ihrer Seite" – Gesundheitsminister Spahn von Pflegekräften ausgebuht

Sehen Sie im Video: Gesundheitsminister Spahn wird in Berlin von Pflegekräften ausgebuht.


„So wie Sie in den letzten zwei Jahren mich als Bundesminister für Gesundheit und Pflege an Ihrer Seite..." (Buhrufe) "Ich wollte ihn gerade sagen, ich bin an Ihrer Seite, wenn Sie es nicht mögen, nehme ich das mit. Ich bin trotzdem an Ihrer Seite und kämpfe weiter.“ Bundesgesundheitsminister Jens Spahn kämpfte am Mittwoch in Berlin um die Gunst von demonstrierenden Krankenhausmitarbeitern. Mit nur wenig Erfolg. "Wir tun unseren Teil. Wir finanzieren. Wir helfen mit bei guten Löhnen und Arbeitsbedingungen. Aber sie müssen bitte auch mithelfen, dass darüber geredet wird. Sonst kommt nämlich niemand, und dann wird es nicht besser. Wir müssen ab und zu auch mal drüber reden." Im Tarifstreit des Öffentlichen Dienstes setzt die Gewerkschaft Verdi ihre Warnstreiks mit Aktionen in verschiedenen Bundesländern fort. Die Beschäftigten aus den Krankenhäusern der Charité und von Vivantes waren aufgerufen, an einem Protestzug durch die Berliner Innenstadt teilzunehmen. Nachdem Spahn hauptsächlich Buhrufe zurückbekam, versuchte Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci das Ruder herumzureißen: "Ich will einen Fehler auch als Zugeständnis an das Land Berlin sagen. Das waren die fehlenden Investitionsmittel in den Krankenhäusern.Die Mittel haben gefehlt in den letzten Jahren, und was haben die Krankenhäuser gemacht, sie haben dort gespart, wo man eigentlich nie hätte sparen dürfen, bei der Pflege. Und das war eine Sünde." Die zweite Verhandlungsrunde für die rund 2,3 Millionen Tarifbeschäftigten des öffentlichen Dienstes vor knapp zwei Wochen war ohne Ergebnisse geblieben. Verdi fordert unter anderem eine Pflegezulage von 300 Euro, eine bessere Bezahlung im öffentlichen Gesundheitsdienst und die Begrenzung der Arbeitszeit im Rettungsdienst auf 45 Stunden pro Woche. Verdi.-Vorsitzender Frank Werneke: "Wir hatten den öffentlichen Arbeitgebern ja gesagt, es sei besser, diese Tarifrunde nicht in diesem Herbst stattfinden zu lassen, sondern gesagt, gegen eine Einmalzahlung, lasst uns doch die Tarifrunde auf das Frühjahr verlegen. Dazu waren die öffentlichen Arbeitgeber nicht bereit, weil sie, ich glaube, sich erhoffen, dass unter den Bedingungen der Pandemie die Menschen sich nicht wehren, nicht für ihre Interessen auf die Straße gehen. Da haben sie sich in den Finger geschnitten." Krankenhäuser seien laut Werneke nicht dazu da, Profite zu machen, sondern um für die Menschen da zu sein. Die dritte Verhandlungsrunde ist für den 22. und 23. Oktober geplant.
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In Berlin hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn um die Gunst von demonstrierenden Pflegekräften und Krankenhausmitarbeitern gekämpft. Diese waren ihm nicht wohl gesonnen und buhten ihn lauthals aus.

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