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Neue Corona-Variante Drei Dosen mit Biontech-Impfstoff laut Studie wirksam gegen Omikron

Eine Hand hält vor der Aufschrift "Omicron (B.1.1.529): SARS-CoV-2" eine Spritze hoch
Nach Angaben des Pharmaunternehmens Pfizer könne eine Auffrischungsimpfung mit dem Corona-Impfstoff von Pfizer und Biontech gegen die Virusvariante Omikron schützen.
© Pavlo Gonchar/SOPA Images via ZUMA Press Wire / DPA
Eine Auffrischungsimpfung mit dem Corona-Impfstoff von Pfizer und Biontech kann nach Angaben des US-Pharmaherstellers gegen die Virusvariante Omikron schützen. Allerdings kommt eine Studie der Virologin Sandra Cisek zu einem anderen Ergebnis. 

Der Impfstoff von Pfizer und Biontech ist ersten Untersuchungen zufolge nach drei Dosen wirksam gegen die Omikron-Variante des Coronavirus. Das teilten die beiden Hersteller am Mittwoch unter Berufung auf eine eigene Studie mit. "Die vorläufigen Daten weisen darauf hin, dass eine dritte Dosis ein ähnliches Niveau an neutralisierenden Antikörpern gegen Omikron hervorruft, wie es nach zwei Dosen gegen den Wildtyp und andere Varianten, die vor Omikron auftraten, beobachtet wurde", hieß es in der Erklärung.

Zwei Impfdosen dürften nach Ansicht der Hersteller "keinen ausreichenden Schutz gegen eine Infektion mit der Omikron Variante bieten". Die Unternehmen gehen jedoch davon aus, dass zumindest ein Schutz vor schweren Krankheitsverläufen gewährleistet sei.

Omikron: Angepasster Impfstoff bis März

"Sicherzustellen, dass so viele Menschen wie möglich vollständig mit der zwei-Dosis-Serie und der Auffrischungsimpfung geimpft sind, bleibt die beste Strategie, um die Verbreitung von Covid-19 zu verhindern", sagte Pfizer-Chef Albert Bourla. Biontech-Ceo Ugur Sahin rief zu "großflächigen Impf- und Auffrischungskampagnen auf der ganzen Welt" auf, um geschützt "durch den Winter zu kommen".

Pfizer und Biontech rechnen eigenen Angaben zufolge damit, dass sie bis Ende März ein an die Omikron-Variante angepasstes Vakzin herstellen könnten, "sollte eine Anpassung des Impfstoffs für einen höheren sowie langanhaltenderen Schutz notwendig sein".

Virologin Ciesek: Impfstoffe erzeugen schwächere Immunantwort gegen Omikron

Zu einem anderen Ergebnis kommt die Virologin Sandra Ciesek. Erste Labor-Untersuchungen zur Wirkung von Corona-Impfstoffen gegen Omikron deuteten demnach auf eine schwächere Abwehrreaktion gegen die neue Variante hin. Die Virologin vom Universitätsklinikum Frankfurt veröffentlichte am Mittwoch erste Ergebnisse auf Twitter, die eine deutlich reduzierte Antikörper-Antwort auf die neue Variante zeigen. "Die Daten bestärken, dass die Entwicklung eines an Omikron angepassten Impfstoffs sinnvoll ist", schrieb Ciesek dazu. Bereits am Vortag hatten südafrikanische Experten ähnliche Daten vorgelegt, wonach die Antikörperantwort bei Geimpften gegen Omikron schwächer ausfällt.

Ciesek wies aber auch daraufhin, dass aus ihrer Auswertung nicht herauszulesen ist, ob Geimpfte bei Omikron vor einem schweren Verlauf geschützt sind. Denn die Immunantwort beruht nicht nur auf Antikörpern, sondern beispielsweise auch auf T-Zellen.

Um die Wirkung eines Impfstoff gegen eine bestimmte Variante von Sars-CoV-2 zu untersuchen, machen Forscher in der Regel sogenannte Neutralisationstests. Es wird geschaut, wie viele Antikörper ein Geimpfter im Blut hat, die an die Virusvariante binnen können und sie damit ausschalten. Der tatsächliche Schutz von Geimpften kann damit aber nicht bestimmt werden, dafür braucht es klinische Studien mit Tausenden Probanden oder Auswertungen des laufenden Infektionsgeschehens.

Reduktion der Immunantwort auch bei Boosterimpfung

Den Angaben von Ciesek zufolge ist die Antikörperantwort gegen Omikron drastisch reduziert im Vergleich zur Delta-Variante – auch bei Menschen mit Auffrischimpfung gibt es eine Reduktion. Die Daten sind bislang nicht von Fachkollegen begutachtet und nicht in einem Fachmagazin veröffentlicht.

Forscher des Africa Health Research Institute in Südafrika hatten am Dienstag vorläufige Daten zur Wirksamkeit des Biontech/Pfizer-Vakzins gegen Omikron veröffentlicht. Die Ergebnisse legen einer Mitteilung zufolge nahe, dass die Virusvariante der Antikörperantwort von zweifach Geimpften entkommt. Bei Geimpften, die zusätzlich infiziert waren, war demnach aber eine beträchtliche Antikörperantwort messbar. Auch diese Ergebnisse sind noch nicht in einem Fachjournal veröffentlicht.

Die Omikron-Variante war Ende November von Wissenschaftlern in Südafrika entdeckt worden. Seither wurde sie in dutzenden Ländern nachgewiesen, darunter Deutschland. Sie weist 50 Mutationen im Vergleich zu dem ursprünglichen Virus auf, davon 32 am sogenannten Spike-Protein, mit dem das Coronavirus an der Wirtszelle andockt.

rw DPA AFP

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