Organspende
Vater eines Organspenders berichtet vom Tod seiner Kinder

Organspende: Vater eines Organspenders berichtet vom Tod seiner Kinder
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Es war der Heilige Abend, circa 01:30 Uhr, als bei mir an der Tür geklopft und geklingelt wurde. Und als ich noch etwas schlaftrunken nach unten ging, standen vor der Tür ein Polizist und ein Notfallseelsorger. Die hatten mir also die Nachricht zu überbringen, was ihnen sichtlich schwerfiel, dass meine beiden Kinder, Pia und Felix, bei einem Verkehrsunfall Pia tödlich verletzt wurde und bei Felix kaum noch Hoffnung besteht. Es war gegen halb fünf, wo ich in die Uniklinik gebracht wurde und erst bei Felix auf der Intensivstation war und da einen unverletzten jungen Mann vorfand, der von den Maschinen getragen wurde, gehalten wurde. Und als ich dann darum bat zu Pia zu gehen, hat man es auch erfüllt. Allerdings war Pia schon in einem anderen Raum. Und es war ein Unterschied, die beiden Kinder zu sehen. Das tote Kind und das Kind, das auf der Intensivstation liegt – mit dem Verdacht auf Hirntod. Nachdem ich diese Frage vom Oberarzt bekommen habe, ob Felix Organspender wäre oder nicht, habe ich ihm gleich gesagt: ich weiß, dass Felix einen Organspendeausweis hat. Ich weiß, welche Organe Felix spenden möchte. Und wenn der Verdacht auf Hirntod besteht, dann stimme ich auch der – weil ich auf Zustimmung gefragt wurde – sagte ich: es ist nicht meine Zustimmung, sondern der Wille von Felix, der umgesetzt wird. Wenn ich den Willen von Felix nicht gekannt hätte, ich weiß nicht, wie ich entschieden hätte, sage ich ihnen offen und ehrlich. Man ist in einer Ausnahmesituation. Ich weiß es nicht. Ich kann jedem Menschen nur empfehlen: nehmt einen Organspendeausweis, füllt ihn aus. Man hat die Möglichkeit auf ein „Ja“ und man hat die Möglichkeit auf ein „Nein“. Aber jeder Angehörige weiß, was der Wille von dem Verstorbenen ist und den gilt es umzusetzen und nichts anderes. Es ist für mich die mutigste und größte Entscheidung, die ein Mensch geben kann, ein Geschenk zu machen, Organe von sich in seinem Todesfall zu verschenken. Es gibt keine größere, kein größeres Geschenk. Man kann auch nicht mehr Mut besitzen, als diese Entscheidung mit 25 Jahren zu treffen.
Heiner Röschert verlor bei einem Raser-Unfall seine beiden Kinder. Sein Sohn spendete seine Organe und rettete damit vier Leben. Hier erinnert sich der Vater.

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