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Vakzin von Pfizer/Biontech Pfizer-Chef: Wahrscheinlich dritte und jährliche Impfstoff-Dosis notwendig

Eine Frau mit hellblauem Schutzanzug inklusiive luftdichter Haube arbeitet in einem Labor
Sehen Sie im Video: Biontech steigert Produktion von Corona-Impfstoff deutlich.




Der Mainzer Corona-Impfstoff-Hersteller Biontech und sein US-Partner Pfizer peilen eine Ausweitung ihrer Produktionskapazität auf 2,5 Milliarden Dosen bis Ende dieses Jahres an. Das teilte das Mainzer Unternehmen am Dienstag bei der Vorlage seiner Geschäftszahlen für das vergangene Jahr mit. Bislang war von 2 Milliarden Dosen die Rede.
Das Unternehmen erklärte, dass der Anstieg unter anderem durch die Inbetriebnahme von Biontechs neuer Produktionsstätte in Marburg ermöglicht wurde.
Bisher lieferten Biontech und seine Partner weltweit mehr als 200 Millionen Dosen des Corona-Impfstoffs aus. Und das Auftragsbuch ist prall gefüllt: Für dieses Jahr haben Biontech und Pfizer nach eigenen Angaben feste Bestellungen über mehr als 1,4 Milliarden Dosen.
Die größten Kunden sind die EU mit 500 Millionen bestellten Dosen plus eine Option auf weitere 100 Millionen, danach folgen die USA mit 300 Millionen Dosen.
Die große Nachfrage beginnt sich nun auch positiv auf die Geschäftszahlen des Mainzer Unternehmens auszuwirken. Das Geld, das nun in die Kasse gespült wird, will Biontech ins laufende Geschäft und vor allem in die Forschung stecken
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Der Corona-Impfstoff von Pfizer/Biontech muss "wahrscheinlich" ein drittes Mal und jährlich neu gespritzt werden, sagt Pfizer-Chef Albert Bourla. Andere Wissenschaftler und Pharma-Vertreter hatten sich bereits ähnlich geäußert.

Im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie könnte nach Einschätzung von Pfizer-Chef Albert Bourla eine dritte Spritze als Auffrischung und anschließend eine jährliche Impfung notwendig werden. "Ein wahrscheinliches Szenario ist, dass es die Notwendigkeit einer dritten Dosis geben wird, irgendwo zwischen sechs und zwölf Monaten, und danach eine jährliche Neu-Impfung, aber all das muss noch bestätigt werden", sagte der Vorstandsvorsitzende des US-Pharmakonzerns dem US-Sender CNBC in einem am Donnerstag veröffentlichten, aber bereits Anfang April geführten Interview. Dabei spielten auch die Varianten von Sars-CoV-2 eine große Rolle.

Andere Wissenschaftler und Pharma-Vertreter hatten sich bereits ähnlich geäußert. Pfizer und sein deutscher Partner Biontech sowie andere Hersteller untersuchen derzeit bereits die Wirkung von möglichen Auffrischungen ihrer Corona-Impfstoffe.

Bericht: Arztpraxen dürfen Corona-Vakzine künftig auswählen

Das dürfte in Zukunft auch Auswirkungen auf Arztpraxen in Deutschland haben, die seit Anfang April in die Impfkampagne einbezogen sind. Einem Medienbericht zufolge sollen die Praxen künftig selbst entscheiden können, welchen Corona-Impfstoff sie für ihre Patienten geliefert bekommen. Das berichtete die "Rheinische Post" (Freitagsausgabe) unter Berufung auf die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV). Dem Bericht zufolge teilte die KBV den Praxen mit, dass diese "den Covid-Impfstoff ab sofort impfstoffspezifisch" ordern könnten.

"Sie geben auf dem Rezept an, von welchem Impfstoff sie wie viele Dosen benötigen", erklärte die KBV der Zeitung zufolge. Die neue Regelung soll erstmals für die Woche vom 26. April bis 2. Mai gelten, der Bund werde dafür Vakzine von Biontech/Pfizer und Astrazeneca bereitstellen. Die Bestellmenge pro Arzt sei für die besagte Woche auf 18 bis 30 Biontech-Dosen und zehn bis 50 Astrazeneca-Dosen begrenzt.

Der Apothekerverband Nordrhein begrüßte der Zeitung zufolge den Schritt. "So kann auch vermieden werden, dass Impfstoff in den Kühlschränken der Praxen liegen bleibt", sagte Verbandschef Thomas Preis. "Wir werden aber den Ärzten raten, möglichst beide Impfstoffe zu bestellen", fügte er hinzu. 

fs DPA AFP

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