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Pflege in Würde Die Pflege-Petition im Bundestag – die Diskussion zum Nachhören gibt es hier

Pflege-Petition im Bundestag: Bernhard Albrecht und Jens Spahn begrüßen sich
stern-Reporter und Hauptpetent Bernhard Albrecht (links) und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) begrüßen sich. In der Mitte: der Ausschussvorsitzende Marian Wendt
© Carolin Windel / stern
Bessere Arbeitsbedingungen und eine Gesundheitsreform: Mehr als 325.000 Menschen haben für eine Pflege in Würde unterschrieben. Heute wurde die Pflege-Petition im Bundestag diskutiert. Den Livestream können Sie hier noch einmal nachhören.

Die Aufzeichnung der Anhörung im Video (ab Zeitmarke 1:02:00):

Das erste Etappenziel der stern-Bundestagspetition für eine Pflege in Würde war bereits am ersten Mitzeichnungstag erreicht: Binnen 24 Stunden unterschrieben mehr als 50.000 Menschen und nahmen die entscheidende Hürde für eine Anhörung im Bundestag. Weitere Zehntausende Unterschriften kamen in den folgenden vier Wochen bis Mitte Februar dazu. Alle Stimmen sind nun ausgezählt. Insgesamt 328.221 Menschen unterstützen die Forderungen der Pflege-Petition.

Viel Rückenwind für die heutige öffentliche Anhörung im Petitionsausschuss des Deutschen Bundestags, bei der Regierungsvertreter und Mitglieder des Petitionsausschusses anwesend waren. Auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat persönlich teilgenommen.

Den Politikerinnen und Politikern Rede und Antwort stand stern-Reporter und Hauptpetent Dr. Bernhard Albrecht. Begleitet wurde er von Dr. Bernadette Klapper, Leiterin des Themenbereichs Gesundheit bei der Robert Bosch Stiftung und selbst gelernte Pflegekraft. Zentrale Forderungen der Petition sind bessere Arbeitsbedingungen für Pflegekräfte in Krankenhäusern und in der Altenpflege, mehr Zeit für Patienten, Bewohner und eine echte Gesundheitsreform. Deren Ziel: eine konsequente Abkehr von Profitdenken und ökonomischen Fehlanreizen.

In Deutschland gelte: Je billiger die Pflege, desto höher der Gewinn, kritisiert Albrecht im Petitionstext. In den Krankenhäusern müssten Pflegende immer mehr Patientinnen und Patienten in immer kürzerer Zeit "durchschleusen". Schuld an der Situation seien der hohe ökonomische Druck und die Abrechnung nach Fallpauschalen. Mehr "Fälle" würden auch mehr Geld bedeuten. "Hauptsache, die Stationen sind voll – egal, ob gute Pflege möglich ist."

In der Diskussion über den Pflegenotstand gehe es um die Sicherheit von Patienten, um Leben, Tod, aber auch die Würde von Menschen, so Albrecht.

Lösungsansatz "Value-based Healthcare"

Ein Lösungsansatz kann seiner Ansicht nach "Value-based Healthcare" sein – werteorientierte Gesundheitsversorgung. Das System orientiert sich an langfristigen Behandlungsergebnissen und stellt nicht die Gewinnmaximierung, sondern die Patienten- und Bewohnersicherheit an erste Stelle. Konzepte, die der Prävention von Pflegebedürftigkeit dienen, rücken in der Altenpflege in den Fokus. In sogenannten "Magnetkrankenhäusern" arbeiten Ärzte und Pflegekräfte auf Augenhöhe – zum Wohle der Patientinnen und Patienten. Das Klinik-Konzept stammt ursprünglich aus den USA, wo bereits 560 Krankenhäuser ein entsprechendes Zertifikat haben. In Deutschland gibt es derzeit 21 Anwärter. "Patienten erleiden an Magnetkrankenhäusern weniger Komplikationen, sterben seltener, werden schneller gesund", so Albrecht. "Value-based Healthcare erfordert, dass alle Berufsgruppen zusammen daran arbeiten, dass der Patient maximal profitiert."

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn zur großen Pflege-Petition vom stern

Bernhard Albrecht hat in der Anhörung zunächst die Forderungen der Petition vorgestellt und im Anschluss gemeinsam mit Bernadette Klapper die Fragen der anwesenden Politikerinnen und Politiker beantwortet. Ein abschließendes Votum über den Ausgang der Petition hat der Ausschuss heute jedoch nicht getroffen.

Die Forderungen der Pflege-Bundestagspetition können Sie hier noch einmal im Wortlaut nachlesen. Weitere Informationen und Berichte über die Petition finden Sie hier. Ein Mittschnitt der Anhörung ist in der Mediathek des Deutschen Bundestags unter bundestag.de/mediathek abrufbar.

stern

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