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Zehnmal Sex pro Tag: Britin verliert wegen Sexsucht Job und Freunde

Als ihre langjährige Beziehung zerbricht, flüchtet sich die Britin Sami Walton in Sex-Abenteuer. Auf der Suche nach neuen Partnern reist sie quer durchs Land - und bemerkt dabei lange nicht, dass ihr Leben immer mehr außer Kontrolle gerät.

Ein Pärchen liegt lachend im Bett

Für Sex mit neuen Partnern reiste die Britin Sami Walton quer durchs Land (Symbolbild)

Seit gut vier Jahren sind Sami Walton und James Keates bereits ein Paar. Während viele Beziehungen nach einer solchen Zeitspanne bereits ein mehr oder weniger eingeschlafenes Liebesleben beklagen (müssen), sieht es bei oben genannten Briten genau umgekehrt aus: Die 29-Jährige will demnach so viel Sex, dass Partner James langsam aber sicher an seine Grenzen stößt, wie das Paar nun dem britischen "Daily Mirror" verriet. Dass sie dem Boulevardblatt einen derart offenherzigen Einblick in ihr Schlafzimmer gewährten, hat indes einen ernsten Hintergrund: Walton ist sexsüchtig und möchte mit ihrer Geschichte auf die Gefahren und negativen Aspekte der Krankheit aufmerksam machen.

Für Sex quer durchs Land gereist

Dass mit ihr etwas nicht stimmt, fiel der jungen Britin demnach erstmals nach dem Scheitern einer langjährigen Beziehung auf. Begnügte sie sich auf Suche nach Sex zunächst noch mit Partnern aus ihrem Freundes- und Bekanntenkreis, reiste sie schon bald quer durchs Land, um neue Männer und Frauen für gemeinsame Schäferstündchen zu finden. Was zu Beginn vor allem Spaß bedeutete, geriet schnell zum Problem. Ständig kam die aus Ascot stammende Frau zu spät zur Arbeit oder tauchte erst gar nicht auf. Freunde wendeten sich von ihr ab. "Die Dinge gerieten völlig außer Kontrolle, weil ich mich um nichts anderes scherte als Sex", berichtete Walton. Sie sei oft so verzweifelt gewesen, dass sie für Sex alles getan hätte. Rückblickend bedauerte sie vor allem, sich immer wieder in gefährliche Situationen begeben zu haben. "Ich bin so oft mit Leuten nach Hause gegangen, ohne das Geringste über sie zu wissen", so Walton.

Ihrem Arbeitgeber, einem Unternehmen aus dem Finanzwesen, wurde Waltons Unzuverlässigkeit 2010 letztlich zu bunt. Weil die junge Frau trotz Ermahnungen weiterhin regelmäßig fehlte oder stark verspätet zur Arbeit kam, kündigte man ihr.

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40 Mal Sex an einem einzigen Wochenende

Etwa sechs Monate später lernte sie James kennen, dem sie ihre Krankheit zunächst nicht beichtete. "Sie musste mir gar nicht erzählen, dass sie sexsüchtig ist. Als wir erstmals zusammenkamen, war das ziemlich offensichtlich", wird der 38-Jährige in dem Bericht zitiert. Welche Ausmaße die Sexsucht seiner Freundin jedoch annehmen würde, ahnte Keates da noch nicht.

An einem Urlaubswochenende hätten sie insgesamt rund 40 Mal miteinander geschlafen, so Keates. An durchschnittlichen Tagen sei es immerhin bis zu zehnmal zum Sex gekommen. Während ihn seine Freunde noch heute darum beneideten, dass Sami ihre Finger nicht von ihm lassen könne, sehe er inzwischen auch die negativen Seiten. "Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass eine Freundin, die so kontinuierlich Sex will, nicht ihre Vorteile hat", sagte Keates dem "Daily Mirror". Zu Beginn habe er daher auch gedacht, er hätte im Lotto gewonnen. Jetzt aber, wo er älter werde, "kann das schon sehr anstrengend sein". Um Freundin Sami dennoch zufriedenzustellen, versuche das Paar nun mindestens einmal am Tag miteinander zu schlafen, führte er aus.

"Therapeut und Liebhaber"

Auch Walton ist sich dem Bericht zufolge bewusst, dass ihre Krankheit für ihren Partner eine Belastung darstellt. "Sexsucht ist eine ernste Angelegenheit", betonte sie. Nicht jeder - so auch viele ihrer Ex-Freunde - habe das Durchhaltevermögen, mit ihr mitzuhalten.

Keates offenbar schon. Zudem unterstütze er sie und "verurteilt mich nicht, wenn ich einen schlechten Tag habe", so Walton.  Hilfe von Ärzten lehnt die Britin jedenfalls ab. Diese würden das Problem Sexsucht und dessen Auswüchse nicht verstehen, kritisierte sie gegenüber dem "Daily Mirror". Sie vertraue daher darauf, durch James' Mithilfe langsam zu heilen. "Er ist mein Therapeut und Liebhaber", so die 29-Jährige.

 

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