Tierstudie Hemmstoff hilft Mäusen bei Gelenkverschleiß


Ein deutsch-koreanisches Forscherteam hat in Tierversuchen einen Auslöser von Gelenkverschleiß entdeckt und zugleich einen Therapieansatz gefunden. Bis zur Anwendung beim Menschen wird es allerdings noch dauern.

Bei Arthrose bildet sich die Knorpelsubstanz der Gelenke zurück, zugleich können Knochen-Wucherungen um die Gelenke herum entstehen. Dies ist oft mit starken Schmerzen und Bewegungseinschränkungen verbunden. Die Wissenschaftler aus Münster, Hannover, Hamburg und Seoul haben ein Eiweiß auf den Knorpelzellen von Mäusen ausgemacht, das Arthrose auslöst. Die Ergebnisse der Studie sind im Fachjournal "Nature Medicine" veröffentlicht.

Den Forschern zufolge ist ein Oberflächenmolekül für die Bildung eines zerstörerischen Eiweißes verantwortlich, das sich auf der Zelloberfläche verankert. Gegen dieses sogenannte Syndecan-Molekül entwickelten die Wissenschaftler in ihrer Studie einen Hemmstoff auf Eiweißbasis und testeten ihn an Mäusen. Mittels eines Antikörpers wurde das Molekül ausgeschaltet: "Dieser hemmt und blockiert das Eiweiß, so dass die Mäuse keine Arthrose mehr entwickelten", erläuterte Thomas Pap vom Institut für Experimentelle Muskuloskelettale Medizin der Universität Münster am Montag. Damit gebe es zum ersten Mal einen Ansatz, der die Ursachen des Gelenkverschleißes bekämpft und nicht nur die Symptome wie Schmerzen und Entzündungen (Arthritis). Zugleich bekamen gesunde Mäuse, denen vorbeugend Antikörper gespritzt wurden, auch im Alter keine Arthrose.

Bis zur Anwendung bei Menschen dauert es noch

Auch wenn bis zur Anwendung beim Menschen noch Jahre vergehen könnten, könne mit den neuen Erkenntnissen der "gegenwärtige Stillstand" bei der medikamentösen Arthrose-Therapie bald überwunden werden, schreibt die Universität in der Mitteilung.

Da die Ursache der Krankheit bisher unerkannt war, beschränken sich Medikamente bislang lediglich auf die Symptombehandlung des Gelenkverschleißes. Laut Pap können Ärzte derzeit lediglich mit Medikamenten die Schmerzen und Entzündungen bei Arthrose-Patienten gelindert werden. Aufhalten oder gar Zurückdrehen lässt sich der Gelenkverschleiß noch nicht. Am Ende des Leidensweges steht oft der künstliche Ersatz eines Gelenks durch eine Prothese. Neben dem persönlichen Leiden der Betroffenen ist die Arthrose-Behandlung auch ein Kostenfaktor: Die Volkskrankheit habe einen großen Anteil an den jährlich mehr als 26 Milliarden Euro, die laut Gesundheitsbericht der Bundesregierung für Erkrankungen des Bewegungsapparates aufgewendet werden müssten, heißt es.

DPA/AP AP DPA

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