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Ebola-Familie Tödliches Marburg-Virus in Ghana entdeckt − was man dazu wissen muss

Marburg-Virus
Die Transmissionselektronenmikroskopie (TEM) einer Gewebeprobe zeigt das Vorhandensein zahlreicher Marburg-Viruspartikel .
© Fred Murphy / DPA
Zwei Infektionsfälle mit dem Marburg-Virus sorgen derzeit in Ghana für Unruhe. Das Virus, das mit dem Ebola-Virus verwandt ist, gilt als hochansteckend. Eine Ansteckung endet oftmals tödlich. Die wichtigsten Fakten.

Wieder ist es ein Virus, das für Schlagzeilen sorgt. Diesmal handelt es sich um das Marburg-Virus, das mit dem Ebola-Virus verwandt ist. Zwei Fälle des lebensgefährlichen Virus wurden nun erstmals in Ghana entdeckt. Am Sonntagabend bestätigte das Afrika-Büro der Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Fälle, nachdem in Proben zweier Patienten aus der Region Ashanti im Süden Ghanas das Marburg-Virus gefunden worden war. Laut Behörden hatten sie sich unabhängig voneinander angesteckt, beide starben an dem Marburg-Fieber Ende Juni. Inzwischen befinden sich rund 90 Kontaktpersonen in Quarantäne. Eine weitere Ausbreitung soll damit vermieden werden. Das Marburg-Virus gilt als extrem ansteckend. Die Wahrscheinlichkeit an einer Infektion zu sterben ist hoch. Das sind die wichtigsten Fakten zu der Zoonose.

Was ist das Marburg-Virus?

Bei dem Marburg-Virus handelt es sich um eine Zoonose, also eine Infektionskrankheit, die von Tieren auf Menschen oder von Menschen auf Tiere übertragen werden kann. Das Marburg-Virus gehört wie das Ebola-Virus zur Familie der Filoviridae und zählt zu den hämorrhagischen (etwa: blutend, Blutungen auslösend) Fieber-Erkrankungen. Laut Robert Koch-Institut (RKI) ähnelt die Erkrankung auch "in Übertragung, Inkubationszeit, Ausprägung und Management stark der Ebolafieber-Erkrankung".

In welchen Regionen kommt das Virus vor?

Der erste Ausbruch der Krankheit wird auf das Jahr 1967 datiert. Schauplatz des Ausbruchs war Marburg in Deutschland. Damals starben sieben Menschen. Seit der Entdeckung der Viren kam es beinahe ausschließlich auf dem afrikanischen Kontinent zu Ausbrüchen, vor allem südlich der Sahara. Der bisher größte Ausbruch wurde 2005 in Angola verzeichnet. Mehr als 200 Menschen starben damals.

Wie wird das Marburg-Virus übertragen?

Mit hoher Wahrscheinlichkeit sind Fledermäuse und Flughunde das natürliche Reservoir der Viren. Diese übertragen das Virus im direkten Kontakt oder durch den Austausch von Flüssigkeiten. Auch durch den Verzehr von infiziertem Wildfleisch ("bush meat") kann es zu einer Infektion kommen. Die Übertragung des Virus von Mensch zu Mensch geschieht ebenfalls im direkten Kontakt hauptsächlich über Körperflüssigkeiten wie infiziertes Blut, Sekrete oder Sperma. Auch über Aerosole ist eine Ansteckung möglich. Die Inkubationszeit liegt zwischen fünf und zehn Tagen.

Was weiß man über die Infektiosität?

Infizierte Personen sind mindestens so lange ansteckend wie sie Symptome aufweisen und Viren im Blut haben. Je höher die Viruslast ist, desto höher ist auch die Ansteckungsgefahr. 

Welche Symptome bekommen Infizierte?

Eine Infektion mit dem Marburg-Virus verläuft meist schwer, oft tödlich. Die Wahrscheinlichkeit an der Infektion zu sterben liegt bei 30 bis 70 Prozent. Zu den Symptomen gehören neben Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen auch Blutungen und Erbrechen von Blut.

Wie wird eine Infektion mit dem Marburg-Virus behandelt?

Ein Mittel gegen das Marburg-Virus ist noch nicht auf dem Markt. Behandelt werden daher lediglich spezifische Symptome.

Quelle: RKI, BMASK, BBC

tpo

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