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Bereits drei Tote: WHO will erneuten Ebola-Ausbruch im Kongo schnell eindämmen

Es ist der achte Ebola-Ausbruch im zentralafrikanischen Staat Kongo. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) will schnell eingreifen, um die weitere Verbreitung des tödlichen Virus zu verhindern.

Ein Arzt der Hilfsorganisation "Ärzte ohne Grenzen" pflegt einen Ebola-Patienten. Die WHO bestätigt den Ausbruch.

Ein Arzt der internationalen Hilfsorganisation "Ärzte ohne Grenzen" versorgt einen 43-jährigen Ebola-Patienten. Die WHO hat den Ebola-Ausbruch bereits bestätigt.

Das Ebolafieber ist eine sich schnell verbreitende Infektionskrankheit, die seit 1967 mehrmals in verschiedenen afrikanischen Staaten ausgebrochen ist und bei vielen Patienten zum Tod führt.

Im zentralafrikanischen Staat Kongo trat der Virus zum ersten Mal auf, wurde sogar nach einem Fluss des Staates benannt, in dessen Nähe die Krankheit entdeckt wurde. Seitdem brach die Krankheit acht Mal im Kongo aus. Die jüngste Epidemie wurde am Wochenende von Seiten der Weltgesundheitsorganisation bestätigt.

Die WHO versucht nun, den Ausbruch rasch einzudämmen. Nach Angaben der Organisation gibt es elf Verdachtsfälle in der nordöstlichen Provinz Bas-Uélé. Drei der Menschen seien bereits an dem mit Blutungen einhergehenden Fieber gestorben. In einem Fall ist das Ebola-Virus bereits per Gentest nachgewiesen worden.

WHO sieht keinen Anlass für Reisebeschränkungen

Die WHO-Regionaldirektorin für Afrika, Matshidiso Moeti, reiste in Kongos Hauptstadt Kinshasa und sicherte Unterstützung und Zusammenarbeit zu, hieß es am Sonntag. Die WHO habe bereits Experten zum betroffenen Bezirk Likati geschickt. Das schwer zugängliche Gebiet liegt 1400 Kilometer oder zwei bis drei Tagesreisen von Kinshasa entfernt.

Der erste Verdachtsfall vom 22. April war nach WHO-Angaben ein 45 Jahre alter Mann, der auf der Fahrt zu einer Klinik bereits im Taxi starb. Der Taxifahrer und ein Helfer des ersten Patienten erkrankten und starben kurze Zeit später. Kontaktpersonen des Helfers werden gerade untersucht.

Die WHO sieht bislang keinen Anlass für Reise- oder Handelsbeschränkungen. Der jüngste Ausbruch der gefährlichen Infektionskrankheit in dem afrikanischen Land scheine sich auf eine abgelegene Gegend zu beschränken, teilte die UN-Behörde am Samstag mit.

Letzter Ebola-Ausbruch im Kongo vor drei Jahren

Der kongolesische Gesundheitsminister Oly Ilunga Kalenga forderte am Freitag die Menschen auf, nicht in Panik zu verfallen. Die Behörden täten alles nötige, um die Epidemie einzudämmen. "Das ist die achte Ebola-Epidemie im Kongo, sie wird die Bevölkerung nicht erschüttern." Während der letzten Epidemie in dem Land im Jahr 2014 starben 49 Menschen. 

Dem bislang größten Ebola-Ausbruch überhaupt fielen in den westafrikanischen Staaten Liberia, Guinea und Sierra Leone 2014 bis 2015 mehr als 11.000 Menschen zum Opfer. Die WHO war seinerzeit mit ihrem Krisenmanagement in die Kritik geraten.

Das Ebola-Virus gehört zu den gefährlichsten Krankheitserregern der Welt, nach WHO-Angaben sterben 25 bis 90 Prozent der Patienten. Der Erreger lässt sich im Blut, Urin und Rachensekret nachweisen. Ein Impfstoff wird derzeit noch getestet. 

sve / DPA

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