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Volle Intensivstationen US-Amerikaner stirbt, nachdem ihn 43 Kliniken nicht aufnehmen können

Intensivstation
Intensivstation in einem US-Krankenhaus
© Jon Cherry/Getty Images / AFP
Ray DeMonia brauchte nach einem Herzinfarkt dringend ein Intensivbett – doch 43 Krankenhäuser in drei US-Bundesstaaten mussten ihn ablehnen. Die Intensivstationen waren überfüllt, vor allem mit ungeimpften Covid-19-Patienten.

Die größte Sorge in der Corona-Pandemie war immer die Überlastung des Gesundheitssystems durch Covid-19-Patienten. Dass dieses Problem trotz der mittlerweile vorhandenen Impfung immer noch real ist, zeigt ein Fall aus den USA. Im Bundesstaat Alabama ist ein Mann gestorben, nachdem 43 Krankenhäuser ihn aufgrund fehlender Kapazitäten nicht aufnehmen konnten.

Der 73-jährige Ray DeMonia kam im August mit einem Herzinfarkt in die Notaufnahme des Krankenhauses seiner Heimatstadt, berichtet die "Washington Post" unter Berufung auf die Familie des Verstorbenen. Dort waren jedoch nicht die Behandlungsmethoden möglich, die er gebraucht hätte. Das Krankenhaus kontaktierte daraufhin 43 weitere Kliniken in drei verschiedenen Bundesstaaten – doch auch dort konnte der Patient nicht aufgenommen werden. Die Plätze in den Intensivstationen waren zum großen Teil mit nicht geimpften, an Covid-19 Erkrankten belegt.

Vor allem Ungeimpfte auf den Intensivstationen

Schließlich wurde DeMonia in ein Krankenhaus in Mississippi verlegt, mehr als 300 Meilen von seinem Heimatort entfernt. Dort starb er am 1. September, drei Tage vor seinem 74. Geburtstag. Ein Schock für die Familie: "Wir hätten nie gedacht, dass uns das einmal passiert", sagte seine Tochter Raven DeMonia der "Washington Post". Vor allem ungeimpfte Menschen leiden noch unter schweren Covid-19-Verläufen – hätten sich mehr US-Amerikaner impfen lassen, würde DeMonia eventuell noch leben.

Seine Familie richtet deshalb in dem Nachruf einen dringenden Appell an alle Ungeimpften: "Bitte lassen Sie sich impfen, wenn Sie es noch nicht getan haben, um Kapazitäten zu schaffen für Notfälle, die nicht mit Covid-19 zusammenhängen." DeMonia würde nicht wollen, dass eine andere Familie eine solche Tragödie erlebt wie seine. 

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Fast alle Intensivbetten in Alabama belegt

US-Präsident Joe Biden und führende Wissenschaftler sprechen in den USA schon länger von einer "Pandemie der Ungeimpften". In einigen Bundesstaaten verschärft sich die Lage auf den Intensivstationen wieder, landesweit sind mehr als drei Viertel der Intensivbetten belegt. In Alabama ist die Lage besonders dramatisch: Dort werden laut Daten des US-Gesundheitsministeriums derzeit nahezu alle Intensivbetten genutzt. Die Hälfte davon ist mit Covid-19-Patienten belegt.

Quellen: "Washington Post" / US-Gesundheitsministerium / Nachruf

epp

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