HOME

US-Studie: Spezialpflaster reduziert Fettpolster bei Mäusen

Ein Pflaster, das Nanotechnologie nutzt, um Fettpolster zum Schmelzen zu bringen? Klingt absurd, funktioniert aber - zumindest bei Labormäusen. Die amerikanischen Forscher sind zuversichtlich, das Pflaster auch am Menschen erfolgreich einzusetzen.

Amerikanische Forscher entwickeln Abnehm-Pflaster: Ein Forscher hält eine Labormaus in der Hand (Symbolbild)

Ein Pflaster mit Nanopartikeln reduzierte die Fettpolster der Labormäuse in vier Wochen um 20 Prozent (Symbolbild)

Wer ohne viel Anstrengung abnehmen möchte, dem bleiben bislang nur wenige Möglichkeiten. Operative Fettabsaugungen sind zwar effektiv, aber hoch umstritten und kostspielig. Aus Nordamerika kommt nun eine Entwicklung, die dem Übergewicht ohne Skalpell zu Leibe rückt. Wissenschaftler haben ein Spezialpflaster entwickelt, das bei Tests mit Mäusen zum Schmelzen bringen kann - sie hoffen, dass die Methode auch beim Menschen zur Behandlung von Fettleibigkeit eingesetzt werden kann.

Das Pflaster nutzt Nanotechnologie, um den Fettstoffwechsel anzukurbeln und energiespeicherndes weißes Fett in energieverbrennendes braunes Fett umzuwandeln, wie es in einer am Freitag in der Fachzeitschrift "ACS Nano" veröffentlichten Studie heißt.

Dem Bericht zufolge ging bei Mäusen, die mit den Pflastern behandelt wurden, an den behandelten Stellen das Körperfett um 20 Prozent zurück. "Viele Leute werden wahrscheinlich begeistert sein zu hören, dass wir möglicherweise mit einer nicht-invasiven Alternative zum Fettabsaugen Speckröllchen reduzieren können", schrieb Li Qiang, einer der Mit-Autoren der Studie. Noch wichtiger sei jedoch, dass das Pflaster möglicherweise auch sicher und wirkungsvoll zur Behandlung von Fettleibigkeit und damit verbundenen Stoffwechselstörungen wie Diabetes eingesetzt werden könne.

Viel Wissenschaft auf einem kleinen Pflaster

Es gibt bereits Medikamente, mit denen weißes in braunes Fett umgewandelt werden kann. Diese werden jedoch als Tabletten oder per Injektion verabreicht und haben Nebenwirkungen wie Übelkeit, Gewichtszunahme und brüchige Knochen, wie Qiang schrieb. Mit dem Pflaster könne das Medikament dagegen nach ersten Erkenntnissen direkt ins Fettgewebe abgegeben werden, sodass Mäuse bei Tierversuchen keine Nebenwirkungen erlitten.

Die Forscher hüllten das Medikament in Nanopartikel mit einem Durchmesser von rund 250 Nanometern. Mit diesen Nanopartikeln wurden dann Pflaster von der Größe einer Fingerspitze bestückt, die das Medikament über mikroskopisch kleine Nadeln nach und nach in die Haut abgaben. Die Pflaster wurden im Bauchbereich der aufgeklebt und über eine Dauer von vier Wochen alle drei Tage gewechselt. Anschließend war in den behandelten Bereichen der Fettanteil um 20 Prozent zurückgegangen.


sve/AFP

Wissenscommunity