Asien
Thailand beendet 60-Tage-Visafreiheit

Thailand gehört zu den beliebtesten Reiseländern Asiens.
Thailand gehört zu den beliebtesten Reiseländern Asiens.
© Preto_perola/iStock

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Bislang können sich Urlauber automatisch 60 Tage ohne Visum in Thailand aufhalten. Diese Regelung soll nun fallen.

Thailand beendet sein großzügiges Visafreiheitsprogramm: Das Kabinett in Bangkok hat am 19. Mai beschlossen, die bisherige visafreie Aufenthaltsdauer für Touristen aus 93 Ländern und Gebieten deutlich zu verkürzen oder teilweise ganz zu streichen. Hintergrund dieser Entscheidung sind Sorgen über den Missbrauch des Visasystems sowie Sicherheitsbedenken.

Kern des Kabinettsbeschlusses ist die Rückkehr zur früheren Regelung: Die visafreie Aufenthaltsdauer wird von derzeit 60 auf 30 Tage verkürzt, sie gilt zudem nur noch für 54 Staaten. Damit kehrt Thailand zu den Einreisebedingungen zurück, die vor Juli 2024 galten - also vor der Verlängerung, mit der die Regierung den Tourismussektor nach der Corona-Pandemie stärken wollte.

Regierungsvertretern zufolge hat das bisherige System zwar den internationalen Tourismus gefördert, gleichzeitig jedoch auch Schlupflöcher eröffnet, die für unerlaubte Erwerbstätigkeit, illegale Geschäftstätigkeiten und Visa-Missbrauch genutzt wurden.

Sicherheitsbedenken und Kriminalitätsbekämpfung

Die Entscheidung steht im Zusammenhang mit einer Reihe von Ermittlungen und Festnahmen wegen unerlaubter wirtschaftlicher Aktivitäten und Visa-Missbrauchs durch ausländische Staatsangehörige in Thailand. Die thailändischen Behörden betrachten dies als zunehmendes Problem, das strengere Einreiseregeln erforderlich macht.

Regierungsstellen betonen, dass sich die Maßnahmen nicht gegen bestimmte Nationalitäten richten, sondern darauf abzielen, den Missbrauch des Visa-Systems zu verhindern und die öffentliche Sicherheit zu stärken.

Bedeutung für Tourismus und Wirtschaft

Thailand zählt zu den wichtigsten Reisezielen in Asien; der Tourismus ist ein zentraler Pfeiler der nationalen Wirtschaft. Nach Angaben des Tourismus- und Sportministeriums trägt die Branche, direkte und indirekte Effekte zusammengerechnet, mit rund zwölf Prozent zum Bruttoinlandsprodukt bei und beschäftigt Millionen von Menschen im Land.

Trotz dieser wirtschaftlichen Bedeutung sieht die Regierung die Notwendigkeit, Sicherheitsinteressen stärker zu gewichten. Das Land verzeichnete zuletzt einen deutlichen Rückgang internationaler Besucherzahlen: 2025 empfing Thailand nach Angaben des Tourismus- und Sportministeriums rund 32,9 Millionen ausländische Gäste - ein Minus von 7,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. In den ersten Monaten des laufenden Jahres 2026 fiel die Zahl der Ankünfte erneut, diesmal um rund 3,5 Prozent im Jahresvergleich. Die Besucherzahlen liegen damit weiterhin unter dem Vorkrisenniveau.

Folgen für Urlauber aus Deutschland und Inkrafttreten

Für Reisende aus Deutschland bedeutet das: Wer bislang visafrei bis zu 60 Tage in Thailand verbringen konnte, darf künftig nur noch maximal 30 Tage bleiben. Eine einmalige Verlängerung um weitere 30 Tage bei der Einwanderungsbehörde vor Ort bleibt voraussichtlich möglich, sodass sich der Gesamtaufenthalt weiterhin auf 60 Tage belaufen kann. Pro Kalenderjahr sind zudem maximal zwei visafreie Einreisen vorgesehen. Wer länger oder häufiger reisen möchte, muss künftig vorab ein Touristenvisum beantragen.

Ein genauer Zeitpunkt für das Inkrafttreten der neuen Regelungen wurde bislang nicht festgelegt. Laut Tourismusminister Surasak Phancharoenworakul wird der Kabinettsbeschluss an alle zuständigen Behörden weitergeleitet. Die Neuregelung tritt erst nach ihrer Veröffentlichung im offiziellen Amtsblatt, der "Royal Gazette", in Kraft, und zwar 15 Tage nach dieser Veröffentlichung.

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