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Rechts gegen Links, Links gegen Rechts: Tumulte auf Frankfurter Buchmesse - die Bilder des Eklats

Der AfD-Rechtsaußen Björn Höcke besucht die Buchmesse. Demonstranten stellen sich ihm und seinen Anhängern mit lautstarken Protesten entgegen - es kommt zum Eklat.

Ungewohnte Szenen auf der Frankfurter Buchmesse: Während einer Lesung und Podiumsdiskussion mit Thüringens Afd-Landes- und Fraktionschef Björn Höcke kommt es zu Tumulten. Demonstranten rangeln mit Ordnern, Plakate werden zerrissen.

Ungewohnte Szenen auf der Frankfurter Buchmesse: Während einer Lesung und Podiumsdiskussion mit Thüringens Afd-Landes- und Fraktionschef Björn Höcke kommt es zu Tumulten. Demonstranten rangeln mit Ordnern, Plakate werden zerrissen.

Wortgefechte, Rangeleien und ein ratlos wirkender Buchmessendirektor: Die Veranstaltung eines Verlags der Neuen Rechten ist in Frankfurt im Chaos untergegangen.
Linksgerichtete Demonstranten stellten sich den Teilnehmern einer Buchpräsentation des Antaios-Verlags, unter ihnen auch -Rechtsaußen Björn Höcke, mit lautstarken Protesten entgegen.
Polizisten hatten alle Mühe, beide Seiten voneinander zu trennen.

Die Stände rechtsgerichteter Verlage waren schon vor der Eskalation am vorletzten Buchmessentag Ziel von Attacken politischer Gegner. In der Nacht zum Freitag war ein Gemeinschaftsstand der Zeitschrift "" und des Verlags Manuscriptum von Unbekannten leergeräumt worden. Antaios und andere der Neuen Rechten nahestehende Verlage warfen dem Börsenverein vor, ihre Stände nicht genügend vor linken Aktivisten geschützt zu haben.

Die Messeplanung hatte den Antaios-Verlag in Halle 3.1 in der Nähe der antirassistischen Amadeu-Antonio-Stiftung platziert. Diese lehnte nach eigenen Angaben die Aufforderung zur Diskussion mit Vertretern des Antaios-Verlags ab: "Eine Diskussion 'auf Augenhöhe' mit den Neuen Rechten würde bedeuten, dass wir unsere demokratischen Überzeugungen zur Debatte stellen." Die Stiftung wolle nicht die Menschenrechte oder die offene Gesellschaft und ihre Errungenschaften zur Disposition stellen.

Verleger mit Faustschlag an Lippe verletzt

Am Stand der rechtsgerichteten Wochenzeitung "Junge Freiheit" in Halle 4.1 ging am Freitag der Zuhörer einer Lesung auf den des linken Trikont-Musikverlags zu und verletzte ihn mit der Faust an der Lippe, wie eine Messesprecherin bestätigte. Trikont-Chef Achim Bergmann hatte demnach zuvor im Vorbeigehen die Lesung mit einem Kommentar begleitet. Der Verleger ließ sich im Krankenhaus behandeln und erstattete Strafanzeige.

Zur Eskalation der aufgeheizten Situation kam es dann am Samstag beim Antaios-Verlag, wo das Buch "Mit Linken leben" vorgestellt werden sollte. Etwa 80 Demonstranten hielten dem Verlag auf einem Plakat entgegen: "Ihr könnt nicht schreiben, ihr könnt nur hetzen". Mit Sprechchören wie "Nazis raus" riefen sie gegen die Lesung an. Höckes Anhänger antworteten mit "Jeder hasst die Antifa".

In der giftigen Atmosphäre gingen Polizisten zwischen beide Seiten, drängten die Demonstranten ab. Buchmessendirektor Juergen Boos sprach mit Antaios-Verleger Götz Kubitschek. Boos hatte die Präsenz der rechtsgerichteten Verlage zuvor mit einem Plädoyer für Meinungsfreiheit verteidigt. Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels, Organisator der Messe, rief zudem zur "aktiven Auseinandersetzung" auf. Die linke Publizistin Jutta Ditfurth erwiderte auf Twitter: "'Meinungsfreiheit'? Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen."

Lesung der Identitären Bewegung muss abgebrochen werden

Die Demonstranten wurden auch aus der Gruppe der etwa 100 Zuhörer der Lesung bedrängt. Plakate wurden zerrissen. Es kam zu heftigen verbalen Beschimpfungen. Der Antaios-Verlag twitterte: "Zugegeben, wir hätten für die Vorstellung von "Mit Linken leben" wohl besser eine eigene Halle buchen sollen. Nächstes Mal wissen wir Bescheid."

Später wurde eine weitere Lesung von zwei Autoren der rechtsextremen Identitären Bewegung wegen lautstarker Proteste abgebrochen. Die Demonstranten blieben so laut, dass eine Fortsetzung nicht mehr möglich war. Die Situation entspannte sich erst mit Schließung der Messe. 

Thomas Maier/ikr/DPA

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