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Actionfiguren zum Tarantino-Film: "Django Unchained"-Puppen im Wert eines Neuwagens

Weil sie die Sklaverei verharmlosen sollen, dürfen Puppen zum Film "Django Unchained" nicht mehr produziert werden. Die wenigen bereits verkauften Exemplare werden nun für horrende Summen versteigert.

Von Julia Kepenek

Eigentlich sehen Django und seine Kollegen aus wie ganz normale Puppen. Sie haben bewegliche Gliedmaßen, tragen handgeschneiderte Kleidung und sind mit 21 Zentimetern ein wenig kleiner als eine gewöhnliche Barbie. Django ist der Titelheld von Quentin Tarantinos neuem Actionstreifen "Django Unchained", der aktuell in den deutschen Kinos läuft. In den USA startete der Film bereits Weihnachten 2012. Und wie das mittlerweile so üblich ist im Filmgeschäft, gibt es allerhand Merchandisingartikel, um den Profit in die Höhe zu treiben. Das ist bei "Harry Potter" so, das ist bei "Twilight" so und erst recht bei den "Star Wars"-Filmen.

Quentin Tarantino wollte nun also auf den Merchandisingzug aufspringen und entwickelte gemeinsam mit Filmproduzent Harvey Weinstein und dem Spielzeughersteller National Entertainment Collectibles Association, Inc. (NECA) sechs Actionfiguren zu den wichtigsten Charakteren von "Django Unchained". Einziger Haken: Titelheld Django, seine Frau Broomhilda und der Butler Stephen sind Sklaven.

Dass der Verkauf der Puppen suggeriert, man könne die Versklavung Schwarzer im 21. Jahrhundert nachspielen, ließ mehrere Afro-Amerikanische Anwaltsverbände und Bürgerrechtler Sturm laufen. Die Puppen seien diskriminierend und verharmlosten das Thema Sklaverei, so die Kritik.

Ein wochenlang andauernder Streit endete nun damit, dass NECA die Produktion der Puppen stoppte. Offiziell dürfen sie nicht mehr über Ebay oder Amazon verkauft werden. "Diese Spielzeugfiguren wurden entfernt, weil sie gegen unsere Richtlinien verstoßen und beleidigend wirken könnten", zitiert die Internetseite "tmz.com" einen Ebay-Sprecher. Das Online-Auktionshaus verbietet unter anderem den Verkauf von Produkten mit einer "intoleranten Einstellung zu Religion, sexueller Orientierung, Rasse oder ethnischem Hintergrund".

Puppen werden zum begehrten Sammlerobjekt

Rund 1000 Puppen wurden jedoch bereits ausgeliefert und entwickeln sich nun zum Verkaufsschlager und begehrten Sammlerobjekt. Interessenten liefern sich ein Bietergefecht und treiben die Preise in astronomische Höhen. Auf der deutschen Ebay-Seite wird eine "Django"-Figur für umgerechnet rund 560 Euro angeboten. Ursprünglich kostete eine Figur circa 22 Euro. NECA selbst schlägt aus dem Verkaufsstopp auch Profit. Auf der amerikanischen Amazon-Seite vertreibt der Hersteller zehn Puppen für umgerechnet rund 15.000 Euro.

Am wenigsten Verständnis für den ganzen Trubel haben die Fans des Kinofilms. In Kommentaren bei Ebay und Amazon machen sie ihrem Unmut Luft. Viele bekennen, dass sie selbst Afro-Amerikaner sind und sich keineswegs gekränkt fühlen. Andere wittern hinter der Diskriminierungs-Debatte einen geschickten PR-Coup des Herstellers. Nun, da die Puppen nur in limitierter Auflage erhältlich sind, könnten NECA, Weinstein und Tarantino mehr Gewinn machen als im normalen Verkauf möglich gewesen wäre.

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