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DVD-Tipps: Actionkracher und Kinderfilme

Carsten Scheibe hat erst seine Freunde eingeladen, um die neuesten Video-DVDs für Erwachsene zu schauen. Anschließend durften auch die Kinder ihre Meinung abgeben.

Hero - Director's Cut

In einem geteilten China vor 2000 Jahren trachtet der grausame König Qin nach der ultimativen Macht - er möchte unbedingt Kaiser eines geeinten Reiches werden. Drei Widersacher bereiten seinen Armeen Kummer. Dabei handelt es sich um die Gegner Zerbrochenes Schwert (Tony Leung Chiu-Wai), Fliegender Schnee (Maggie Cheung Man-Yuk) und Weiter Himmel (Donnie Yen). Niemand schafft es, diese drei kampfesstarken Rebellen zu fangen oder gar zu töten. Bis eines Tages ein namenloser Kämpfer (Jet Li) am Hof des Königs erscheint und meldet, dass er alle drei Gegner ungebracht hat.

Der chinesische Regisseur Zhang Yimou erzählt seine spannende Geschichte in farbenprächtigen und perfekt choreographierten Bildern. Vor allem die vielen Kampfszenen sind atemberaubend umgesetzt und werden den Martial-Arts-Freunden noch lange im Gedächtnis nachhängen. Die eigentliche Überraschung des Films ist aber, dass er seine eigenen Erzählungen in Frage stellt. Und so muss sich der Zuschauer schon bald fragen: Ist das wirklich alles so passiert, wie es der namenlose Krieger, der Hero, erzählt? Oder ist alles nur gelogen?

Der überraschend große Erfolg von "Hero" auch an den amerikanischen Kinokassen sorgt nun dafür, dass es neben der normalen DVD auch einen Director's Cut gibt, der noch einmal 20 Minuten länger ist als die Kinofassung. Auf einer zweiten DVD im edlen Schuber findet der Fan eben diese 95 Minuten lange Kinofassung noch einmal im modernen WMV-HD-Format vor - in einer sechsmal höheren Auflösung, als sie eine normale DVD bieten kann. Sicherlich können nicht alle Anwender dieses Extra verwenden, das nach einem modernen PC verlangt. Auf der dritten DVD gibt es deswegen noch viele klassische Extras, darunter ein Making of, Interviews mit Jet Li und Quentin Tarantino, Storyboards und ein "Hero"-Special. Verleih: Constantin
Ton: DD 5.1 / DTS
Bild: 2,35:1
FSK: ab 12 Jahren
Laufzeit: 105 Minuten
Preis: ca 15 Euro

Bad Santa

Willi (Billy Bob Thornton) ist ein völlig heruntergekommener Kaufhaus-Weihnachtsmann. Er säuft bis zur Besinnungslosigkeit, raucht Kette, stinkt wie ein Iltis und stellt den Frauen in der Abteilung für Übergrößen nach. Für Willis Liliputaner-Partner Marcus, der beim Weihnachtsfest den Zwerg gibt, ist das ein Graus. Denn eigentlich reiten die beiden nur auf der Kinderschiene, um nachts den Tresor des Kaufhauses ausplündern zu können.

Der Zuschauer ahnt bei dieser von den Coen-Brüdern produzierten schwarzen Komödie schon bald: Das kann nicht gut gehen. Dieser sich dauernd übergebende und manchmal auch inkontinente Weihnachtsmann ist einfach zu weit abgesackt, steht zu sehr am Abgrund. In der Folge bekommt der Zuschauer in 95 Minuten mehr wirklich neue Schimpfwörter an den Kopf gehauen als in tausend anderen Filmen zusammen. Im puritanischen und politisch korrekten Amerika muss dieser Film eine einzige Provokation gewesen sein. Doch auch im dunkelsten Schwarz gibt es einen Streifen Licht. Und so trifft Willi auf einen kleinen fetten Jungen, der noch wirklich an den Weihnachtsmann glaubt. Und er lernt eine junge Frau (Lauren Graham) kennen, die es scharf findet, sich vom Weihnachtsmann bügeln zu lassen. Schaffen es diese beiden, Willi vor dem finalen Absturz zu retten?

Wer einen ganz speziellen bösen Humor mitbringt, wird bei "Bad Santa" voll auf seine Kosten kommen. Billy Bob Thornton spielt die Rolle seines Lebens und gibt den besoffenen Willi mit aller Inbrunst. Auch die Nebenrollen überzeugen. Vor allem der dicke Junge und der Schimpfworte ausstoßende Zwerg sind ein echter Gewinn fürs Kino. Eine stringent und logisch erzählte Geschichte und ein herzerwärmendes Happyend sorgen dafür, dass man diesen Film so schnell nicht wieder vergisst. Für Kinder unter 16 Jahren sollte er aber auf jeden Fall tabu bleiben. Verleih: Sony Pictures
Ton: DD 5.1
Bild: 1,85:1
FSK: ab 16 Jahren
Laufzeit: 95 Minuten
Preis: ca 15 Euro

In 80 Tagen um die Welt

Jackie Chan ist mit dieser sehr bunten und sehr teuren Verfilmung des altbewährten Jules-Verne-Stoffes zwar an den Kinokassen baden gegangen. Auf DVD wird ihm dieser Lapsus hoffentlich nicht passieren, denn diese Neuverfilmung von "In 80 Tagen um die Welt" ist wunderbares Kino vor allem für Kinder. Da macht es auch nichts, dass die originale Story ganz schön durch den Fleischwolf gedreht wurde und die eine oder andere unerwartete Pirouette dreht.

Jackie Chan spielt den Chinesen Lao Xing, der die Bank von England ausraubt, um einen kleinen Jade-Buddha zu "befreien", der aus seinem Dorf stammt. Auf der Flucht vor der Polizei schlüpft er bei dem Erfinder Phileas Fogg (herrlich verwirrt gespielt von Steve Coogan) unter - als französischer Diener Passepartout. Dem kommt es ganz gelegen, dass sich Fogg mit seinen Wissenschaftskollegen streitet und dabei wettet, dass er in 80 Tagen um die Welt reisen kann. So kommt Lao Xing wenigstens schnell nach China.

Die Neuverfilmung von "In 80 Tagen um die Welt" bietet Action pur - und das knapp zwei Stunden lang und mit einem krachenden DTS 6.1-Sound. Es ist dem Film hoch anzurechnen, dass ihm dabei nicht die Puste ausgeht. In wunderschönen Bildern reisen die beiden Gefährten zusammen mit der in Paris aufgegabelten Malerin Monique (Cecile de France) in die Türkei, nach Indien, nach China und schließlich nach Amerika. Unterwegs bekommen sie es mit liebestollen Türken, gefährlichen chinesischen Banden und mit diebischen Liebesmädchen zu tun.

Kinder kommen da nicht mehr aus dem Staunen heraus, was auch an den vielen Kampfsporteinlagen von Jackie Chan liegt, der einmal mehr mit viel Humor die Herzen der Zuschauer erobert. Chan hat übrigens viele bekannte Schauspieler zu Cameo-Auftritten verpflichtet, so Arnold Schwarzenegger, die Wilson-Brüder und den alten Martial-Arts-Haudegen Samo Hung. Verleih: Universum
Ton: DD 5.1 / DTS 6.1
Bild: 2,35:1
FSK: ab 6 Jahren
Laufzeit: 115 Minuten
Preis: ca 15 Euro

House of Flying Daggers

Der chinesische Regisseur Zhang Yimou hat mit "Hero" gezeigt, wie man das Martial-Arts-Kino völlig auf den Kopf stellen kann. Dabei setzte er eine epische Geschichte mit zahlreichen ebenso intelligenten wie überraschenden Wendungen um. Sein Markenzeichen sind dabei die intensiven Farben, die passend zur jeweiligen Stimmung im Film die ganze Szene bestimmen.

Nach "Hero" tritt nun das Haus der fliegenden Messer an, um den Zuschauer zu begeistern. Wir treffen auf die beiden Regierungsbeamten Leo und Jin (Andy Lau und Takeshi Kaneshiro). Im China 859 vor Christus bedrohen die Rebellen der Flying Daggers das Reich. Jin versucht, sich in die Organisation einzuschleichen und begleitet - verkleidet als Rebell - die blinde Tochter des Anführers in die Wälder. Die Kämpferin Mei wird gespielt von Ziyi Zhang, die bereits in vielen Martial-Arts-Filmen zu sehen war, und die auch hier in wunderschönen Szenen überzeugt.

Wie es bei Zhang Yimou üblich ist, verwandelt sich die ursprünglich ganz geradlinige Action- und Liebesgeschichte schon bald in ein ausgebufftes Intrigenspiel, bei dem niemand mehr sagen kann, wer auf welcher Seite steht. Bis es zur Auflösung kommt, darf sich der Zuschauer auf zahlreiche blendend choreographierte und sehr aufregende Kampfszenen freuen, in denen die im Filmtitel enthaltenen fliegenden Messer, aber auch krumme Säbel, lange Bambusstangen und diverse andere Waffen zum Einsatz kommen.

Mehr noch als in "Hero" setzt der Regisseur im neuen Film auf Farben, um Stimmungen zu vermitteln. Einzigartig ist die Szene eines erbitterten Kampfes, der im Herbst beginnt und so lange andauert, dass es zu schneien beginnt, bis das ganze Bild in ein grelles Weiß gehüllt ist. Das ist einzigartig und eine Kunst, die Zhang Yimou niemand nachmacht. Die "Premium Edition" enthält eine zweite DVD voller Extras. Hier finden sich ein Making of, Storyboards, Trailer und Interviews. Verleih: Constantin
Ton: DD 5.1 / DTS
Bild: 2,35:1
FSK: ab 12 Jahren
Laufzeit: 115 Minuten
Preis: ca 20 Euro

Miss Undercover 2

Sandra Bullock gilt als eine von Amerikas beliebtesten Schauspielerinnen. Sie ist hübsch, begabt, hat einige erfolgreiche Filme gedreht und gilt mitunter als Erfolgsgarant an den Kinokassen. Kein Wunder, dass Bullock eine eigene Produktionsfirma gegründet hat, um auf diese Weise ganz persönliche Projekte verwirklichen zu können. Ihr selbst produzierter Film "Miss Undercover" war denn auch ein echter Erfolg. Hier spielte Bullock eine knallharte FBI-Agentin, die für einen Undercover-Job auf einem Schönheitswettbewerb auf einmal richtige Manieren erlernen sollte.

Hollywood schreibt es vor: Auf einen Kassenhit muss unbedingt eine Fortsetzung folgen. Die ist nun da, fünf Jahre nach dem Erstling. Und sie ist einfach nur schlecht. Die FBI-Agentin Gracie Hart (Bullock) ist inzwischen so berühmt geworden, dass sie überall sofort erkannt wird. Dadurch kann sie im normalen Dienst nicht mehr eingesetzt werden. Und so soll sie als das "Gesicht des FBI" das Image des Dienstes aufpolieren. Als aber ihre Freundin Miss United States (Heather Burns) zusammen mit dem Wettbewerbsbeauftragten Stan Fields (schlimm gealtert: William Shatner) entführt wird, nimmt Gracie auch gegen den Befehl ihrer Vorgesetzten die Ermittlungen auf. Ein unglaubliches Chaos ist die Folge.

"Miss Undercover 2" kurbelt mehr schlecht als recht noch einmal exakt die gleichen Gags des Erstlings herunter. Darüber hinaus ist der Film extrem unlustig, langatmig und uninspiriert. Einzig und allein Regina King als brummiger Sidekick bringt etwas Licht in dieses misslungene Sequal. Als Zuschauer freut man sich regelrecht auf den Moment, in dem Bullock ihr aufgesetztes Püppie-Gehabe sein lässt und sich mit ihrem weiblichen Bodyguard eine echt wüste Schlägerei gibt.

Technisch ist die DVD gut umgesetzt. Bild und Ton sind tadellos. Leider sucht man die Extras vergebens.

Verleih: Warner
Ton: DD 5.1
Bild: 2,40:1
FSK: ab 12 Jahren
Laufzeit: 110 Minuten
Preis: ca 15 Euro

Ring 2

Stellen Sie sich vor, Sie schauen sich ein merkwürdiges Video mit lauter unheimlichen Szenen an. Dann klingelt das Telefon und eine geheimnisvolle Stimme sagt: "In sieben Tagen sind Sie tot". Hinter dem Video steckt der Geist des Mädchens Samara, das sich auf diese Weise an der ganzen Welt rächen möchte.

Der japanische Regisseur Hideo Nakata hat die Ring-Trilogie in seiner Heimat überaus erfolgreich in die Kinos gebracht. Auch die Neuverfilmung für den amerikanischen Markt war ein Hit. In der US-Fortsetzung übernahm Nakata sogar selbst die Regie, um eine Kopie des eigenen Werkes zu inszenieren - nur eben mit amerikanischen Schauspielern.

In der Fortsetzung ist die Journalistin Rachel Keller (Naomi Watts) zusammen mit ihrem Sohn Aidan (David Dorfman) in eine Kleinstadt gezogen - nur weg von der bösen Samara. Doch der Rachegeist lässt sie nicht in Ruhe. Schon bald kursieren wieder neue Videos - es kommt einmal mehr zu brutalen Morden im Teenager-Milieu.

Doch Samara geht dieses Mal einen Schritt weiter. Sie sucht einen neuen Körper - Aidans Körper. Überall taucht der Geist auf. Er materialisiert sich in den Schatten des Zimmers, in der Badewanne, in Tagträumen und auch auf Fotos.

Der Film "Ring 2" entfernt sich vom Aufhänger des Killervideos und stellt den Horror Samaras in den Vordergrund. Nakata inszeniert die neue Horrorgeschichte mit einem lupenreinen Bild und sehr unheimlichen Soundeffekten in bester Qualität. Die Story selbst ist zwar nicht immer verständlich und logisch. Vor allem das geniale Spiel des Jungen David Dorfman sorgt aber für eine bedrohliche, unheimliche Atmosphäre, die den Zuschauer gefangen nimmt. Hinzu kommen einige ganz besonders sehenswerte Gruselszenen. Ein Knaller ist die Szene im Badezimmer, in der das Wasser an Aidan vorbei zur Decke tröpfelt und sich hier sammelt, um dann in einem Platsch zu Boden zu fallen. Verleih: Dreamworks
Ton: DD 5.1
Bild: 1,85:1
FSK: ab 16 Jahren
Laufzeit: 106 Minuten
Preis: ca 20 Euro

Das Relikt Remastered

Die Autoren Douglas Preston und Lincoln Child schreiben packende Thriller, in denen Wissenschaft und Mystik eine meist tödliche Symbiose eingehen. "Das Relikt" basiert auf einem der ersten Romane des Autorenteams. Im Museum der Naturwissenschaften geht ein merkwürdiges Paket mit Relikten für eine Ausstellung über Aberglauben ein. Doch im Paket befindet sich noch mehr als nur ein Relikt der Todesgottheit Kothoga. Geheimnisvolle Blätter liegen als Füllmaterial bei. Sie werden verbrannt - ein Fehler.

Schon bald kommt es im Museum zu brutalen Morden. Die Opfer werden regelrecht zerfleischt. Ob das die Tat des wiedererwachten Todesgottes ist? Der skeptische Kriminalist D'Agosta (Tom Sizemore) übernimmt die Ermittlungen. Ohne die Hilfe der Evolutionsbiologin Dr. Green (Penelope Ann Miller) kommt er aber nicht weiter. "Das Relikt" ist eine merkwürdige Verfilmung eines guten Buches. Der geniale Wissenschafts-Horror-Mix des Romans verkommt im Film allerdings zu einer Metzelorgie ohne Sinn und Verstand, die fast ausschließlich im dunklen Zwielicht stattfindet, sodass man kaum etwas erkennen kann.

Die Fans haben an der ersten Veröffentlichung des Films bei Concorde das körnige Bild und den lauen Sound kritisiert. Die Remastered-Version behebt immerhin die qualitativen Mängel. Ein perfektes Bild hat er allerdings immer noch nicht, was nicht verwunderlich ist, da der Streifen bereits 1996 produziert wurde. Auch die neue DTS-Spur ist bestenfalls Durchschnitt, da sie es nicht so laut krachen lässt, wie es bei einem solchen Horrorschocker möglich wäre. Es bleibt ein mäßig spannender Monstertierfilm, der zwar eine beklemmende Atmosphäre bietet, dem Genre aber nichts Neues hinzufügt.

Zu den DVD-Extras gehören Informationen zum Cast und zur Crew, bebilderte Produktionsnotizen und Trailer zu weiteren Filmen. Verleih: Concorde
Ton: DD 5.1 / DTS
Bild: 2,35:1
FSK: ab 16 Jahren
Laufzeit: 105 Minuten
Preis: ca 15 Euro

Snakehead Terror

Was hat uns in den Tier-Horrorfilmen nicht schon alles seine Zähne in die Wade geschlagen: Krokodile, Piranhas, Riesenanakondas, Vogelspinnen und monströse Ameisen haben die Zuschauer zum Schreien gebracht. Und noch immer findet das Genre keine Ruhe und wird beständig um einen Film nach dem anderen erweitert.

Splendid wartet nun mit einem amerikanischen Fernsehfilm auf, in dem Bruce Boxleitner und Carol Alt die Hauptrollen spielen. In einem amerikanischen Waldsee steht die Angelsaison direkt bevor. Doch im Wasser tummelt sich kein einziger normaler Fisch mehr. Hormoneinleitungen haben die Snakeheads mutieren lassen. Dabei handelt es sich um extrem gefräßige Raubfische mit langen Zähnen, die sogar an Land gehen können. Eben diese unerfreuliche Fischart wächst nun auf einmal über Gebühr. Schon bald reichen vom Ufer weggefangene Hunde nicht mehr aus, um den Appetit der Fische zu stillen. Wie gut, dass es jede Menge unvorsichtiger Teenager gibt, die einen hervorragenden Mittags-Snack abgeben.

Ein Sheriff und seine pubertierende Tochter stehen im Zentrum des Schockers, der kein Klischee auslässt und dabei trotzdem sehr spannend anzusehen ist. Natürlich eskaliert das Geschehen schon bald und die monströsen Snakeheads greifen zu Wasser und auch an Land alles an, was nicht bei drei auf die Bäume geklettert ist.

Der Film schafft es zwar nicht immer, die Snakeheads wirklich gruslig erscheinen zu lassen. An Land büßen sie ihren Horror gleich vollkommen ein. Da wundert sich der Zuschauer schon, warum die Opfer nicht einfach wegrennen, wenn die Fische im Schneckentempo näher rücken. Aber sei es drum: Logik ist bei Filmen dieser Art eh fehl am Platze. "Snakehead Terror" lässt sich gut weggucken: Mehr ist nicht zu erwarten. Verleih: Splendid
Ton: DD 5.1
Bild: 1,78:1
FSK: ab 16 Jahren
Laufzeit: 93 Minuten
Preis: ca 15 Euro

Tarzan Special Edition

1999 produzierte Disney endlich die Tarzan-Saga als Zeichentrickfilm - und das etwa 60 Jahre, nachdem Tarzan-Autor Edgar Rice Burroughs Walt Disney selbst um eine entsprechende Adaption des Stoffes gebeten hatte. Der moderne Zeichentrickfilm entfernt sich nicht allzu weit vom Original, drückt ihm aber mit ganz eigenen Animationen, schönen Songs von Phil Collins und viel Slapstick-Humor einen ganz eigenen Stempel auf.

Problematisch ist, dass der Film keine Altersbeschränkung aufweist, dabei kann er sogar noch auf Grundschulkinder sehr beängstigend wirken. Gleich zum Start werden ein Gorilla-Baby und Tarzans Eltern von einem mörderischen Tiger getötet - und auch zum Ende des Films hin müssen einige Tränchen verdrückt werden. Mit diesen brutalen Szenen kommen viele sensible Kinder noch nicht zurecht. Alpträume sind die Folge.

Drum herum gibt es aber Zeichentrick-Action satt. Dank einer eigens für den Film entwickelten Technik namens Deep Cancas kann Tarzan in 3D durch einen Dschungel schwingen, der den Zuschauer förmlich aufsaugt. Absolut sehenswerte Actionszenen zeigen Tarzan und später auch Jane beim temporeichen Schwingen an Lianen, beim Surfen über Äste und beim risikoreichen Springen von Baum zu Baum. Zur Action gesellt sich ein wirklich treffsicherer Humor, der Slapstick und Grimassen zu einer Melange verquirlt, die Kinder garantiert zum Kreischen bringt.

Dabei ist die Story fast nebensächlich. Ein verschrobener Wissenschaftler bereist mit seiner hübschen Tochter Jane und einem zwielichten Großwildjäger den Dschungel, um Gorillas zu finden. Jane gewinnt das Vertrauen Tarzans. Ein Fehler, denn schon bald sind alle Gorillas gefangen und sollen in Zoos in der ganzen Welt verschifft werden. Ob Tarzan das Ruder noch herumreißen kann?

Viele Extras, interaktive Spiele, ein Backstage-Bereich passend zum Film und zusätzliche Szenen sind auf der zweiten DVD zu finden. Verleih: Disney
Ton: DD 5.0
Bild: 1,66:1
FSK: ohne Beschr.
Laufzeit: 85 Minuten
Preis: ca 20 Euro

Heffalump - Ein neuer Freund für Winnie Puuh

Gibt es eigentlich noch gewaltfreie Kinofilme für Kinder, die fesseln, aber nicht ängstigen? Ja, aber nur sehr wenige. Disney zeigt mit seinem neuen Winnie-Puuh-Film einmal mehr, wie der Spagat gemeistert wird. Die DVD passend zum Kinoereignis liegt nun vor.

Winnie Puuh ist ein Freund, den die Kinder auf der ganzen Welt sehr gerne haben. Der tolpatschige und geistig nicht besonders schnelle Honigbär lebt im Hundertmorgenwald - zusammen mit seinen Kumpeln Tigger, Känga und Ruh, Ferkelchen, Eule und dem ewig deprimierten Esel I-Aah. Wenn Disney Geschichten aus diesem ganz besonderen Kosmos erzählt, dann geht es nicht um eine gefährliche Bedrohung, sondern um ganz alltägliche Dinge wie Freundschaft, Hilfsbereitschaft oder Mut.

Im neuen Kinofilm "Heffalump" scheint dies zunächst ganz anders zu sein. Riesige Fußstapfen im Boden des Hundertmorgenwaldes deuten darauf hin, dass ein riesiges Ungeheuer Schrecken verbreiten möchte. Auch ein grausiges Tröten ist zu hören. Sollte es sich bei dem unheimlichen Wesen gar um einen Heffalump handeln? Ebenso ängstlich wie kurzentschlossen ruft Rabbit eine Expedition zusammen, um den Heffalump zu fangen. Ausgerechnet das Känguru-Baby Ruh, das bei der Expedition noch nicht dabei sein darf, weil es doch viel zu klein ist, trifft den gefährlichen Heffalump als erster. Und er findet heraus, dass es sich dabei um einen dicken, sehr lieben und ausgerechnet auch noch lilafarbenen Elefanten handelt. Schnell ist Lumpi der beste Freund von Ruh.

Auch die anderen Bewohner des Hundertmorgenwaldes finden den Elefanten ganz klasse. Natürlich lassen sich Puuh und seine Gefährten dann auch nicht lange bitten, sich mit Lumpi anzufreunden. Und als Ruh in Not ist, hilft auch Lumpis Mama gerne aus.

Die Kinder unter den Zuschauern werden einmal mehr bestens unterhalten. Sie lernen aber auch, dass nicht immer alles so ist, wie es auf den ersten Blick scheint. Und sie begreifen, dass oft gerade die Kleinsten am mutigsten sind. Es geht also einmal mehr um Vorurteile, Toleranz und Akzeptanz. Dabei geht die Geschichte aber nicht mit erhobenem Zeigefinger und mit dem Moralhammer vor, sondern bettet diese Denkansätze sehr behutsam in eine spannende Geschichte ein. Der neue Kinofilm "Heffalump" überzeugt wie bereits die Vorgänger "Tiggers großes Abenteuer" und "Ferkels großes Abenteuer" mit einer farbenfrohen Zeichentrickfilmgrafik, die auf klassische Weise entstanden ist. Wer demnach nach hektischen CGI-Computerfilmen à la "Shrek" oder "Die Unglaublichen" sucht, wird hier enttäuscht sein. Winnie Puuh steht für Beständigkeit und setzt genau auf die Mittel, die bereits bei den anderen Kinofilmen so gut angekommen sind. Vor allem Vorschulkinder haben viel Spaß an den ruhigen Bildern, die sie in eine ganz andere, friedlichere Welt entführen.

Regisseur Frank Nissen achtet sehr darauf, dass sich für die Kinder tatsächlich eine Welt auftut, in der ein umgefallener Honigtopf bereits eine echte Katastrophe darstellt und in der ungewöhnlich große Fußstapfen im Wald fast schon für eine Ohnmacht sorgen können. Keine Frage: Die Bewohner des Hundertmorgenwaldes leben in einer idyllischen Seifenblase, in die sich auch so mancher Erwachsener gerne hineinflüchten würde. Zu den wunderschönen Bildern des Films kommen übrigens noch viele eingängige Musikstücke hinzu. Die stammen von Carly Simon und Joel McNeely, die bereits die Musik für "Das Dschungelbuch 2" geschrieben haben.

Disney bringt den Film in einer optisch sehr farbenfrohen Version und mit einem überzeugenden Dolby-Digital-5.1-Sound heraus. Schade ist einmal mehr, dass der Film mit 65 Minuten nicht gerade besonders lang ist. Da die Aufmerksamkeitsspanne beim angesprochenen Zielpublikum noch nicht besonders hoch ist, mag das durchaus okay sein. Es muss aber auch noch einmal betont werden, dass die Puuh-Filme so gut gemacht sind, dass auch Teenager und Erwachsene viel Spaß mit ihnen haben. Und die hätten sich über eine längere Laufzeit sehr gefreut. Wie es bei Disney üblich ist, so finden sich auch hier einige Extras auf der DVD vor. Im Special "Willkommen in der Familie, Lumpi" gibt es viele Hintergrundinformationen passend zum lilafarbenen Elefanten, der nun offiziell mit zur Puuh-Sippe dazugehört.

Hinzu kommt das Spiel "Versteckspiel mit Ruh und Lumpi", das sich problemlos mit der Fernbedienung des DVD-Players meistern lässt. Einige aktuelle Trailer runden die DVD ab.

Verleih: Disney
Ton: DD 5.1
Bild: 1,78:1
FSK: ohne Beschr.
Laufzeit: 65 Minuten
Preis: ca 15 Euro

Carsten Scheibe, DVD-Portal Typemania

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Wie heißt der Film?
Hallo, seit langer Zeit bin ich auf der Suche nach einem Film, den ich vor ca. 25 Jahren gesehen habe. Es ist ein französischer Film von oder in der Art wie Eric Rohmer. Der Titel könnte "Betrug" oder ähnlich lauten. Es geht um eine Dreiecksgeschichte, bei der ein Mann von seiner Ehefrau und seinem besten Freund betrogen wird. Der Film erzählt seine Geschichte in Rückblenden und steigert die Spannung dadurch, dass der anfangs unwissende Zuschauer von Rückblende zu Rückblende mehr Informationen erhält, bis er gegen Ende sogar wissender ist als die Darsteller. Wie ein roter Faden zieht sich dabei die Frage durch den Film: Wer hat zu welchem Zeitpunkt was gewusst. - Ab wann wusste der betrogene Ehemann, dass er betrogen wurde? - Ab wann wussten die Betrüger, dass der Ehemann wusste, dass er betrogen wurde usw. Der Film beginnt äußerst langatmig. Wenn ich mich recht erinnere mit einer 20-minütigen fast statischen Kameraeinstellung. Zwei Personen (Ehefrau und Liebhaber) sitzen an einem Tisch eines sehr einfachen Restaurants. Aus dem Gespräch erfährt man, dass sie früher einmal ein Verhältnis hatten. Im Laufe der Unterhaltung verdichtet sich allmählich die Befürchtung, der Beste Freund/ Ehemann könnte eine Ahnung gehabt haben. Dann folgt die erste Rückblende. Dieses Prinzip von sich verdichtender Ahnung verstärkt sich immer mehr und verleiht dem Film eine - wie ich finde - einzigartige Dramaturgie. Wäre wundervoll, wenn jemand helfen könnte. Gruß Leo