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Japanischer Filmemacher: Anime-Meister Hayao Miyazaki kündigt Comeback an

Eigentlich hatte er sich schon in den Ruhestand verabschiedet. Doch nun will es der Anime-Regisseur Hayao Miyazaki es doch noch mal wissen: Der Japaner kündigte einen weiteren Film an.

Hayao Miyazaki

Anime-Filmer Hayao Miyazaki will es doch noch einmal wissen.

Die Trauer unter den Filmfans war groß, als sich der japanische Regisseur Hayao Miyazaki 2013 aus dem Filmgeschäft zurückzog und in den Ruhestand ging. Schließlich hat der heute 75-Jährige zahllose großartige Filme gemacht, die ein generationenübergreifendes Publikum ansprechen. Nebenbei verhalf er dem Anime-Genre quasi im Alleingang zu Weltruhm und höchsten Kritikerwürden.

Filme wie "Prinzessin Mononoke" und "Das wandelnde Schloss" waren große Zuschauererfolge, für "Chihiros Reise ins Zauberland" erhielt der Asiat 2003 sogar den Oscar als Bester Animationsfilm sowie den Goldenen Bären der Berlinale.

Hayao Miyazaki und die Olympischen Spiele

"Wie der Wind sich hebt" von 2013 schien sein letzter Film zu sein - in dem Jahr kündigte der Künstler an, in den Ruhestand gehen zu wollen. Seither arbeitete Miyazaki nur noch an Kurzfilmen. Doch nun kommt offenbar der Rückzug vom Rückzug. In einem Bericht des japanischen Fernsehsenders NHK deutete er an, einen Langfilm produzieren zu wollen. Der TV-Bericht zeigte den Anime-Künstler bei der Arbeit an dem Kurzfilm "Boro, die Raupe", von dem er ab Sommer eine Spielfilm-Version produzieren möchte.

Da Animes in der Umsetzung extrem langwierig sind, könnte es bis zu fünf Jahren dauern, ehe der Film in die Kinos kommt. Doch dem Regisseur schwebt ein früheres Datum vor: Der Film soll noch vor dem Start der Olympischen Spiele in Tokio fertig werden. Und die sind bereits 2020. Die Finanzierung steht noch nicht - aber bezeichnenderweise trägt der TV-Beitrag den Titel "Der Mann, der noch nicht fertig ist". Gut möglich also, dass das letzte Wort in der Karriere des Künstlers noch nicht gesprochen ist. 

Die hat in den 60er Jahren als Zeichner begonnen. Unter anderem wirkte Miyazaki an der Zeichentrickserie "Heidi" aus dem Jahr 1974 mit, die auch im deutschen Fernsehen lief. 1985 gründete er das Studio Ghibli, mit dem er seine großen Filmerfolge umsetzte. Hier soll auch "Boro, die Raupe" entstehen. Sein erster Film nach dem Karriereende.