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Neu im Kino: Rache ist … frauenfeindlicher Blödsinn

Die Rundungen der "Schadenfreundinnen" Cameron Diaz und Kate Upton mögen sexy sein. Aber gegen die Schweinereien, die sich Miss Piggy in "Muppets Most Wanted" leistet, kommen sie nicht an.

Von Patrick Heidmann und Nicky Wong

"Die Schadenfreundinnen"

Kinotrailer: "Die Schadenfreundinnen"

Wen Sie kennen könnten: die Darsteller Cameron Diaz ("Verrückt nach Mary"), Don Johnson ("Miami Vice"), Nikolaj Coster-Waldau ("Game of Thrones") und Supermodel Kate Upton

Die Geschichte in einem Satz:

Geschäftsfrau Carly muss geschockt feststellen, dass ihr Lover nicht nur verheiratet ist, sondern sie auch mit einer noch jüngeren Geliebten betrügt, so dass sie sich mit den anderen beiden Gehörnten zusammentut und auf Rache schwört.

Geschwister im Kinoversum:

"Rache ist sexy"

Warum Sie den Film nicht sehen sollten:

Wie gerne würden wir an dieser Stelle eine Empfehlung aussprechen. Weil es normalerweise so viel Spaß macht, Cameron Diaz und Leslie Mann beim Lustigsein zuzusehen. Weil "Game of Thrones"-Star Nikolaj Coster Waldau mit von der Partie ist. Und weil es prinzipiell eine Freude (und Seltenheit) ist, wenn Hollywood mal drei Frauen ins Zentrum eines Films stellt. Doch wir bringen es nicht übers Herz, denn was hier geboten wird, ist einfach nur unlustiger, reaktionärer Bockmist (manche Kritikerin wählt noch heftigere Worte), nicht mal annähernd so amüsant der deutlich frechere "Club der Teufelinnen". Immerhin: Bademoden-Model Kate Upton lässt am Strand ihre Brüste hüpfen. Womit aber auch schon wieder alles gesagt ist...

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"Muppets Most Wanted"

Kinotrailer: "Die Muppets 2: Muppets - Most Wanted"

Wen Sie kennen könnten: die Darsteller Tina Fey ("30 Rock") und Ricky Gervais ("The Office") sowie natürlich Kermit, Miss Piggy, Gonzo und all die anderen Muppets

Die Geschichte in einem Satz:

Von einem windigen Tourmanager lassen sich die Muppets zu einer großen Europatour überreden, erkennen allerdings viel zu spät, dass dahinter der Plan eines fiesen Kermit-Doppelgängers steckt, der erst den bunten Chaoshaufen infiltrieren und dann teure Kunstschätze rauben will.

Geschwister im Kinoversum:

"Die Muppets"

Warum Sie den Film unbedingt sehen sollten:

Miss Piggy würde sagen: "Natürlich müssen Sie den Film wegen moi gucken!" Und in der Tat sind allein ihr Duett mit Celine Dion oder der Anblick des ihr von Vivienne Westwood auf den Leib geschneiderten Hochzeitskleides die Kinokarte wert. Gleiches gilt allerdings auch für Kermit, der mit Tina Fey und Danny Trejo durch ein russisches Strafgefangenenlager tanzt, einen singenden Ricky Gervais, Gonzos Stier-Nummer oder all die typischen Muppet-Gags, die so wunderbar auf dem schmalen Grad zwischen Albernheit und Subtilität balancieren. Wem das immer noch nicht reicht: auch die Parade der Gaststars, die von Lady Gaga über Til Schweiger bis Christoph Waltz und Neil Patrick Harris reicht, ist für dutzende Lacher gut.

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"Die Schöne und das Biest"

Kinotrailer: "Die Schöne und das Biest"

Wen Sie kennen könnten: die Darsteller Vincent Cassel ("Black Swan"), Léa Seydoux ("Inglourious Basterds") und Yvonne Catterfeld ("Gute Zeiten, schlechte Zeiten")

Die Geschichte in einem Satz:

Im 18. Jahrhundert will die schöne Belle ihren verarmten Vater retten, indem sie sich einem Furcht einflößenden Ungeheuer opfert, doch je länger sie in dessen verwunschenem Waldschloss verweilt, desto mehr erhüllt sich ihr das tragische Geheimnis des Biestes.

Geschwister im Kinoversum:

"Snow White and the Huntsman"

Warum Sie den Film nicht sehen sollten:

Man merkt diesem französischen, komplett in Berlin-Babelsberg gedrehten Film in jeder Sekunde an, was er gerne wäre: ein opulent-gruseliger Märchenfilm im Stile von "Alice im Wunderland" oder, besser noch, "Snow White and the Huntsman". Das daraus nichts geworden ist, ist leider aber auch keinen Moment zu übersehen. Die Computertricks, die den Großteil des Films dominieren, sind bestenfalls zweitklassig, die Dialoge peinlich und Düsternis mag sich vor lauter Kitsch auch nicht einstellen. Vincent Cassel dürfte froh sein, die meiste Zeit unerkannt durch dieses Debakel marschieren zu können. Und Yvonne Catterfeld, die sich in einer (französischsprachigen!) Nebenrolle erstaunlich wacker schlägt, muss sich fragen, ob es klug war, dafür eine Rolle in "Fast & Furious 6" abzusagen.

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"Beziehungsweise New York"

Kinotrailer: "Beziehungsweise New York"

Wen Sie kennen könnten: die Darsteller Romain Duris ("L'auberge espagnole"), Audrey Tautou ("Die fabelhafte Welt der Amélie") und Cécile de France ("Hereafter - Das Leben danach")

Die Geschichte in einem Satz:

Als seine Frau Wendy ihn nicht nur verlässt, sondern auch noch mit den beiden Kindern von Paris in die USA umzieht, packt auch Schriftsteller Xavier seine Koffer, wobei er sich erst langsam klar wird, welches Chaos das Leben in New York zwischen Wohnungssuche, Aufenthaltsärger und Samenspende für die beste lesbische Freundin bereithält.

Geschwister im Kinoversum:

"L'auberge espagnole 2 - Wiedersehen in St. Petersburg"

Warum Sie den Film sehen sollten:

Dieser dritte Teil der "L’auberge espagnole"-Trilogie von Cédric Klapisch macht natürlich besonders dann Spaß, wenn man die ersten beiden Filme und damit Xavier, Wendy, Isabelle oder die später auch noch anreisenden Ex-Freundin Martine kennt. Doch auch für sich genommen sind der Film und seine sympathischen Darsteller eine Freude. Denn wie es nur die Franzosen können ist "Beziehungsweise New York" gleichzeitig wild und unaufgeregt, lustig und ernst – und natürlich très charmant.

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"Nächster Halt Fruitvale Station"

Kinotrailer: "Nächster Halt: Fruitvale Station"

Wen Sie kennen könnten: die Darstellerin Octavia Spencer ("The Help")

Die Geschichte in einem Satz:

Am Silvestermorgen 2008 liegt Veränderung in der Luft: Der 22-jährige Oscar Grant will künftig nicht nur ein besserer Vater, Freund und Sohn sein, sondern auch die Sache mit dem Dealen sein lassen und künftige Knastaufenthalte vermeiden, doch niemand ahnt, welch tragischer Vorfall sich in den Neujahrsmorgenstunden ereignen wird.

Geschwister im Kinoversum:

"Boyz n the Hood - Jungs im Viertel"

Warum Sie den Film sehen sollten:

Als der Afroamerikaner Oscar Grant in der Silvesternacht 2008 nach einem Streit in der Haltestelle Fruitvale Station von einem überforderten weißen Polizisten erschossen wurde, sorgte das weit über die Bay Area hinaus für Schlagzeilen. Der junge Regisseur Ryan Coogler - gleicher Jahrgang wie Grant und aus der gleichen Gegend - hat daraus einen bemerkenswert starken und sehr bewegenden Spielfilm gemacht, der zwar auch von Gewalt und Rassismus in der amerikanischen Gesellschaft, aber vor allem von Menschlichkeit erzählt.

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"The Legend of Hercules"

Kinotrailer: "The Legend of Hercules"

Wen Sie kennen könnten: den Darsteller Kellan Lutz ("Twilight")

Die Geschichte in einem Satz:

Im antiken Griechenland ist es die Bestimmung des jungen Halbgotts Hercules, den tyrannischen König Amphitryon zu stürzen und für Frieden zu sorgen, doch weder weiß der starke Bursche um seine wahre Herkunft, noch war damit zu rechnen, dass er sich in die schöne Prinzessin Hebe verliebt.

Geschwister im Kinoversum:

#link;hthttp://www.stern.de/1805203.html;"Zorn der Titanen"#

Warum Sie den Film keinesfalls sehen sollten:

Machen wir es kurz: Dieser Film von Renny Harlin ("Cliffhanger") sieht ramschig aus, ist fürchterlich öde und Kellan Lutz könnte selbst dann nicht schauspielen, wenn sein Leben auf dem Spiel stünde. Also bloß wegbleiben. Zumal demnächst mit "Hercules" (ab 4.9. im Kino) die mehr oder weniger gleiche Geschichte noch einmal erzählt wird, dann mit deutlich größerem Budget und Dwayne Johnson in der Hauptrolle.

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Patrick Heidmann