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Tribute-Sendung: Nach dem Tod von Ingo Kantorek: "Köln 50667"-Kollegen nehmen unter Tränen Abschied

Mit "Ingo Kantorek – Ein Leben voller Leidenschaft" hat RTL 2 dem verstorbenen "Köln 50667"-Darsteller die letzte Ehre erwiesen.

"Köln 50667"-Darsteller Ingo Kantorek starb im August 2019 bei einem Autounfall

"Köln 50667"-Darsteller Ingo Kantorek starb im August 2019 bei einem Autounfall

Am 16. August dieses Jahres wurden "Köln 50667"-Darsteller Ingo Kantorek und seine Frau Suzana aus dem Leben gerissen. Sie starben bei einem Autounfall auf dem Rückweg aus ihrem Italien-Urlaub. Am Mittwochabend zeigte RTL 2 nicht nur den letzten Auftritt des Schauspielers in seiner Daily-Rolle Alex Kowalski, sondern auch die Tribute-Sendung "Ingo Kantorek - Ein Leben voller Leidenschaft". Freunde, Serienkollegen und engste Verwandte kamen zu Wort, erinnerten sich an besondere Momente mit dem Paar und nahmen ein allerletztes Mal Abschied.

Kantoreks Schwester Carola und seine Mutter Marion wollen die Geschichte des Verstorbenen persönlich erzählen. "Ich kann nicht andere reden lassen", so die Mutter, die ihren Sohn einst davon abhalten wollte, im Fernsehen durchzustarten. Doch Kantorek hatte seine eigenen Pläne: Schon immer sei es sein Traum gewesen, "der nächste Schimanski" zu werden. 2013 wurde es schließlich eine Hauptrolle in der Nachmittags-Daily "Köln 50667".

Ingo Kantorek: Seine Serien-Kollegen erinnern sich an die erste Begegnung

Pia Tillmann, die einst als Meike Weber in der Serie auftrat, muss beim Gedanken an den ersten Drehtag mit Kantorek schmunzeln. "Es war echt ätzend", sagt sie, da die Aufnahmen mit dem Schauspiel-Neuling wahnsinnig lange gedauert hätten. Danny Liedtke alias Kevin Bochow ist vor allem Kantoreks "starkes Auftreten bei der Premierenfeier" im Gedächtnis geblieben: Das weiße Sakko, die zurückgegelten Haare und die Cowboystiefel könne er niemals vergessen.

"Promi Big Brother"-Gewinnerin Janine Pink alias Yvonne Voss war der erste Drehtag mit Kantorek eher ein wenig peinlich. Sie stand während der Aufnahme lediglich im BH vor ihm. Ganz anders bei Luise-Isabell Matejczyk alias Lea Hammerschmidt. Als sie 2016 bei "Köln 50667" anfing, habe Kantorek ihr mit seiner "warmen Art" die Aufregung genommen.

In ihm steckte ein weicher Kern

Der plötzliche Ruhm sei dem Schauspieler mit der Zeit zu Kopf gestiegen. Die Starallüren seien im Jahr 2015 so schlimm geworden, dass die Verantwortlichen Kantorek sogar einmal für drei Monate in Zwangsurlaub schicken mussten. Als er zurückkam, sei er ein neuer Mensch gewesen. Er setzte sich für andere ein, beruflich wie auch privat. Für Kantorek waren "Die Arche" und der "Bundesverband Kinderhospiz e.V." echte Herzensangelegenheiten, für die er sich als Botschafter engagierte.

Die harte Schale war nur Fassade. Das weiß auch Mandy-Kay Bart, die in der Serie Kantoreks Frau Melanie Korte spielt. "Das Harte, was er verkörpert hat, hat nicht dem entsprochen, was er eigentlich war", so ihre Worte. Tillmann pflichtet ihr bei: "Mit Sicherheit war er nicht der Einfachste, aber man darf nicht vergessen, was für eine tolle Persönlichkeit Ingo war."

Seine letzten Worte, seine Lehren

"Pass' auf dich auf, Kleine", lauteten die letzten Worte, die Kantorek seiner Serien-Ehefrau auf dem Parkplatz zugerufen hatte, ehe er in die Sommerpause und mit seiner echten Ehefrau Suzana in den Urlaub gestartet war. Es ging an den Gardasee zu TV-Moderator Jumbo Schreiner. Das Paar und er waren gut befreundet. Bei einem gemeinsamen Abendessen alberten sie noch herum. Schreiner erinnert sich: "Wir haben darüber gesponnen, was wir 2020 für Blödsinn machen." Heute weiß er, es war ihr "letztes Abendmahl".

Schwester Carola trifft der Verlust besonders hart. Acht Wochen vor dem Unglück habe sie sich mit ihrem Bruder gestritten, erzählt sie. Es herrschte Funkstille. Doch am Mittwoch, zwei Tage vor dem Unfall, habe Kantorek ihr geschrieben. Der Inhalt der Nachricht: "Ich hab' dich lieb. Du weißt doch, das Leben ist viel zu kurz, um zu streiten." Bis heute, so sagt sie, warte sie darauf, "dass die beiden vor der Tür stehen und einfach da sind".

Ähnlich ergeht es Kantoreks Serien-Kollegen. Bei Danny Liedtke sei die Nachricht des plötzlichen Verlusts "bis heute noch nicht angekommen". Für Janine Pink sei es derweil "unbegreiflich, dass sie nie wieder zurückkommen".

Dennoch zeigen sich die "Köln 50667"-Darsteller dankbar, den Schauspieler gekannt zu haben. "Ingo war wirklich ein Geschenk", meint Dennis Hamer alias Jack Winston, Kantoreks Serien-Vater. Christoph Oberheide alias Jan Bremer habe er vor allem gezeigt, "dass man ehrgeizig bleiben muss". Und Mandy-Kay Bart sagt: "Mit dem Tod von Ingo ist mir klar geworden, alles direkt zu tun."

SpotOnNews